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Gasterweiterungen für virtuelle PCs installieren

11.08.2021 | 14:06 Uhr |

Die Gasterweiterungen komplettieren die Einbindung des virtuellen PCs ins Host-System. Ohne die Extensions für Windows und Linux sind zwar alle Kernfunktionen vorhanden, doch das Zusatzpaket verbessert die Handhabung der virtuellen Maschinen.

Damit ein virtueller PC optimal mit dem Betriebssystem des Host-Rechners zusammenarbeiten kann, bieten die Entwickler von Virtualbox und Vmware Workstation Treiberpakete in Form kostenloser Gasterweiterungen (Guest Addition) an.

Die Gasterweiterungen sind optional und trotzdem nötig

Das Gastpaket mit seinen Treibern ist nicht verpflichtend. Windows XP bis 11 und Linux-Distributionen arbeiten auch ohne Gastweiterungen stabil und zuverlässig. Auf eine Reihe von Annehmlichkeiten müssen Sie ohne die Treiber aber verzichten. So setzt die Skalierung des Gastfensters durch Einstellen einer höheren Bildschirmauflösung und das Vergrößern des Fensters mit der Maus installierte Gasterweiterungen voraus. Auch die gemeinsame Zwischenablage, gemeinsame Ordner, die Zeitsynchronisation und das Kopieren von Dateien mit der Maus zwischen Host und Gast ist an die Installation der Erweiterungen gekoppelt. Daher sollten Sie sie im Anschluss an die Installation des Gastbetriebssystems in der VM einrichten.

Starten Sie Ihre virtuelle Maschine. Wählen Sie aus dem Menü „Geräte“ den Eintrag „Gasterweiterungen einlegen“ Dadurch wird eine ISO-Datei in die VM eingebunden. Bei einem Windows-Gast startet danach die zugehörige Installation. Ist Windows so konfiguriert, dass Sie erst eine Aktion für die Datei auswählen müssen, klicken Sie auf den eingeblendeten Hinweis. Dann gehen Sie auf „VBoxWindowsAdditions.exe ausführen“ und folgen dem Assistenten. Alternativ öffnen Sie mit der Tastenkombination Win-E den Explorer, wechseln zum CD-Laufwerk und doppelklicken dort auf die Datei „VBoxWindowsAdditions.exe“.

Unter Linux hängt das genaue Vorgehen von der jeweiligen Distribution ab. Virtualbox unterstützt offiziell Ubuntu, Suse und Opensuse, Fedora, Redhat Enterprise Linux und Oracle Linux. In einer Linux-Maschine wählen Sie aus dem „Geräte“-Menü den Eintrag „Gasterweiterungen einlegen“.

Virtualbox 6.1: Alle Neuerungen im Überblick

Skalierung des Gastfensters ohne die Gasterweiterungen

Gasterweiterungs-Funktion: Erweiterte Anzeigenmodi und nahtloser Modus.
Vergrößern Gasterweiterungs-Funktion: Erweiterte Anzeigenmodi und nahtloser Modus.

Für weniger verbreitete Betriebssysteme wie React OS und Freedos stehen keine Gasterweiterungen zur Verfügung. Deshalb kann das Desktop-Fenster der virtuellen Maschine recht klein ausfallen. Vor allem bei Verwendung eines hochauflösenden Bildschirms sind der Text und die Icons oft schwer erkennbar.

Sie haben zwei Möglichkeiten, die Darstellung auch ohne Gasterweiterungen zu optimieren: Gehen Sie in die Bildschirmeinstellungen des Gastbetriebssystems und stellen Sie eine höhere Bildschirmauflösung ein – beispielsweise 1600 x 1200 statt der vorgegebenen 800 x 600 Pixel.

Verbessert sich die Darstellung auf diesem Weg nicht, probieren Sie im Virtualbox-Gastfenster unter „Anzeige“ und „Virtueller Monitor 1“ eine andere Skalierung aus, etwa auf 150 Prozent. Das Gastfenster wird dann entsprechend vergrößert. Die Ansicht wirkt dadurch zwar ein Stück weit pixeliger, vor allem kleiner Text ist aber leichter ablesbar. Mehr als 150 Prozent liefern in der Regel keine bessere Anzeige. Mit „Auf 100% skalieren (unskalierte Ausgabe)“ kehren Sie wieder zur Standardansicht des Gastfensters zurück.

Gasterweiterungs-Funktion: Gemeinsame Ordner für den Datenaustausch zwischen Host- und Gast-PC.
Vergrößern Gasterweiterungs-Funktion: Gemeinsame Ordner für den Datenaustausch zwischen Host- und Gast-PC.

Mit dem nahtlosen Modus Gast und Host kombinieren

Mit der Funktion „Anzeige –› Nahtloser Modus“ in Virtualbox integrieren Sie eine VM in das darunterliegende Host-System. Die Virtualisierung der VM erfolgt dadurch nahezu unsichtbar, nur noch das Fenster und die Startleiste sind zu sehen.

Nahtlosen Modus aktivieren: Im Beispiel nutzen wir Windows 10 auf dem Host-PC und die Windows 11 Preview als Gastbetriebssystem im virtuellen PC mit installierten Gasterweiterungen. Starten Sie den virtuellen Rechner per Doppelklick auf seinen Eintrag in der Virtualbox-Konsole. Wichtig: Warten Sie nun, bis der Ladevorgang abgeschlossen ist.

Gasterweiterungs-Funktion: Gemeinsame Zwischenablage und Drag & Drop.
Vergrößern Gasterweiterungs-Funktion: Gemeinsame Zwischenablage und Drag & Drop.

Wechseln Sie in den nahtlosen Modus, indem Sie die Maus über das Fenster des virtuellen PCs bewegen und die rechte Strg-Taste als voreingestellte Host-Taste gleichzeitig mit der Taste L drücken. Alternativ klicken Sie in der Menüleiste des Virtualbox-Fensters auf „Anzeige” und wählen im Menü den Eintrag „Nahtloser Modus”. Bestätigen Sie das Infofenster mit einem Klick auf die Schaltfläche „Einschalten“. Am unteren Bildschirmrand sehen Sie nun die Startleiste der VM oberhalb der vom Host- PC. Über diese Leiste lassen sich neue Programme im Gast-PC starten sowie geöffnete Fenster verschieben und schließen.

Der nahtlose Modus funktioniert übrigens auch mit Linux als Gast-System. Das Einschalten und die Steuerung laufen nach dem gleichen Muster wie bei Windows ab. So können Sie Linux-Programme auf dem Windows-Desktop ausführen.

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