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Gebrauchte GPU kaufen: Diese Grafikkarten-Modelle lohnen sich

11.02.2022 | 14:30 Uhr | Sebastian Schenzinger

Die Preise für Grafikkarten von AMD und Nvidia liegen seit Monaten weit jenseits der UVP. Davon betroffen sind auch gebrauchte GPUs, welche teilweise sogar mehr kosten als zum Marktstart. Wir verraten Ihnen, was die alten Grafikkarten heutzutage noch leisten und wie viel sie maximal kosten dürfen.

Der Hardware-Markt steht seit über einem Jahr Kopf: Grafikkarten erfahren immense Preissteigerungen, die einen nur den Kopf schütteln lassen. Vor allem aktuelle Grafikkarten der RX-6000-Serie von AMD oder der  RTX-3000-Reihe von Nvidia befinden sich auf schier uferlosen Preis-Niveaus. Warum das so ist, haben wir in einem separaten Artikel aufgeführt: „6 Gründe: Darum sind Grafikkarten so teuer“ . Über die aktuelle Preisentwicklung der Ampere- und RDNA-2-GPUs berichten wir in einem separaten Artikel und zeigen Ihnen, wo es die begehrte Ware zurzeit am günstigsten zu kaufen gibt. Eine Alternative ist der Kauf einer gebrauchten GPU. Wir verraten Ihnen nicht nur, welche Leistung die Vorgängergenerationen von AMD und Nvidia heute noch bieten, sondern auch, wie viel die konkreten Modelle maximal kosten dürfen.

Preisrahmen

zugehörige GPUs

vergleichbare aktuelle GPU

Eignung

700-800 Euro  

RTX 2080 Ti

RTX 3070

UHD (mittel-hoch)
QHD (ultra)

  550-625 Euro  

RTX 2080 Super
RTX 2080

RTX 3060 Ti (-6 Prozent)  

UHD (niedrig-mittel)
QHD (ultra)  

  350-450 Euro  

RX 5700 XT
RTX 2070 Super
Radeon VII

RX 6600 XT  

QHD (hoch-ultra)  

  325 -375 Euro  

RTX 2070
GTX 1080 Ti

RTX 3060  

QHD (hoch)  

  300-350 Euro  

RX 5700
RTX 2060 Super
RTX 2060 12GB

RX 6600  

QHD (mittel-hoch)
Full-HD (ultra)

  275-325 Euro  

RX 5600 XT
GTX 1080
RX Vega 64
GTX 1070 Ti
RTX 2060

n.a.

QHD (niedrig-mittel)
Full-HD (ultra)

  250-300 Euro  

RX Vega 56
GTX 1070
GTX 1660 Ti
GTX 1660 Super

RTX 3050  

Full-HD (hoch-ultra)  

  200-250 Euro  

RX 5500 XT 8 GB
GTX 1660
RX 590
GTX 980 Ti

n.a.

Full-HD (mittel-hoch)

  150-200 Euro  

RX 5500 XT 4 GB
GTX 1650 Super
RX 580 8 GB
R9 Fury X

n.a.  

Full-HD (mittel)  

  125-175 Euro  

GTX 1060 6 GB
GTX 980
R9 Fury

RX 6500 XT  

Full-HD (niedrig-mittel)

  100-150 Euro  

RX 570 8 GB
RX 480 8 GB
GTX 1650 GDDR6
GTX 970

n.a.

Full-HD (niedrig)

60-80 Euro  

GTX 960 4 GB
GTX 1050 Ti
RX 470 8 GB

n.a.  

Full-HD (sehr niedrig)  

Auch gebrauchte Grafikkarten sind teuer

Kurz die aktuelle Marksituation in Sachen Grafikkarten zusammengefasst: Die Nachfrage ist immens, die Fabriken kommen mit der Produktion nicht hinterher, die Logistik ist teurer geworden, Strafzölle erhöhen die Preise, Scalper kaufen alle Bestände auf und Krypto-Mining boomt. Wer unbedingt eine Grafikkarte braucht, weil die alte defekt ist, der muss entweder viel Glück und einen großen Geldbeutel haben oder man kauft sich eine gebrauchte Grafikkarte, die gerade noch so viel Leistung bietet, damit sie für eine gewisse Zeit vorhält, bis man sich die Wunsch-GPU zu vernünftigen Preisen zulegen kann. 

Grafikkarten-Vergleich 2022: GeForce RTX und Radeon RX GPUs im Test - mit Rangliste

Wir haben die Leistung von älteren Grafikkarten anhand unserer eigenen Messergebnisse in Relation zur Performance aktueller Grafikkarten gesetzt. So liefert zum Beispiel eine GTX 1080 Ti der Pascal-Generation in etwa die gleiche Performance wie eine RTX 2070 auf Basis von Turing und einer aktuellen RTX 3060 mit Ampere-GPU. Anhand dieser Daten haben wir alle Modelle nach Performance und Preis-Empfehlungen in der Tabelle oben klassifiziert. Dabei handelt es sich natürlich nur um grobe Richtwerte, da die Performance je nach Spiel abweichen kann und dabei besondere Features wie Raytracing und DLSS oder die Energieeffizienz nicht berücksichtigt werden. Die Preisklassen richten sich dabei nach der aktuellen Marktlage, berücksichtigen aber, dass es sich - in den meisten Fällen - um ein gebrauchtes Produkt ohne Garantie handelt.


