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Google Pixel 6 im Test

06.12.2021 | 10:56 Uhr |

Das Pixel 6 hat viel zu bieten für einen erschwinglichen Preis. Finden Sie in unserem vollständigen Test heraus ob dieses Handy etwas für Sie wäre .

Für die Google-eigenen Pixel-Handys bricht eine neue Ära an. Die Modelle für das Jahr 2021 erhalten ein neues Design und eine neue Hardware. Das reguläre Pixel 6 startet ab 649 Euro an und das mit neuen Kameras, Android 12 und Googles eigenem Tensor-Prozessor. Das Smartphone weist viele Vorteile auf, aber bei dem Design gibt es eine gespaltene Meinung.

Design und Bauart

  • Kamera-Leiste

  • 8,9 mm dick

  • Über 200g

  • Gorilla Glass Victus, IP68 

Google Pixel 6
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© Google Store

Die Zeiten, in denen das Standard-Pixel eines der kompaktesten und handlichsten Smartphones auf dem Markt war, scheinen vorbei zu sein. Das Pixel 6 ist sehr groß, obwohl es das kleinste Format von Google in diesem Jahr ist. Die Kamera-Leiste, ein Kamerabuckel, der so groß ist, dass er seinen eigenen Namen verdient hätte. Hierbei sind wir uns nicht sicher, ob Google die richtige Strategie fährt in dem dieses Merkmal so in den Vordergrund gestellt wird.

Selbst ohne die Kamera-Leiste ist das Pixel 6 8,9 Millimeter dick, obwohl es sich trotz des abgerundeten Rahmens dicker anfühlt. Noch schlimmer ist das Gewicht von 207 Gramm, satte 56 Gramm mehr als beim Pixel 5, sodass sich dieses Telefon wie ein Ziegelstein anfühlt und der Kamerabuckel macht es sehr kopflastig und unausgewogen.

Google Pixel 6
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Wenn Ihnen ein etwas klobigeres Handy nichts ausmacht, dann fühlt sich das Pixel 6 trotz seines mittleren Preises hochwertig an. Auf der Vorderseite befindet sich ein Gorilla Glass Victus und auf der Rückseite ein Gorilla Glass 6, die einen Aluminiumrahmen umschließen.

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Die Farben reichen von Stormy Black, Sorta Seafoam (Grüntöne) und Kinda Coral (Rot/Pfirsich). Wir sind nicht besonders begeistert von den Farben, aber es ist schön, wieder mehr Auswahl zu haben. Abgerundet wird das Design durch die IP68-Zertifizierung für Staub- und Wasserdichtigkeit, aber trotz der Dicke des Telefons gibt es keinen Kopfhöreranschluss.

Bildschirm & Lautsprecher

  • 6,4 Zoll Full HD+

  • 90Hz glattes Display

  • Flaches OLED

Im Vergleich zum Pixel 5 , das einen 6-Zoll-Bildschirm hat und ein etwas besseres Verhältnis von Bildschirm zu Gehäuse, wirkt das Pixel 6 unproportional. Das Display ist flach und hat keine gebogenen Kanten, was zu einem größeren Rahmen führt.

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Der OLED-Bildschirm bietet 24-Bit-Farben und ist in dieser Hinsicht sehr lebendig. Die Auflösung ist hoch genug und hat eine Spitzenhelligkeit von beeindruckenden 494 nits. Außerdem ist der Kontrast ausgezeichnet und es gibt auch HDR-Unterstützung. Mit einer Auflösung von Full HD+ ist das Bild gestochen scharf und dank einer Bildwiederholrate von 90 Hertz flüssig.

Wenn Sie den Akku schonen wollen, können Sie in den Einstellungen auf 60 Hertz umschalten. Das Display ist einer der großen Unterschiede zwischen dem Pixel 6 und dem Pixel 6 Pro . Das teurere Modell bietet ein größeres, gebogenes 6,7-Zoll-Display mit einem schlankeren Rahmen, einer höheren Quad-HD+-Auflösung und einer dynamischen 120-Hertz-Bildwiederholfrequenz. Es gibt also viele Gründe, die Sie eher dazu verleiten, das teurere Pixel zu kaufen.

Was Ihnen vielleicht schon aufgefallen ist, ist, dass der Fingerabdruckscanner nicht mehr auf der Rückseite des Telefons ist, wie bei dem früheren Pixel. Wie viele andere Telefonhersteller hat Google ihn jetzt in den Bildschirm integriert. Google bietet hier leider keine Gesichtsentsperrung an, was schade ist, vor allem, wenn man bedenkt, dass das Pixel 4 den Fingerabdruckscanner zugunsten der Gesichtsentsperrung komplett weggelassen hat.

