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Diese Produkte wurden völlig überschätzt: Galerie der Versager

12.03.2017 | 14:05 Uhr |

Der Hype um iPhone und Android ist ungebrochen. Auch Arduino und Raspberry Pi boomen. Doch nicht immer wurden spektakulär angekündigte Produkte ein Erfolg. Wir stellen einige Produkte vor, die anfangs einen Riesen-Hype entfachten und doch grandios scheiterten.

Windows Phone alias Lumia-Smartphones

Microsoft hatte im April 2014 für 5,4 Milliarden Euro die Smartphone-Sparte von Nokia übernommen (Nokia Devices and Services NDS Business). Und wollte danach mit Lumia-Smartphones mit Windows Phone als Betriebssystem auf dem bis dato von iOS und Android dominierten Smartphone-Markt durchstarten. Heute im März 2017 laufen aber nach wie vor fast alle Smartphones mit iOS  und dem noch weiter verbreiteten Android. Windows Phone liegt dagegen je nach Marktforscher weit unter 3 Prozent Marktanteil. Einige US-Medien halten Windows für Smartphones bereits für tot.

Das hat für Microsoft erhebliche wirtschaftliche Folgen. Die Redmonder müssen nicht nur immer wieder Arbeitsplätze abbauen – nach 18.000 Menschen im Jahr 2014 feuerte Microsoft noch einmal 7800 Mitarbeiter im Juli 2015 und weitere 4700 in den Jahren 2016 und 2017 - sondern auch noch erhebliche Summen abschreiben: 7,6 Milliarden US-Dollar. Dazu kommen noch interne Umstrukturierungskosten in Höhe von 750 bis 850 Millionen Dollar. Und das alles für Smartphones, die – flapsig formuliert – niemand benutzt. Damit kann man Lumia und Windows Phone völlig zu Recht in die Galerie der Versager aufnehmen. Die Marke Nokia nimmt derweil im Jahr 2017 einen neuen Anlauf. Unter anderem mit einer Neuauflage des Klassikers 3310, das wir bereits getestet haben.

Lange Zeit mühte sich Microsoft offiziell zwar noch damit ab, den treuen und zufriedenen Windows-XP- und Windows-7-Fans den Umstieg auf Windows 8.1 schmackhaft zu machen. Denn Windows XP hat seinen Stammplatz in der Galerie der Siegertypen längst sicher. Doch Windows 8.1 gehört in der langen Geschichte von Windows zu den Verlierern. Microsoft setzte bald alle Hoffnungen auf Windows 10. Windows 8.1. ist längst abgehakt und Windows 10 der offensichtlich erfolgreiche Nachfolger.

Keine neuen Windows-RT-Geräte mehr

Microsoft teilte vor einiger Zeit mit, dass das Surface 2 nicht mehr hergestellt wird. Damit trug Microsoft auch Windows RT zu Grabe. Es werden also keine weiteren Windows-RT-Tablets mehr produziert. Microsoft will allerdings durchaus Updates für Windows RT-Geräte bereitstellen, damit diese einen Teil der Windows-10-Funktionen erhalten.

Das Windows-RT-Tablet ist einer von mehreren Microsoft-Flops in dieser Galerie.
Vergrößern Das Windows-RT-Tablet ist einer von mehreren Microsoft-Flops in dieser Galerie.
© Microsoft

Seit dem Erscheinen der ersten Surface-Generation fragen sich viele Marktbeobachter, ob das Microsoft Surface den Durchbruch endlich schaffen oder ebenfalls scheitern wird. Für das Surface 3 Pro hat Microsoft aber anscheinend durchaus Käufer finden können. Im ersten Geschäftsjahr 2015 sollen alle Surface-Modelle zusammen mehr als eine Milliarde US-Dollar erwirtschaftet haben. Analysten gehen davon aus, dass die Gewinnmarge der hochpreisigen Surface-3-Geräte hoch sein dürfte. Aktuell verkauft Microsoft das Surface Pro 4 mit anscheinend ebenfalls ausreichendem Erfolg.

