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Gebrauchte Grafikkarten: Diese Modelle lohnen sich

01.04.2021 | 16:30 Uhr |

Die Preise für Grafikkarten steigen seit Monaten in astronomische Höhen, vor allem für aktuelle Modelle von AMD und Nvidia. Davon betroffen sind nun auch die gebrauchten Grafikkarten, die teilweise sogar so viel kosten wie beim Marktstart. Welche Modelle sich noch halbwegs lohnen haben wir für Sie recherchiert.

Der Hardware-Markt steht Kopf: Grafikkarten erfahren immense Preissteigerungen, die einen nur den Kopf schütteln lassen. Vor allem aktuelle Grafikkarten der RX-6000-Serie von AMD oder RTX-3000-Reihe von Nvidia befinden sich auf schier uferlosen Preis-Niveaus. Auf Ebay wird im März 2021 eine gebrauchte Radeon RX 6900 XT für um die 1.300 Euro gehandelt (UVP zum Marktstart: 999 Euro), eine Geforce RTX 3090 für über 2.000 Euro (UVP zum Marktstart: 1.499 Euro). Warum das so ist, haben wir in einem separaten Artikel aufgeführt: „6 Gründe: Darum sind Grafikkarten so teuer“

Auch gebrauchte Grafikkarten werden teurer

Kurz die aktuelle Marksituation in Sachen Grafikkarten zusammengefasst: Die Nachfrage ist immens, die Fabriken kommen mit der Produktion nicht hinterher, die Logistik ist teurer geworden, Strafzölle erhöhen die Preise, Scalper kaufen alle Bestände auf und der Krypto-Mining-Hype lebt wieder auf. Idealerweise kaufen Sie sich zum aktuellen Zeitpunkt also einfach keine Grafikkarte und üben sich in Geduld. Doch wer unbedingt eine braucht, weil die alte defekt ist, der muss entweder viel Glück und einen großen Geldbeutel haben.Oder man kauft sich eine gebrauchte Grafikkarte, die gerade noch so viel Leistung bietet, damit sie für eine gewisse Zeit vorhält, bis man sich die Wunsch-GPU zu vernünftigen Preisen zulegen kann. Was vor wenigen Monaten noch kaum ein Problem war, wird nun langsam zu einem. Denn auch für gebrauchte Grafikkarten steigen die Preise langsam an.

Verkäufer von alten Grafikkarten wittern Profit

Die direkten Vorgängergenerationen von Grafikkarten sind normalerweise deutlich günstiger, was logisch sein sollte. Denn die neuen Modelle sind leistungsfähiger und bieten auch oft mehr oder neue Funktionen. Doch im März 2021 sind gebrauchte Grafikkarten der Geforce-RTX-20- und Radeon-RX-5000-Serie unverschämt teuer, teilweise werden über 800 Euro fällig – für Modelle, die schon zum Marktstart und nagelneu unter 500 Euro gekostet haben. Deshalb raten wir aktuell dazu, komplett die Finger von den direkten Vorgänger-Grafikkarten zu lassen, da die Karten teilweise genauso viel kosten wie die Modelle der neuen Generation.

Diese gebrauchten Grafikkarten lohnen sich aktuell

Also gehen wir noch eine Generation zurück, zur GTX-10- und Radeon-RX-500-Serie. Eine GTX 1070 mit 8 GB GDDR5 kostet Sie im März 2021 zwischen 320 und 400 Euro, im Januar 2021 waren es noch zirka 200 bis 250 Euro. Ähnlich teuer kommt Sie mittlerweile auch eine Radeon RX 580 8 GB GDDR5, die auf Ebay für 330 bis über 400 Euro verkauft wird, im Januar 2021 aber schon für unter 200 Euro zu haben war. Das sind zwar auch satte Preissteigerungen, doch das Preis-Niveau ist nicht unbezahlbar hoch.

Eine Geforce GTX 1070 ist auch heutzutage noch zu empfehlen.
Vergrößern Eine Geforce GTX 1070 ist auch heutzutage noch zu empfehlen.
© Nvidia

Außerdem sind die beiden erwähnten Modelle mit jeweils 8 GB Videospeicher ausgestattet, was mittlerweile als absoluter Standard gilt. Auf Raytracing-Effekte, die erst mit der RTX-20-Serie eingeführt wurden, müssen Sie aber verzichten. Dafür geht die GPU aber recht stromsparend ans Werk. Die Radeon RX 580 bietet eine leicht schwächere Leistung als die GTX 1070, benötigt aber etwas mehr Strom.

