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Grafikkarte: Aus einem X800-Pro- ein X800-XT-Modell (I)

22.12.2004 | 08:35 Uhr |

Problem : Sie haben eine Grafikkarte mit dem aktuellen ATI-Chip Radeon X800 Pro. Bei den Vorgängerchips ließen sich einige Modelle per Software oder Bios-Update in eine schnellere Version verwandeln. Sie suchen nun nach einem Verfahren, das das auch bei Ihrer Grafikkarte ermöglicht.

Lösung : Bei bestimmten Karten lässt sich der X800 Pro zur High-End-Variante X800 XT aufbohren. Allerdings funktioniert das nur per Eingriff in die Hardware – und das ist nicht ohne Risiko. Bei anderen ATI-Chips klappen auch Modifizierungen per Software (sprich: Soft-Mods). Bei diesen Modellen sind nämlich einige Pixel-Pipelines nur deaktiviert. Gaukelt man dem Treiber den höherwertigen Chip vor, nutzt er diese ebenfalls. Wie es geht, haben wir für Radeon-9500-Karten im Artikel „Tunen, Tweaken, Fixen“ in der PC-WELT 4/2003 auf Seite 163 beschrieben. Für Karten mit dem Radeon 9800 (Pro) steht es in der PC-WELT 3/2004 im Beitrag „Top-Grafikkarte zum halben Preis“ auf Seite 12 ( beide Artikel auch unter www.pcwelt.de/Heft-CD ).

Inoffizielle und modifizierte Grafikkarten-Treiber, zum Beispiel die Treiber von Omega, DNA, Forsage oder Unian erlauben bereits beim Installieren die Auswahl der dazu notwendigen veränderten Dateien (siehe Abschnitt „Inoffizielle Grafiktreiber“). Und so geht die Modifikation per Hardware:

Schritt 1: Lässt sich der Chip tunen? Im Internet kursieren Anleitungen, wie sich eine Karte mit X800-Pro-Chip auf eine X800-XT-Karte patchen lässt. Die beiden Chips unterscheiden sich im Wesentlichen nur dadurch, dass der X800 XT 16 Pixel-Pipelines besitzt, der X800 Pro 12. Die übrigen sind entweder nur deaktiviert oder nicht funktionstüchtig. Im ersten Fall besteht also die Chance, die Pipelines per Hardware- Eingriff zu aktivieren.

Schauen Sie sich als erstes den Chip genau an – so können Sie gleich Ihre Erfolgsaussichten einschätzen: Entfernen Sie dazu Kühlkörper und Wärmeleitpaste vom Grafikchip. Auf dem Chip sehen Sie nun in der ersten Zeile die Bezeichnung „R420“ (der Codename des Grafikchips), in der dritten Zeile sollte „GA8999.1“ und in der vierten Zeile „0414AA“ oder „0416AA“ (Fertigungsjahr und -woche) stehen. Mit später gefertigten Chips, auf denen „0418AA“ oder höher steht, scheint der Mod nicht zu funktionieren.

Wichtig: Der X800 XT taktet mit 520 MHz (Platinum Edition) beziehungsweise 500 MHz, der X800 Pro dagegen mit 475 MHz. Nach dem Tuning lässt sich auch noch der Chip-Takt heraufsetzen, in dem Sie das Bios einer X800-XT-Karte einspielen oder besser mit einem Übertaktungs-Tool wie Riva Tuner oder Radlink den Takt schrittweise anpassen (siehe Abschnitt „Inoffizielle Grafiktreiber“).

Da dann auch der Speicher mit deutlich höherem Takt läuft, sollten Sie vor dem Mod für eine bessere Kühlung von Chip und Speicher sorgen, indem Sie dem Chip einen leistungsfähigeren Lüfter und den Speichermodulen passive Kühlkörper spendieren.

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