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Es gibt zwar keinen Kopfhöreranschluss, aber die Stereolautsprecher des Pixel 6 habe eine gute Klarheit, überdurchschnittliche Bässe und einer anständigen Menge an Punch, wenn man die Lautstärke aufdreht.

Technische Daten & Leistung

  • Google Tensor-Chip

  • 8 GB RAM

  • 128 GB UFS 3.1 Speicher

Die eigentlich große Veränderung bei der Pixel-Reihe befindet sich im Inneren des Smartphones. Es ist seit Langem bekannt, dass Google von Qualcomm auf einen eigenen Chip umsteigen würde, und dieser kommt in Form des Tensor-Prozessors. Bei Tensor geht es vorwiegend darum, maschinelles Lernen und KI zu nutzen, um Funktionen wie Live-Übersetzung zu ermöglichen und verschiedene andere Aufgaben, besser zu bewältigen. Er ist mit dem Titan M2 Sicherheits-Coprozessor gekoppelt.

Was den Speicher angeht, so verfügt das Pixel 6 über 8 GB LPDDR5 RAM und 128 GB schnellen UFS 3.1-Speicher. Wie üblich gibt es keinen microSD-Kartenslot zur Erweiterung.

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Mit dem Chip konnten wir ein 4K/60fps-Video mit minimalem Aufwand aufnehmen und bearbeiten. Das Telefon braucht nur ein paar Sekunden, um den Editor zu laden, und während es die Auflösung reduziert, um Dinge wie Scrubbing zu erledigen, ist es schnell wieder bei voller Auflösung. Auch Spiele laufen flüssig, beliebte Titel wie PUBG und CoD Mobile erreichen durchgehend 60 fps.

Google Pixel 6 Benchmarks

In Bezug auf andere Spezifikationen ist das Pixel 6 gut ausgestattet mit Konnektivitätsfunktionen wie NFC und GPS sowie den neuesten Standards wie Bluetooth 5.2 mit zwei Antennen. Es ist auch eines der ersten Geräte, die wir mit Wi-Fi 6E auf den Markt kommen. Außerdem gibt es 5G-Unterstützung.

Kamera

  • 50 Megapixel Hauptkamera

  • 12 Megapixel Ultraweit

  • 8 Megapixel Frontkamera

  • Neue Softwarefunktionen

Der Hauptsensor springt jetzt von 12 auf 50 Megapixel. Es gibt nur zwei Kameras auf der Rückseite (das Pro hat noch eine 48-Megapixel-Telekamera mit 4-fach optischem Zoom) und eine 8-Megapixel-Lochkamera auf der Vorderseite für Selfies.

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Wir finden, die Haupt- und die Ultraweit-Kamera reichen für die typische Nutzung aus, und das Fotografieren funktioniert mit dem Pixel 6 hervorragend. Google hat seit Langem eine der benutzerfreundlichsten Kamera-Apps, die einem die harte Arbeit abnimmt und einfache Point-and-Shoot-Fotografie mit erstklassigen Ergebnissen ermöglicht.

Die Qualität beider Apps ist beachtlich, denn es berechnet die Belichtung korrekt und schießt ohne zu zögern. Die Ergebnisse sind lebendig, ohne unnatürlich zu wirken, und weisen einen hohen Detailreichtum und Kontrast auf. Farben sind bei beiden rückwärtigen Kameras gleichmäßig, und Funktionen wie der Porträtmodus und der Nachtmodus sind sehr zuverlässig. In bestimmten Aufnahmen kann es zu einem rauschen führen.

Google bietet kein 2-Megapixel-Makroobjektiv wie viele andere Hersteller an, aber man kann trotzdessen Nahaufnahmen mit unglaublichen Details schießen. Neben den üblichen Modi hat das Pixel 6 einige neue Tricks für die Fotografie in petto, darunter den Bewegungsmodus, Face Unblur und Magic Eraser. Sie alle nutzen clevere Software und den Tensor-Chip.