Grafikkarten-Vergleich 2021: Die besten Gamer-GPUs im Test - mit Rangliste

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Von der Preissteigerung halbwegs verschont: Eine Geforce GTX 1650 Super.
Vergrößern Von der Preissteigerung halbwegs verschont: Eine Geforce GTX 1650 Super.
© MSI

Etwas günstiger, dafür aber auch etwas neuer sind Geforce GTX 1650 Super. Die Karten verfügen zwar nur über 4 GB Grafikspeicher, aber die reichen fürs Zocken aktueller Spiele in Full-HD (1080p) noch aus. Außerdem handelt es sich beim VRAM um den neueren GDDR6-Speicher, der eine ähnliche Leistungsfähigkeit wie die 8 GB der älteren Generationen aufweist. Außerdem ist die GPU recht sparsam. Die Grafikkarte wird aktuell für 200 bis 300 Euro gehandelt, was nicht krass weit weg von den ursprünglichen 170 Euro entfernt ist.

Eine Geforce GTX 1660 Super ist zwar auch teurer geworden, doch es hält sich (noch) im Rahmen.
Vergrößern Eine Geforce GTX 1660 Super ist zwar auch teurer geworden, doch es hält sich (noch) im Rahmen.
© KFA2

Ebenfalls empfehlenswert ist eine Geforce GTX 1660 Super. Hier sind 6 GB GDDR6 verbaut, was sogar füs Zocken in 1440p (2.560 x 1.440 Pixel) bei 60 Bildern pro Sekunde genügt. Die Grafikkarte ist auch flotter als eine GTX 1060, eine Radeon RX 590 sowie RX 580. Auch der Stromverbrauch ist deutlich niedriger. Gebraucht gibt es dieses Modell zurzeit für um die 300 bis 400 Euro, die UVP lag damals bei 245 Euro.

Eine Radeon RX 570 mit 4 GB VRAM klingt zwar schwach, aber sie bietet immer noch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Vergrößern Eine Radeon RX 570 mit 4 GB VRAM klingt zwar schwach, aber sie bietet immer noch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
© Asus

Noch günstiger wird es mit einer Radeon RX 570. Die ist zwar nur mit 4 GB GDDR5 ausgestattet, aber bietet eine ähnliche Leistung wie eine neuere GTX 1650, jedoch zu einem niedrigeren Preis. Die Preisspanne liegt derzeit bei 160 bis knapp 200 Euro. Es gibt auch RX 570 mit 8 GB VRAM, doch dann steigt der Preis auf durchschnittlich über 300 Euro – zu viel, da die Leistung einfach nicht mehr genügt zu diesem Preis.

Grundsätzliche Empfehlungen beim Kauf gebrauchter Grafikkarten

Wir haben auch noch einige grundsätzliche Dinge, die Sie beim Kauf von gebrauchten Grafikkarten beachten sollten. Stellen Sie zunächst sicher, dass das Netzteil Ihres PCs auch genügend Reservern bereithält. Für die meisten Gebraucht-GPUs genügt ein Modell mit 450 bis 600 Watt. Wer also bereits ein Modell mit 600 Watt besitzt, der muss nicht gleich aufrüsten. Wichtig sind auch die PCIe-Stromanschlüsse für die Grafikkarten: Ältere Karten brauchen meist nur einmal 6-Pin, stärkere zweimal 6- oder einmal 8-Pin – unbedingt also vorher prüfen! Außerdem empfehlen wir Ihnen, kein Modell mit unter 4 GB Grafikspeicher zu kaufen, da die Kapazität für aktuelle Spiele oft nicht mehr ausreicht und es dann zu starken Leistungseinbußen kommen kann.

Bei einer neuen Grafikkarte sollten Sie darauf achten, dass das PC-Netzteil genügend Power und Stecker mitbringt.
Vergrößern Bei einer neuen Grafikkarte sollten Sie darauf achten, dass das PC-Netzteil genügend Power und Stecker mitbringt.
© Seasonic

Auch die Größe der Grafikkarte sollten Sie berücksichtigen und den Platz innerhalb Ihres Gehäuses entsprechend ausmessen. Außerdem sollten Sie explizit darauf achten, ob es sich beim Angebot um eine Grafikkarte handelt, die fürs Krypto-Mining genutzt wurde. Wenn der Verkäufer keine Angaben macht, dann fragen Sie ihn direkt. Denn diese Modelle wurden während des Mining-Vorgangs immer komplett ausgelastet, was eigentlich keiner realistischen Nutzung wie in einem Gaming-PC entspricht, und damit verkürzt sich die Lebensdauer drastisch. Ein weiterer Tipp: Ist die Karte bei Ihnen angekommen, dann prüfen Sie sie auf Verfärbungen. Das ist ein gutes, wenn auch nicht 100-prozentiger Hinweis darauf, dass die GPU für Mining eingesetzt wurde.

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