Leistungsklasse 1 - UHD mit mittleren bis hohen Details

700-800 Euro: Wenn Sie mit 3840 x 2160 Pixeln zocken wollen, benötigen Sie eine wirklich leistungsfähige Grafikkarte. Selbst das Top-Modell der Turing-Generation, die RTX 2080 Ti, kommt bei aktuellen AAA-Spielen oft nur auf 40 bis 50 FPS bei höchsten Einstellungen. Für 60 Bilder pro Sekunde müssen Sie die Settings auf mittel bis hoch reduzieren. Die RTX 2080 Ti liegt bei den Gaming-Benchmarks in 4K mit der RTX 3070 gleich auf, welche im Preisvergleich aktuell ab 929 Euro gelistet ist. Dementsprechend sollten Sie für eine gebrauchte RTX 2080 Ti maximal 900 Euro ausgeben, unsere Preisempfehlung läge im Bereich von 700 bis 800 Euro und damit deutlich unterhalb der ehemaligen UVP von 1099 Euro.

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Leistungsklasse 2 - QHD mit höchsten Details

550-625 Euro: Für QHD-Gamer sind die RTX 2080 Super und die RTX 2080 eine interessante Wahl, die beiden Karten trennen in 1440p nur rund fünf Prozent. Die RTX 2080 Super liegt bei unseren Tests im Schnitt knappe sechs Prozent hinter der RTX 3060 Ti (ab 749 Euro im Preisvergleich) zurück und ist damit in der Lage nahezu jeden aktuellen Titel mit höchsten Spieldetails in 1440p flüssig wiedergeben zu können. Nur in den seltensten Fällen müssen Sie die Einstellungen für 60 FPS etwas reduzieren. Für eine gebrauchte RTX 2080 Super ist ein Preis von 575 bis maximal 625 Euro in Ordnung - die UVP der GPU lag zum Release bei 739 Euro. Für die RTX 2080 würden wir 25 Euro weniger veranschlagen, also 550 bis 600 Euro.

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Leistungsklasse 3 - QHD mit hohen Details

350-450 Euro: In der nächsten Leistungsstufe gibt es drei ältere Modelle zur Auswahl, welche eine vergleichbare Performance zur RX 6600 XT (ab 579 Euro im Preisvergleich) liefern. Da wären die RX 5700 XT, die RTX 2070 Super und die Radeon VII. Letztgenannte war aufgrund des 16 GB großen HBM2 Videospeichers zum Marktstart mit 729 Euro sehr teuer und ist deshalb gebraucht nicht wirklich günstig zu bekommen. Die RX 5700 XT dagegen kostete zum Marktstart 419 Euro, die RTX 2070 Super wiederum 529 Euro. Alle drei Karten liefern bei 1440p-Auflösung in den meisten Fällen 60 Bilder pro Sekunde bei hohen Einstellungen, selten sind dafür mittlere Settings notwendig. Für die AMD Karte empfehlen wir einen preislichen Rahmen von 350 bis maximal 400 Euro. Da die Nvidia GPU mit Raytracing und DLSS punkten kann, sind hier auch Preise von 400 bis 450 Euro in Ordnung.

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Leistungsklasse 4 - QHD mit mittleren bis hohen Details

325-400 Euro:  Rund acht Prozent unterhalb der RX 6600 XT rangiert die RTX 3060 (ab 609 Euro im Preisvergleich) . Wie oben bereits angesprochen bieten sowohl die RTX 2070 als auch die GTX 1080 Ti eine vergleichbare Performance. Die UVP der RTX 2070 lag zum Release bei 519 Euro, die GTX 1080 Ti als Topmodell von Pascal war bedeutend teurer, hat mittlerweile aber auch schon fünf Jahre auf dem Buckel. Ein akzeptabler Preis für eine solche GPU sind 350 Euro, mehr als 400 Euro sollten Sie dafür nicht ausgeben.

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Leistungsklasse 5 - QHD mit mittleren Details

300-350 Euro : Nur einen kleinen Performance-Unterschied von rund acht Prozent gibt es zur nächsten Leistungsklasse mit der RX 5700 und der RTX 2060 Super. Beide Karten bieten in etwa die Performance der RX 6600 (ab 469 Euro im Preisvergleich) und damit genug Performance für QHD-Gaming mit mindestens mittleren Einstellungen respektive Full-HD-Gaming mit höchsten Settings. Die UVP der AMD GPU lag zum Release bei 369 Euro, die RTX 2060 Super war mit 419 Euro eine gute Ecke teurer, kann aber mit Raytracing und DLSS punkten. Eine gebrauchte RX 5700 darf sich aus unserer Sicht in einem Preisbereich von 325 bis 350 Euro bewegen, für die RTX 2060 Super sind 350 Euro bis 375 Euro in Anbetracht der Marktlage in Ordnung. 

