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Kabellose Verbindung zum Auto – Eine Gefahr?

22.06.2011 | 12:15 Uhr |

Das Zeitalter der miteinander kommunizierenden Autos rückt immer näher. Fahrzeuge wie das Ford Edge bieten sogar 3G Netzwerkzugriff und einen Wi-Fi-Router im Auto an. Desweiteren können Sie sich zu Ihrem Wi-Fi-Heimnetzwerk verbinden, wenn Sie gerade parken. In den nächsten Jahren werden immer mehr PKW-Hersteller den kabellosen Zugriff für das Surfen im Internet oder auf Internetvideos in ihre neuesten Modelle integrieren. Und bis 2013 soll es eine neue kabellose Übertragungsmöglichkeit namens DSRC (Dedicated Short Range Communication) geben, die bei 5,9 GHz überträgt und somit eine Fahrzeug-Fahrzeug-Kommunikation ermöglichen soll. Auf diese Art und Weise sollen beispielsweise Verkehrsunfälle verhindert werden, weil ein Pannenfahrzeug andere Fahrzeuge davor warnt, dass es gleich hinter einer nicht einsehbaren Kurve am Straßenrand steht.

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Für jeden, der bei Computernetzwerken oder Internetgefahren auf dem Laufenden ist, werfen diese neuen Funktionen auf neue Fragen und Befürchtungen auf. Bei einigen werden (nicht zu Unrecht) die Alarmglocken läuten, wenn Fahrzeuge mit Netzwerkfunktionen ausgestattet werden, denn damit sind die Autos potentielle Ziele für Hacker. Wenn über das Netzwerk auf die Sicherheits- oder Diagnosefunktionen zugegriffen werden könnte, dann wären auch Hacker in der Lage sich in diese Systeme einzuklinken. Dies könnte zur Folge haben, dass der Motor zum falschen Zeitpunkt Gas gibt, sagt Stephan Tarnutzer. Er ist der Geschäftsführer des Kfz-Bedienelemente-Herstellers DGE .

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Bisher sind zwar keine Fälle bekannt, in denen Hacker Autos manipuliert haben, aber dennoch ist dies denkbar. Sicherheitsforscher verschiedener US-Universitäten haben das bereits bewiesen. Sie haben sich in die Computer von mehreren aktuellen PKW-Modellen gehackt und aus der Ferne die Bremsen ausgeschaltet, den Tachometer manipuliert, den Motor ausgeschaltet, Passagiere im Auto eingesperrt und vieles mehr.

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Die anfänglichen Tests der Forschungsgruppe benötigten ein Notebook, das direkt an das Diagnosesystem des Fahrzeugs angeschlossen war. Später haben sie über die Tests jedoch andere Angriffspunkte identifiziert. Insbesondere integrierte Bluetooth- und Handy-Verbindungen konnten für die Angriffe genutzt werden. Weitere kabellose Kommunikationsmöglichkeiten in künftigen hochmodernen Autos bieten noch mehr Angriffspunkte.

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Die gute Nachricht ist, laut Tarnutzer, dass die kommenden kabellosen Technologien für Autos auf kurzreichweitige Kommunikation beschränkt sind. Die Reichweite reicht beispielsweise von einem Fahrstreifen zum nächsten oder die Kommunikation ist nur so lange aktiv, wie Sie sich in einem gewissen Bereich befinden. Das ganze macht es für Hacker wesentlich schwieriger, weil diese sich in unmittelbarer Nähe des Fahrzeuges befinden müssten.

Nichtsdestotrotz werden Hacker versuchen Zugriff über die kabellosen Verbindungen zum System zu erhalten. Deswegen muss die Autoindustrie starke, hardwarebasierte Verschlüsselungsmethoden verwenden, sagt Tarnutzer.

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