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Google TV in Deutschland

26.11.2012 | 12:09 Uhr | Peter Stelzel-Morawietz

Eine Alternative stellen schließlich Android-Internet-TV-Boxen dar. Doch bei manchem Billigmodell für weniger als 100 Euro ruckelt das System derart, dass man nur noch die Idee gut nennen kann, nicht aber ihre Umsetzung.

Die Settop-Box von Sony mit Android-Oberfläche, wird über eine beidseitig steuerbare Fernbedienung angesprochen.
Vergrößern Die Settop-Box von Sony mit Android-Oberfläche, wird über eine beidseitig steuerbare Fernbedienung angesprochen.
© Sony

Solche Schwächen zeigt „Google TV“, das der Suchmaschinenkonzern zusammen mit Sony kürzlich zur IFA in Deutschland auf den Markt gebracht hat, vermutlich nicht. Das reine Internet-Gerät NSZ-GS7 zum Anschließen an den Fernseher soll knapp 200 Euro kosten, das Gerät NSZ-GP9 mit integriertem Blu-ray-Laufwerk knapp 300 Euro. Bisher nur für die USA angekündigt hat Google ein weiteres Projekt, seinen „sozialen“ Streaming-Player: Nexus Q beherrscht unter anderem gemeinsame Playlists von Freunden.

Wenngleich Apple TV nichts mit Android zu tun hat, so ähneln sich beide Systeme doch vom Ansatz her. Auch die aktuelle dritte Generation des Apple TV läuft insgesamt rund und arbeitet zudem gut mit iPad, iPhone und iPod Touch zusammen. Allerdings lassen sich bei Weitem nicht alle auf einem mobilen Apple-Gerät angezeigten Inhalte und Apps via Airplay auf den Fernseher übertragen. Eigene Musik, Videos und Fotos spielt die Box nur über iTunes ab, DLNA-fähige Netzwerkgeräte unterstützt Apple dagegen nicht.

Die Kombination von Media-Player mit Festplatte und Smart-TV-Box als weitere Produktkategorie stellt sich wenig einheitlich dar: Hier müssen Sie bei jedem Gerät schauen, welche Funktionen es genau bietet. Die beiden Hersteller Fantec und Xtreamer haben eine ganze Reihe solcher Player zu Preisen zwischen 200 und 300 Euro im Programm. Ebenfalls schwierig einzuordnen sind die digitalen TV-Receiver mit Festplatte, zum Beispiel die Digicorder-Modelle von Technisat. Wer ohnehin einen Receiver braucht, sollte gleich über ein Modell mit integrierten Smart-TV-Funktionen nachdenken.

Tipps und Tricks für Smart-TV und Co.

Die neue Art fernzusehen
Früher war klar, dass der Fernseher einen Tuner hat. Dann war es ein paar Jahre lang wichtig, welchen, also ob DVB-C, DVB-S oder DVB-T. Nun kommen viele Smart-TV-Geräte ganz ohne Empfangsteil daher: Das Fernsehsignal gelangt per LAN oder WLAN und App via Internet auf den Bildschirm.

Das hat einen fundamentalen Einfluss auf die Art und Weise fernzusehen. Es ist noch gar nicht so lange her, da musste man für die Tagesschau um 20 Uhr zu Hause sein oder sich per Timeshift am Festplattenrecorder helfen. Beim Smart-TV dagegen genügt ein Klick auf die Tagesschau-App – wenn man die Nachrichtensendung nicht ohnehin schon auf dem Smartphone gestartet hat.

Doch die Veränderungen gehen weit über reines Fernsehen hinaus. Das Ausleihen und Streamen von Online-Videos ist mittlerweile auch ohne PC mit der Fernbedienung im Wohnzimmer bequem möglich. Gleiches gilt für Youtube, Wikipedia, Webradio, Online-Fotoalben, Facebook, E-Mail und so weiter.

Klar, in wenigen Jahren wird Smart-TV wieder weiter sein: Spracheingabe, Heimautomation zum Steuern der Haustechnik, die für soziale Netzwerke wichtige Benutzerverwaltung und die Verbindung mit der Telefonanlage werden dann selbstverständlich sein – das aber ist bei Preisen ab 100 Euro für die Nachrüst-Hardware kein Grund, derzeit ganz auf Smart-TV zu verzichten. Voraussetzung ist eigentlich nur ein HDMI-Anschluss am Fernseher, eine halbwegs flotte DSL-Leitung fürs Video-Streaming, also DSL 16 000, und idealerweise Full-HD-Auflösung am TV-Gerät im Wohnzimmer.

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