Der magische Radierer ist eine Nachbearbeitungsfunktion in Google Fotos, die verspricht, unerwünschte Personen oder Objekte zu entfernen - gewissermaßen Photoshop auf Knopfdruck. Die Funktion schlägt alles vor, was auf dem Bild unpassend sein könnte, um es zu entfernen. Aber es gibt auch die Möglichkeit, manuell Objekte mit einem Pinsel oder einem Kreis zu entfernen. Die Ergebnisse sind je nach Szene sehr unterschiedlich: Oft werden Dinge nur halb gelöscht oder der zurückgelassene Raum ist immer noch sichtbar. Für kleinere Objekte in der Ferne ist es dennoch relativ gut geeignet.

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Der Bewegungsmodus verfügt über zwei Optionen - Aktionsschwenk und Zeitraffer. Der Aktionsschwenk fügt dem Foto Bewegungsunschärfe hinzu, zum Beispiel bei einem Auto oder einem Zug. Bei gutem Licht macht die Frontkamera hervorragende Bilder und zudem verfügt dieser über die Funktion Porträts zu schießen. Leider ist sie nicht besonders weitwinklig, also nicht ideal für große Gruppen-Selfies.

Aufgrund der optischen Bildstabilisierungauf der Hauptkamera macht das Pixel 6 gute Videoaufnahmen. Bei bewegenden Elementen ist das Video dennoch gestochen scharf, farbenfroh und passt  den Fokus erstaunlich gut an.

Akkulaufzeit & Aufladen

  • 4524 mAh

  • 30 Watt kabelgebunden, 21 Watt kabellos

  • Kein Netzteil in der Verpackung

  • Umgekehrtes kabelloses Laden

Auch hier gab es im Vergleich zum Pixel 5 Verbesserungen. Der Akku im Pixel 6 ist jetzt mindestens 4524 mAh (etwa 11 Prozent größer), obwohl man sagen muss, dass es bessere Akkus in kompakteren Handys gibt. Die Akkulaufzeit ist super und bei normaler Nutzung hält das Telefon immer zwei Tage durch und das ohne Verwendung des Extreme Battery Saver. Selbst Vielnutzer sollten bequem durch einen Tag kommen. Im PCMark Work 3.0 Akkutest schaffte das Pixel 6 respektable 10 Stunden und 38 Minuten.

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Auch das Aufladen geht schneller: kabelgebunden mit 30 Watt und kabellos mit 21 Watt mit dem 79 Euro Pixel Stand (2. Generation) oder 12 Watt, wenn Sie ein Qi-zertifiziertes EPP-Ladegerät (Extended Power Profile) haben. Sie können damit auch andere Geräte wie kabellose Ohrhörer aufladen, da es kabelloses rückwärts Laden unterstützt.

Wie die meisten großen Tech-Marken, legt Google kein Netzteil mehr in die Verpackung, nur ein USB-C-Kabel, so muss das 29 Euro teure offizielle Ladegerät nachgekauft werden. Dieses kann das Telefon angeblich in 30 Minuten auf 50 Prozent bringen. Das Pixel 6 verwendet PD (Power Delivery), PPS (Programmable Power Supply).

Software und Apps

  • Android 12

  • Praktische neue Funktionen und nervige Macken

  • 3 Jahre Betriebssystem, 5 Jahre Sicherheitsupdates

Hierbei handelt es sich um eine der größten Aktualisierungen des mobilen Betriebssystems seit Langem. Sie bringt eine neue Designsprache, die Google Material "You" nennt, sowie eine Reihe anderer Optimierungen und Verbesserungen. Material "You" ist die größte Neuerung, da es der Benutzeroberfläche ermöglicht, das Farbschema dynamisch zu ändern, basierend auf die Wahl des Hintergrundbildes. Es kann das Bild analysieren und entscheiden, was der dominante Ton in dem Bild  ist und setzt daraufhin  komplementäre Highlights.

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Dies spiegelt sich dann auf dem gesamten Telefon wider, von der Farbe der Uhr bis hin zu den Schnelleinstellungen und mehr. Sogar auf der Tastatur und in Apps wie dem Taschenrechner und der Kamera wird sie angezeigt. Sie können aus vier verschiedenen, aber ähnlichen Farbschemata wählen oder zu den Grundfarben wechseln, wenn Sie dies bevorzugen.

Es gibt auch die Möglichkeit, thematische Symbole zu aktivieren, die sich in das Design einfügen. Allerdings befindet sich diese Funktion noch in der Beta-Phase und gilt nur für Google-eigene Apps. Es ist es nun ein fester Bestandteil des Betriebssystems, aber vorerst nur exklusiv für Pixel-Telefone. Es muss dennoch gesagt werden, dass es auch nervige Neuerungen gibt, so zum Beispiel muss man nun zum Ein- und Ausschalten dreimal tippen und nicht nur einmal.