Doch auch das erfolgsverwöhnte Apple muss hin und wieder Kritik einstecken. Als Apple im Juni 2013 sein neues iOS7 vorgestellt hat, reagierten viele treue Apple-Fans verhalten. Trotz der vielen neuen Funktionen, aber eben wegen der völlig neuen Oberfläche. Apples neueste iOS-Version wurde aber schließlich doch kein Fehlschlag und wurde akzeptiert. Das iPhone 5C bot ebenfalls lange Zeit viel Spielraum für Diskussionen darüber, ob es ein Erfolg oder ein Misserfolg ist.

Doch beides ist bereits Geschichte, die im Herbst 2014 erschienenen iPhone 6/6 Plus und iOS 8 haben längst bewiesen, was Apple drauf habt. Denn die Verkaufszahlen des iPhone 6 sind für Apple mehr als nur erfreulich - daran änderten weder das #Bendgate noch der Ärger um die neue iOS-Version etwas. Denn vor allem dank des iPhone 6 konnte Apple im ersten Quartal 2015 den größten Gewinn eines Unternehmens überhaupt erwirtschaften. Ebenso wurde das iPhone SE ein Erfolg . Das iPhone 7 dagegen konnte vom Galaxy-Note-7-Desaster nicht so stark wie erwartet profitieren.

Diese iPad-Vorläufer floppten völlig

Derzeit noch völlig offen ist, ob Linux in München (LiMux) ein Flop werden wird. Jüngste Äußerungen der Münchner Oberbürgermeister nähren jedenfalls die Spekulationen um die Zukunft von LiMux - wohin also steuert Linux in München? Und kann Microsoft, das bald seine Gewerbesteuer an die Stadt München zahlen wird, Linux von den Arbeitsplatzrechnern der Stadt München durch Windows verdrängen?

Mpass: Bezahldienst, mit dem niemand bezahlen wollte

Viele andere Neuvorstellungen der letzten Jahrzehnte kollabierten dagegen geradezu spektakulär. Denn schon oft kündigten Unternehmen neue Produkte mit sagenhaften Vorschusslorbeeren an. Doch der so geschürte Hype überlebte oft nicht den Verkaufsstart, die Wunderkinder floppten dann gnadenlos (im Unterschied zu Apple iPhone und iPad). Mpass, den bargeldlosen Bezahldienst von O2, haben wir übrigens nicht in unsere Galerie aufgenommen. Weil dieser Dienst ohnehin von niemanden gehypt wurde – ausgenommen von O2 selbst. Zum ersten Oktober 2016 stellte O2 still und leise Mpass ein. Die Nutzer konnten ab diesem Termin keine Zahlungen über Mpass mehr vornehmen und mussten sich ihre Guthaben zurückerstatten lassen.

Vodafone und O2: Zwei heiße Anwärter für unsere Flop-Garantie

Und dann gibt es noch Drivexone von Vodafone und Car Connection von O2. Beide Lösungen sollen dem Autofahrer mehr Wissen über sein Fahrzeug liefern. Doch vor allem kosten sowohl Drivexone als auch Car Connection vor allem viel Geld und streuen viele Motor- und Bewegungsdaten auf fremde Cloud-Server. Das ist völlig unnötig, weil es doch preiswerte Alternativen für Auto-Begeisterte gibt, die den Datenschutz besser oder sogar völlig garantieren: Torque Pro und Scangauge.

Unsere Galerie oben stellt Ihnen einiger solcher Möchtegern-Hype-Verursacher vor, die entweder kläglich scheiterten oder doch zumindest nicht die hoch gesteckten Erwartungen erfüllten. Außerdem haben wir noch einen Tablet-PC hinzugefügt, der als vermeintlicher iPad-Killer angekündigt wurde, dessen Launch sich jedoch von Pleite zu Pleite hinzog.

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