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G2 Esports: Die Könige von League of Legends im Portrait

17.12.2019 | 08:01 Uhr |

G2 Esports – 2014 gegründet, heute das beste Team Europas in League of Legends. Sogar Faker und SK Telecom T1 konnte man schlagen. G2 Esports im Team-Portrait.

"Champions können fallen, Götter können bluten. Wo wart Ihr, als der Westen sich erhob und G2 Esports eine neue Ära einläutete“

So sagten es die Hosts nach einem der emotionalsten, härtesten und besten Semi-Finals, die wir dieses Jahr in League of Legends genießen durften. G2 Esports gewann nicht nur gegen SK Telecom T1 – sie zerstörten sie. Die Götter von League of Legends rund um Faker, den die meisten wohl als größten LoL-Star aller Zeiten bezeichnen würden.

Hier auf PC Welt haben wir gerade erst unsere Liebe für Gaming und eSports wiederentdeckt und wollen Ihnen die großen Momente, Turniere, Stimmen und Teams vorstellen, die diesen Sport so besonders machen. Heute im Fokus: G2 Esports. Ein Squad, welches besonderer kaum sein könnte. Mit echten Charakteren wie Jankos, Caps, Perkz, Mikyx, Wunder und ihrem Star-CEO Carlos “Ocelote“ Rodríguez - vor sechs Jahren zählte er selbst zur Weltelite in League of Legends.

Gerade erst haben wir ihn getroffen und ihm ein erstes Portrait gewidmet . Carlos ist einer, der immer die schönsten Metaphern für sein Team findet:

Ich sehe G2 als modernen Samurai. Als eine wilde Mischung aus Deadpool und Tony Stark alias Iron Man: Witzig, selbstironisch, beständig. Immer am Scherzen und „they-don’t-give-a-fuck“-Attitude.“
- Carlos “Ocelote“ Rodríguez, CEO G2 Esports

Großspurige Worten, denen große Taten folgten: Die LEC Spring Playoffs – easy durchgerockt. Das 2019 Mid-Seasonal Invitational – gewonnen. SK Telecom im Semi- Final geschlagen, knapp zweiter im größten und härtesten eSports-Turnier des Jahres – den Worlds 2019 in Paris. G2 ist ein besonderes Team, weil sie nicht nur Athleten sind, sondern Entertainer. Es ist beeindruckend, wie die Jungs den enormen Druck, der auf ihren Schultern lastet, einfach so abstreifen können. Wer einen Jankos trifft, der hat nicht das Gefühl, dass der junge Pole, der eigentlich Marcin Jankowski heißt, gerade um Millionen spielt. 

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G2 ist nicht nur ein Team, sie sind eine Entertainment-Marke

Empfehlung: G2s Youtube-Kanal liefert exzellenten eSports-Content, der auch zum Schmunzeln einlädt. „Jo, habe gerade Faker gekillt“: 

Und das ist etwas, was sie stark abhebt von vielen eSports-Teams: Sie reißen Jokes vor laufender Kamera, sagen in Interviews „Also eigentlich bin ich nur angereist, um denen den Hintern aufzureißen“ oder machen auch einfach mal klar: „Na ja, wir sind halt besser als die.“ Das ist eine DNA, die ihr CEO Carlos “Ocelote“ Rodríguez stark geformt hat. Er selbst sagt: „Wie langweilig sind heute bitte Fußballer-Interviews geworden. Dieses gleichförmige, immer gleiche Gebrabbel, wo man möglichst um den heißen Brei herumredet. Das möchte ich nicht, und ich glaube, der eSports-Fan da draußen will das auch nicht. Wir sind alle Gamer, wir sind hier weil wir League of Legends lieben – das vereint uns.“ 

Die Bad-Boy-Superstars des eSports 

eSport ist heute großes Business und mitunter etwas zu seriös. Da tut es gut, wenn ein Team wie G2 auch gerne mal auf süffisante Art eine Koop wie die mit Louis Vuitton ankündigt.
Vergrößern eSport ist heute großes Business und mitunter etwas zu seriös. Da tut es gut, wenn ein Team wie G2 auch gerne mal auf süffisante Art eine Koop wie die mit Louis Vuitton ankündigt.
© G2 esports

G2 hat in der Szene aber auch ein Bad-Boy-Image, was sie gerne pflegen: Mit Goldkettchen behangen, inszeniert wie Superstars.

