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Für Profis: Erste Schritte mit Vmware Workstation

02.08.2019 | 10:02 Uhr |

Vmware Workstation Pro zielt auf versierte Anwender und Profis, die umfangreiche Virtualisierungsfunktionen auf ihrem Desktop-PC und Notebook benötigen.

Schritt 1: Vmware Workstation Pro installieren

Die Installation der 30-Tage-Testversion von Vmware Workstation Pro 15 ist rasch durchgeführt. Sie starten das Installationsprogramm im Bedienmenü der DVD. Im englischsprachigen Begrüßungsfenster klicken Sie auf „Next“. Bestätigen Sie den Lizenzvertrag mit einem Häkchen vor „I accept the terms in the License Agreement“ und klicken auf „Next“. Prüfen Sie den im nächsten Fenster vorgeschlagenen Zielordner auf Ihrem PC und passen Sie ihn bei Bedarf über „Change“ an. Den darunter angebotenen Tastaturtreiber benötigen Sie nicht – lassen Sie das Kästen daher leer und gehen Sie auf „Next“. Nun kommen Sie zum Dialog „User Experience Settings“. Entfernen Sie die beiden Häkchen vor den angezeigten Optionen, wenn Sie keine Nutzungsdaten an den Hersteller übermitteln möchten. Fahren Sie mit „Next“ fort. Bestätigen Sie im weiteren Verlauf das vom Setup-Assistenten vorgeschlagene Anlegen der Verknüpfungen auf dem Desktop und im Startmenü mit „Next“. Den Kopiervorgang starten Sie mit „Install“.

Beim ersten Programmstart wählen Sie „I want to try VMware Workstation 15 for 30 days“, um den Testzeitraum von 30 Tagen freizuschalten. Nach Ablauf der Frist werden Sie zum Kauf aufgefordert – oder Sie deinstallieren die Software einfach wieder.

Alternativ: Vmware Player - Der kostenlose kleine Bruder der Vmware Workstation

VM im Uefi-Modus nutzen

Neuere PCs verwenden eine Uefi-Firmware anstelle eines klassischen PC-Bios. Vmware Workstation Pro kann moderne Betriebssysteme wie Windows 10 oder Ubuntu ab Version 17 im Uefi-Modus installieren – allerdings nur deren 64-Bit-Versionen.

Mit Uefi lässt sich auch von Festplatten mit mehr als zwei TB Größe booten. Außerdem kann die Firmware Updates direkt aus dem Internet laden, obwohl diese Funktion kaum ein Hersteller nutzt. Zudem lässt sich über Secure Boot die Bootumgebung vor Schadsoftware schützen. In einer virtuellen Maschine bietet Uefi allerdings kaum Vorteile. Trotzdem unterstützt Vmware die Technik, damit Sie beispielsweise zu Testzwecken ein Betriebssystem auch im Uefi-Modus installieren können.

In Vmware Workstation lässt sich Uefi im Assistenten zum Anlegen einer neuen virtuellen Maschine einstellen. Gehen Sie dazu auf „I will install the operating system later“. Im Dialogfenster „Firmware Type“ entscheiden Sie sich für die Option „UEFI“.

Bei einer bereits eingerichteten VM gehen Sie auf „Edit virtual machine settings“. Wechseln Sie ins Register „Options“ und dann zu „Advanced“. Wählen Sie die Option „UEFI“ und setzen Sie bei Bedarf ein Häkchen vor „Enable secure boot“. Speichern Sie die Einstellungen per Klick auf „Save“.

Schritt 2: Virtuellen PC einrichten

Schritt 2
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Vmware Workstation Pro begrüßt Sie nach dem Start im Hauptmenü, das als Steuerzentrale für virtuelle Maschinen dient. Klicken Sie in der Fenstermitte auf „Create a New Virtual Machine“. Es erscheint ein Assistent, in dem Sie auf „Typical“ und „Next“ gehen. Im nächsten Fenster wählen Sie bei „Installer disc image file (iso)“ die ISO-Datei des Betriebssystems aus, das Sie installieren möchten, etwa von Windows 10. Fahren Sie mit „Next” fort.

