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GPS-Signal-Blockierung – Gefahr oder Panikmache?

22.06.2011 | 12:15 Uhr |

Eine weitere neue Angriffstechnik ist die Störung von GPS-Signalen. Sicherheitsexperten sind sich noch nicht einig, wie groß die Gefahr tatsächlich ist.

Das GPS-Signal global zu blockieren ist nahezu unmöglich, sagt Phil Lieberman, der Gründer des Sicherheitsunternehmens Lieberman Software . Um die Radiosignale, die von den GPS-Satelliten im Weltall ausgesandt werden zu blockieren, müsste man eine riesige Menge von Gegen- und Störsignalen senden. Und weil die Satelliten vom U.S Militär unterhalten werden, würde die Blockierung der ausgesandten Signale als Kriegshandlung und Gesetzeswidrigkeit eingestuft werden, sagt Lieberman.

Nichtsdestotrotz ist es relativ einfach den Empfang von GPS-Signalen lokal zu blockieren. Es gibt beispielsweise von Brando kostengünstige Geräte, die das ermöglichen. Solche Störgeräte für GPS nennt man GPS-Jammer. Das Gerät blockiert den GPS-Empfang, indem es das Signal mit einem ähnlichen Signal überlagert. Der Empfänger wird verwirrt, weil er kein stabiles Signal vom Satelliten bekommt.

Lieberman sagt, dass diese Art der Blockierung in der Regel eher ein Ärgernis als eine ernsthafte Sicherheitsbedrohung ist. Ein Hacker könnte beispielsweise ein solches Blockierungsgerät an einer Kreuzung installieren und dort den GPS-Empfang der vorbeifahrenden Autos kurzzeitig deaktivieren. Diese Angriffe sind relativ selten, sagt Lieberman: „Normalerweise machen dies nur Leute mit einer antisozialen Persönlichkeitsstörung." Allerdings benutzen auch Auto-Diebe Jammer für ihre ganz konkreten Zwecke .

Lieberman schenkt den Befürchtungen, dass GPS-Signalblockierungen Flugzeuge oder Flugzeugsteuerungssysteme beeinträchtigen könnten keine große Beachtung, weil diese Netzwerke ein ganz anderes GPS-Signal verwenden, als sie in Autos und Smartphones genutzt werden. Die Blockierung stellt jedoch bei Finanzaufzeichnungen eine Gefahr dar, sagt er. Denn in der Bankenbranche werden bei Finanztransaktionen GPS-Geräte verwendet, um einen Zeitstempel zur Transaktion hinzuzufügen. Obwohl es schwierig wäre alle Transaktionen zu blockieren, meint Lieberman, könne ein fleißiger Hacker theoretisch gesehen die Transaktionen zum Erliegen bringen und den Banken somit Kopfschmerzen bereiten.

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