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Android wird zunehmend Business-fähig Google garantiert noch lange keinen Erfolg

18.11.2009 | 14:09 Uhr |

Android 2.0
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© 2014

Der Quellcode von Android wird als Open Source veröffentlich - ein wesentlicher Unterschied beispielsweise zu Windows Mobile und zum iPhone OS. Jeder interessierte Programmierer kann problemlos für Android eigene Programme schreiben und hierfür das Software-Developer-Kit mit den benötigten Javaklassen und Schnittstellen nutzen.

Das SDK zu Android
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Zu den wichtigsten Neuerungen gerade für professionelle Anwender zählt sicherlich der Microsoft Exchange-Support von Android 2.0. Zudem lassen sich mit der neuen Version mehrere Mailkonten in einer einzigen Inbox abfragen. Wichtig für die Darstellung von Websites ist die erweiterte HTML 5-Unterstützung, die zusammen mit APIs für Datenbanken, Offline-Application-Caching und Geolokalisation spannende Funktionen für Entwickler bietet.

Andererseits brauchte es vier Updates bei Android um auf den technischen Stand von iPhone OS zu kommen. Mit jeder neuen Version wächst für Android-Entwickler die Gefahr, dass ihre Anwendung nicht mehr läuft und sie den Code nachbessern müssen. Zudem kämpft Android mit einem Problem, das Apple überhaupt nicht kennt: Das Betriebssystem muss auf völlig unterschiedlichen Geräten laufen , die von unterschiedlichen Herstellern produziert werden.

Das kann dazu führen, dass eine Anwendung auf bestimmten Android-Smartphones läuft und auf anderen abstürzt oder sogar das Smartphone einfrieren lässt. Das ist beispielsweise bei der Wecker-App Alarmania der Fall (die es als kostenlose Light-Version und als kostenpflichtige, 1 Euro teuere, Vollversion gibt): Sie kann bestimmte HTC-Smartphones derart einfrieren lassen, dass ein factory Reset erforderlich wird. Der Grund für dieses Desaster scheint die in Android integrierte Alarmclockfunktionen von Google zu sein, auf die sich Alarmania stützt. Derartige Probleme kann ein Android-Entwickler nicht vorhersehen.

Dass Google hinter Android steht wertet so mancher Marktbeobachter als Indiz dafür, dass sich Android durchsetzen wird. Einfach aufgrund der ungeheueren Marktmacht von Google. Doch wer so denkt, lässt völlig außer acht, dass auch Google schon so machen Flop produziert hat, beispielsweise Google Answers, Google Orkut oder Google Checkout .

Zudem hat das Apple iPhone insbesondere bei den Business-Funktionen zugelegt und bietet mittlerweile auch Microsoft Exchange ActiveSync-Support. Somit zielt das Apple iPhone mittlerweile gleichermaßen auf Businesskunden (obwohl hier natürlich RIM mit dem Blackberry die Nase vorn hat) wie auf Privatanwender.

Derzeit stellt sich die Lage in etwa so dar, dass Blackberry und iPhone den US-Markt beherrschen, während in Europa noch Nokia als großer Player mitmischt. Ob Android-Geräte da ihre Nische finden, bleibt abzuwarten. Für den Riesen-Markt Asien erscheint eine Prognose derzeit am schwierigsten. Nokia dürfte dort aber seine beherrschende Stellung beibehalten können.

Der Erfolg von Android hängt nicht nur davon ab, wie viel Geduld die großen Handyhersteller mitbringen. Sondern auch von der strategischen Weiterentwicklung von Android. Falls Android sich zum Betriebssystem für Netbooks und vielleicht sogar für Notebooks mausert und tatsächlich wichtige PC-Hersteller ihre mobilen Rechner mit Android ausliefern, würde das für Android einen gewaltigen Schub bedeuten. Der Gegner hieße dann in erster Linie aber nicht Apple sondern Microsoft - das den Netbookmarkt und erst recht den Notebookmarkt mit Windows beherrscht.

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