Sie sind anders, und das macht Spaß, erzählt uns die First Lady von League of Legends, EU LCS-Host und Star-Moderatorin Eefje “Sjokz“ Depoortere. „Sie hauen on-stage immer wieder einfach so einen raus: Perkz meinte zu mir nach dem Viertelfinale: Faker sollte Angst haben, denn Perkz kommt. Er sagt das natürlich mit einem dicken Grinsen, aber trotzdem – die Jungs haben Eier.“

Das ist besonders deshalb spannend, weil die asiatischen Spieler schon ob ihrer Kultur sehr zurückhaltend sind – ein Faker ist regelrecht schüchtern in Interviews, Kampfansagen von den Großen aus Südkorea sind sehr, sehr selten, weshalb solche markigen Sprüche von G2-Athleten natürlich auch in den asiatischen Medien wiederhallen. G2 hat generell eine der besten Social-Media-Abteilungen der Branche und ihre Youtube-Clips sind regelrechte Kunstwerke. Der Umgang mit den Fans ist nicht immer einfach, gerade weil die Popularität des Teams explosiv gewachsen ist. Man merkt, dass sie ihnen gerne näher werden und gerade CEO Carlos trifft sich oft mit Anhängern, aber wenn nach einem Finale wie gegen SKT geschätzt 1000 Fans auf ihre Idole warten, geht das nicht mehr ohne Security. „Ich liebe es, mit Fans abzuhängen, Selfies zu machen, über Turniere zu philosophieren, einfach zu quatschen, erzählt Jankos. 

Coole Bad Boys: Die oft sarkastischen Interviews von G2-Athleten machen Star-Moderatorin Eefje “Sjokz“ Depoortere am meisten Spaß.
Vergrößern Coole Bad Boys: Die oft sarkastischen Interviews von G2-Athleten machen Star-Moderatorin Eefje “Sjokz“ Depoortere am meisten Spaß.
© Benjamin Kratsch

„Aber das ist mittlerweile schon mitunter eine schwierige Balance – wir nehmen uns so viel Zeit, wie es irgendwie geht, aber wenn wir zum Flughafen müssen oder am nächsten Tag ein extrem wichtiges Spiel ansteht, dann kann man manchmal nicht alle gleichermaßen glücklich machen. Unsere #G2Army sind aber die Besten und zeigen dafür in der Regel viel Verständnis. Außerdem haben wir jetzt einen eigenen Event-Space in Berlin, wo wir jetzt regelmäßig um die 300 Fans willkommen heißen wollen, um mit ihnen zu feiern.“ 

G2Army heißt die Fanbase von G2 Esports und natürlich hat man auch dafür einen witzigen Youtube-Clip kreiert, der erzählt, wie CEO Carlos eigentlich auf den Samurai im Logo gekommen ist und den Hashtag #G2Army.

Eine lange Reise zu den Worlds – der LoL-Weltmeisterschaft von Riot Games 

In nur einem Jahr reifte er bei G2 zum Star-Spieler und Ton-Angeber: Jankos.
Vergrößern In nur einem Jahr reifte er bei G2 zum Star-Spieler und Ton-Angeber: Jankos.
© Benjamin Kratsch

Es war ein unfassbarer Ritt, der aber auch gut Kraft gekostet hat“, erzählt Jankos. „Aber die Reise begann nicht mit den Worlds, wir hatten den Spring Split, MSI, Summer Split und erst dann starteten die Worlds – seit Januar sind wir quasi permanent in der Welt unterwegs und geben 24/7 Gas, es gibt also recht wenig Zeit für Pausen.“
- Marcin “Jankos“ Jankowski, Jungler G2 Esports

In Paris platzte dann der Traum – man ging als großer Favorit in die Grand Finals in der Pariser AccorsHotel Arena, doch FPX war letztlich eine gute Nuance besser, spielte konzentrierter und es gelang dem chinesischen Kontrahenten letztlich, die Trophäe an sich zu reißen. Die Trauer war natürlich groß, Tränen bei allen Athleten flossen, vorzuwerfen hat man sich aber nichts – „wir haben zwölf Stunden pro Tag trainiert, uns bestens vorbereitet, den Gegner genau studiert – mehr hätten wir im Vorfeld nicht leisten können“, meint Perkz. Auch das macht G2 Esports besonders – das sie Journalisten und Fans letztlich auf Youtube teilhaben lassen, an diesem schmerzlichen Moment. Denn eSports besteht nicht nur aus strahlenden Siegern, sondern immer auch Verlierern und in Paris flossen einige Tränen.

Heute Nacht werde ich in meinen Bett weinen wie ein Kind“, sagte Carlos nach dem Match aller Matches. „Morgen früh stehe ich um 6 Uhr auf und werde so hart arbeiten, dass wir nächstes Jahr die Trophäe in die Luft reißen und bis sechs Uhr morgens feiern.“

Im Hintergrund spielt „Legends Never Die“...

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