Es gibt auch einige Einschränkungen der Benutzeroberfläche, vorwiegend das Datum und das Wetter kann nicht verschoben oder entfernt werden und nimmt so die gesamte obere Reihe des Bildschirms ein.

Die Pixel 6-Telefone haben satte fünf Jahre lang garantierte Sicherheitsupdates, zwei Jahre mehr als normal. Sie erhalten auch die üblichen drei Jahre an Betriebssystem-Updates und bekommen Android 13. Als Besitzer eines Pixel Handys können Sie die Updates noch vor allen anderen Android Geräten ausführen.

Android 12 bietet noch viele weitere Vorteile, wie den Security-Hub, der Sie darüber informiert, wann Sie handeln müssen, um Ihre Geräte zu schützen. Außerdem gibt es neue Schnelleinstellungen für die Kamera und das Mikrofon.

Im Einstellungsmenü finden Sie viele potenziell nützliche Funktionen wie das Privacy Dashboard und einen ganzen Bereich, der sich mit Sicherheit und Notfällen befasst. Die integrierte Anti-Malware- und Phishing-Technologie scannt Nachrichten in Apps wie WhatsApp und Facebook Messenger und warnt Sie, wenn etwas verdächtig aussieht.

Preis

Das Pixel 6 kostet 659 Euro und bietet 128 GB Speicherplatz. Das ist der gleiche Preis und Speicherplatz wie beim Pixel 5. Neben dem Google Store können Sie es bei einer Reihe von Einzelhändlern und Netzwerken kaufen, darunter Vodafone , MediaMarkt und Saturn .

Mehr Auswahl als beim Pixel 5 zu haben ist gut, aber es ist schade, dass Google es so kompliziert gemacht hat, welche Märkte welche Kombinationen von Farben und Speicherkapazitäten erhalten. Das kann dazu führen, dass man nicht das Modell bekommt, das man wirklich möchte.

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Dennoch ist dies ein sehr erschwingliches Smartphone, wenn Ihnen 128 GB ausreichen. Das bedeutet aber nicht, dass es keine Konkurrenz gibt, denn es gibt hervorragende Telefone zu diesem Preis wie das Galaxy S20 FE und das Xiaomi 11T Pro oder das OnePlus Nord 2 .

Fazit

Obwohl sich das Pixel 6 hochwertiger und luxuriöser anfühlt als je zuvor, könnte die Überarbeitung des Designs für einige der ausschlaggebende Grund sein, dieses Handy nicht zu kaufen. Es ist 8,9 Millimeter dick und über 200 Gramm schwer. Die Handhabung ist nicht vorteilhaft, sodass eine Hülle fast schon notwendig ist und der Rahmen um das Display könnte kleiner sein.

Wenn Ihnen ein größeres Telefon nichts ausmacht, obwohl es den Anschein hat, dass viele Käufer das Pixel aufgrund seiner kompakten Größe kaufen, dann gibt es das Pixel 6 in einer Vielzahl von Farben und mit einer soliden Hardware-Ausstattung.

Die Leistung ist perfekt, auch wenn die Benchmark-Ergebnisse manchmal, hinter denen der Konkurrenz zurückbleiben, die Kameras sind großartig - auch wenn einige der neuen Softwarefunktionen nicht ganz so gut sind und der Bildschirm ist ebenfalls erstklassig.

Ein weiterer Pluspunkt ist die Akkulaufzeit, die bei vielen Nutzern zwei Tage hält. Das kabellose Aufladen in umgekehrter Richtung ist praktisch für Ohrstöpsel, obwohl es erwähnenswert ist, dass Google kein Netzteil zum kabelgebundenen Aufladen mitliefert.

Das neue Betriebssystem Android 12 ist definitiv ein Pluspunkt und sieht mit seinem neuen dynamischen Material You Schema großartig aus und obwohl es hier und da ein paar kleine Macken gibt, ist es vollgepackt mit nützlichen Funktionen und läuft wirklich gut. Man bekommt zukünftige Betriebssystem-Updates zuerst und fünf Jahre lang Sicherheits-Patches.

Google hat die Pixel-Reihe eindeutig in eine neue Richtung gelenkt, und obwohl es in vielerlei Hinsicht erfolgreich ist, könnte das zwiespältige Design für viele Pixel-Fans ein Schritt zu weit sein.

Dieser Artikel erschien im Original bei unseren englischsprachen Kollegen von Techadvisor und wurde ins Deutsche übersetzt.

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