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Generierung der VMs

27.05.2008 | 11:30 Uhr |

Für den Aufbau neuer virtueller Maschinen stellt Microsoft wie für alle weiteren Aktionen Assistenten bereit. Diese fragen in einem mehrstufigen Dialog Einstellparameter ab, generieren am Ende die Skripte und erledigen die ihnen zugedachten Aufgaben. VMs lassen sich erzeugen, löschen, verschieben und kopieren. Der Anwender kann sie auch von physischen Rechnern migrieren oder aus einem ISO-Image, einer Vorlage (Template), einer VHD-Datei beziehungsweise einer bestehenden virtuellen Maschine ableiten. Im Rahmen des Dialogs wählt der Administrator die passenden Optionen aus. Hierzu zählen die Hardwareeinstellungen für die virtuellen Festplatten, die Netzkarten sowie Angaben zur CD/DVD-Nutzung, Diskettenlaufwerke und ähnliche Peripheriebausteine. Einstellbar ist auch eine relative CPU-Nutzung im Verhältnis zu allen anderen VMs auf diesem Host. Eine so erzeugte VM lässt sich direkt starten und ausführen. Sie kann aber auch in einer Bibliothek hinterlegt werden, wo sie für weitere Abbilder bereitsteht, die sich auf diesen Bibliothekseintrag beziehen.

Bei der Platzierung einer erzeugten VM sollte natürlich derjenige Host gewählt werden, der sich dafür am besten eignet. Diese Zuordnung kann der Administrator nach eigenen Wünschen vornehmen, oder er greift auf die Unterstützung des VMM selbst zurück. Der liefert ihm einen Vorschlag zur bestmöglichen Platzierung der VM im Hinblick auf die geforderten Ressourcen wie den Hauptspeicherbedarf, die Netz- und IO-Last sowie die CPU-Nutzung. Diese Vorschläge kann der VMM allerdings nur dann unterbreiten, wenn er das Lastverhalten der neuen virtuellen Maschine kennt oder einschätzen kann. Für neu zu erzeugende VMs müssen diese Angaben daher vom Administrator kommen. Das Vorschlagsverfahren wird aber nicht nur bei der Neuanlage von VMs angewandt, sondern gelangt auch bei der Migration von physischen Rechnersystemen in virtuelle Umgebungen zum Einsatz. In diesem Fall kann der VMM durch die Beobachtung des Lastverhaltens passende Vorschläge unterbreiten.

Selbstbedienung

Die Nutzung der VMM-Konsole ist in erster Linie für den IT-Verwalter gedacht. Er benötigt dazu die notwendige Software und die passenden Berechtigungen. Um eine abgestufte Verwaltung zu erreichen, sind Rollen zu definieren. Ferner kann die Konsole für die jeweiligen Bearbeiter angepasst werden. Daneben stellt Microsoft mit dem Self-Service-Portal die Verwaltungsfunktionen auch für weitere Nutzer der VMs bereit, sofern diese dazu berechtigt sind. Insbesondere für Testszenarien oder in der Softwareentwicklung lassen sich auf diesem Weg eigene Systeme aufbauen und verwalten. Die Berechtigungen dazu sind direkt an die Organisationseinheiten und Benutzer des Active Directory gebunden. Dabei ist auch zu bestimmen, was genau die berechtigten Personen dürfen oder nicht. Neben Starten und Stoppen der VMs sind das unter anderem die Funktionen zum Pausieren einer VM oder zum Setzen von Checkpoints. Damit die derart berechtigten Benutzer die Ressourcen des Hosts nicht über das ihnen zugedachte Maß hinaus beanspruchen, lassen sich Grenzen (Quotas) definieren.

Mit dem Self-Service-Portal stehen auch die Templates und Bibliotheken zur Verfügung. In Templates werden Vorlagen für die VM hinterlegt, auf die dann sehr schnell zugegriffen werden kann. Ein Template stellt aber immer nur das Grundgerüst für eine VM dar. Deren Detailkonfiguration, die Personalisierung des Systems, muss dabei noch vorgenommen werden. Hierzu gehören beispielsweise die Einstellungen zum Rechnernamen, der IP-Adressen oder auch der Security-IDs der Rechner. Diese Schritte werden heute häufig durch SYSPREP-Aktionen vorgenommen. SYSPREP kann auch in den Ablauf der VMM-Scripte integriert und damit automatisiert werden.

Fazit

Mit dem Virtual Machine Manager hat Microsoft in seiner Virtualisierungsstrategie einen großen Schritt nach vorne getan. Das Tool stellt alle Funktionen zu einer umfassenden Verwaltung virtueller Server-Systeme bereit und erlaubt eine einfache Administration von virtuellen Maschinen. Diese können im Kontext des Virtual Server und nun auch mit dem Windows Server 2008 ausgeführt werden. Ferner soll mit dem Hyper-V demnächst eine dritte Variante für virtuelle Infrastrukturen zur Verfügung stehen. (ue)

COMPUTERWOCHE

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