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Leistungsklasse 6 - Full-HD mit höchsten Details

275-325 Euro: Es folgt eine etwas größere Performance-Lücke von rund 13 Prozent. Mit den folgenden Grafikkarten lässt sich zwar auch noch in QHD spielen, aber oftmals müssen Sie die Grafikdetails stark reduzieren und gerade bei den 6-GB-Modellen kann der Videospeicher limitieren. Zu dieser Kategorie zählen die RX 5600 XT, die GTX 1080, die RX Vega 64, die GTX 1070 Ti sowie die RTX 2060. Die RX 5600 XT kostete zum Marktstart 299 Euro, die RTX 2060 dagegen 369 Euro. Mit allen Modellen lässt sich nahezu jedes aktuelle Spiel in Full-HD mit höchsten Details flüssig zocken. Ein angemessener Preis für eine solche GPU wären 275 Euro, die 8-GB-Modelle können auch bis zu 325 Euro kosten.


Leistungsklasse 7 - Full-HD mit hohen Details

250-300 Euro: Gute zehn Prozent unterhalb der RTX 2060 rangiert die RTX 3050 (ab 459 Euro im Preisvergleich) , welche auf einem Performance-Level mit der GTX 1660 Super und der GTX 1660 Ti liegt. Weitere Alternativen sind die GTX 1070 sowie die RX Vega 56. In den meisten Spielen reicht die Performance für die höchsten Grafikdetails, manchmal müssen Sie die Spieleinstellungen auf hoch reduzieren. Die UVP der GTX 1660 Super lag zur Markteinführung bei 245 Euro, viel mehr sollten Sie für ein gebrauchtes Modell definitiv nicht ausgeben. Für die 8-GB-Grafikkarten sind auch Preise von bis zu 300 Euro noch im Rahmen

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Leistungsklasse 8 - Full-HD mit mittleren bis hohen Details

200-250 Euro: Mit erneut guten zehn Prozent Abstand folgen die beiden Modelle RX 5500 XT mit 8 GB Videospeicher und GTX 1660. Für erstere lag die UVP zum Release bei 210 Euro, für zweitere bei 225 Euro. Auch hier sollten Sie definitiv nicht viel mehr als die ursprüngliche Preisempfehlung bezahlen. Die Performance reicht in aktuellen Titeln nur noch für mittlere bis hohe Grafikeinstellungen. Ein gutes Angebot sollte bei rund 200 Euro liegen, die maximalen Anschaffungskosten dagegen bei 250 Euro.


Leistungsklasse 9 - Full-HD mit mittleren Details

150-200 Euro: Es folgt ein etwas größerer Performance-Schritt von knapp 15 Prozent. Dementsprechend dürfen Sie in vielen Spielen nur noch mit mittleren Settings rechnen. Zu dieser Kategorie zählen die RX 5500 XT mit 4 GB VRAM, die GTX 1650 Super sowie die RX 580 mit 8 GB Videospeicher. Auch hier werfen wir einen Blick auf die ursprüngliche UVP: RX 5500 XT für 180 Euro und GTX 1650 Super für 169 Euro. Ein guter Preis für ein solches Modell läge dementsprechend bei rund 150 Euro, mehr als 200 Euro sollten Sie dafür nicht bezahlen.


Leistungsklasse 10 - Full-HD mit niedrigen bis mittleren Details

125-175 Euro: Kommen wir zur Leistungsklasse der wohl umstrittensten GPU des Jahres 2022, der RX 6500 XT (ab 259 Euro im Preisvergleich) . Für eine Grafikkarte der aktuellen Generation ist die RX 6500 XT verhältnismäßig günstig. Allerdings hat AMD die Karte so stark beschnitten, dass die Performance oftmals schlechter ausfällt als beim direkten Vorgänger und trotzdem liegt die UVP höher. Aus diesem Grund reicht es in den meisten Spielen nur für mittlere Settings in 1080p, manchmal sollten sogar noch niedrigere Einstellungen gewählt werden. Eine vergleichbare Performance bietet die GTX 1060 mit 6 GB Videospeicher, deren GPU mittlerweile schon über fünf Jahre auf dem Buckel hat. Deshalb sollten Sie für ein gebrauchtes Modell auch nicht zu viel auf den Tisch legen, ein guter Preis wären 125 Euro, der maximale Preis sollte bei 175 Euro liegen.

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Leistungsklasse 11 - Full-HD mit niedrigen Details

100-150 Euro: In unserer niedrigsten Leistungsklasse befinden sich die RX 570 mit 8 GB Videospeicher sowie die GTX 1650 GDDR6. Hier reicht es in aktuellen Spielen nur noch für niedrige Grafik-Presets, wenn Sie 60 FPS im Average anstreben. Die UVP der GTX 1650 lag zum Release bei 149 Euro, mehr sollten Sie für ein gebrauchtes Modell nicht ausgeben. Die beiden GPUs sollten sich preislich eher in der Region um 100 Euro bewegen. 

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