Passen Sie bei Bedarf den für die virtuelle Maschine vorgeschlagenen Namen und den Zielordner an. Klicken Sie auf „Next“, und übernehmen Sie die Vorgaben für die virtuelle Festplatte. Der Assistent schlägt eine Größe von 60 GB vor. Erhöhen Sie diesen Wert, wenn Sie mehr Speicherplatz für die Installation umfangreicher Anwendungsprogramme im virtuellen PC wünschen. Die übrigen Optionen belassen Sie am besten auf den Vorgaben.

Nach Klicks auf „Next“ und „Finish” richtet Vmware Workstation Pro die virtuelle Maschine ein und bootet den PC. Installieren Sie nun wie gewohnt das gewünschte Betriebssystem. Passen Sie anschließend die Betriebssystemeinstellungen an. Zum Abschluss fahren Sie das Betriebssystem in der virtuellen Maschine herunter. Der neue PC erscheint im Vmware-Fenster links unter „My Computer“. Rechts werden Details zur VM angezeigt. Sie starten das Gastsystem mit einem Klick auf das grüne Play-Symbol.

Schritt 3: Snapshots sichern

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Ein Pluspunkt von Vmware Workstation Pro gegenüber Virtualbox ist die umfangreiche Snapshot-Funktion. Damit sichern Sie den aktuellen Zustand einer virtuellen Maschine, sodass Sie jederzeit zu diesem zurückkehren können. Beliebig viele, auch untereinander verschachtelte Snapshots sind möglich.

Wählen Sie „VM –› Snapshot –› Take Snapshot“. Vergeben Sie einen Namen für den Schnappschuss und geben Sie eine Beschreibung ein. Für automatische Zwischensicherungen einer Maschine öffnen Sie mit Strg-M den Snapshot Manager. Schalten Sie die Option „AutoProtect“ ein. Dazu setzen Sie im nachfolgend angezeigten Fenster ein Häkchen vor „Enable AutoProtect“ und stellen das gewünschte Sicherungsintervall ein.

Vmware: Profi-Tricks für Player und Workstation

Schritt 4: Virtuelle PCs duplizieren

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Die Klon-Funktion in Vmware Workstation Pro unterstützt Sie beim Duplizieren und Sichern von virtuellen Maschinen. Beim Klonen legen Sie eine 1:1-Kopie eines virtuellen PCs mit allen zugehörigen Komponenten an, die für den Betrieb der betreffenden Maschine benötigt werden. Klicken Sie mit der rechten Maustaste im Vmware-Hauptfenster auf den ausgeschalteten virtuellen Rechner, den Sie vervielfältigen möchten. Rufen Sie im Kontextmenü den Eintrag „Manage“ und „Clone“ auf. Es öffnet sich ein Assistent, in dem Sie zunächst angeben, ob der aktuelle Stand oder ein vorhandener Schnappschuss als Ausgangsbasis des Klonvorgangs dienen soll. Wählen Sie dann als Klon-Typ „Create a full clone“ aus. Ein verlinkter Klon („Create a linked clone“) spart Speicherplatz, ist jedoch nur in Verbindung mit der zugrunde liegenden virtuellen Maschine zu gebrauchen. Verlinkte Klons sind zum Beispiel zum Einrichten unterschiedlich konfigurierter Test-PCs geeignet, nicht aber als vollständige Sicherungskopie. Geben Sie noch einen Namen für die Kopie ein oder übernehmen Sie den Vorschlag des Programms. Unter „Location“ legen Sie fest, in welchem Ordner die vervielfältigte Maschine gespeichert wird. Ein Klick auf „Fertig stellen“ startet den Vorgang, der abhängig von der Größe des virtuellen PCs einige Zeit dauern kann.

Schritt 5: Virtuelle RAM-Größe anpassen

Schritt 5
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Möchten Sie auf Ihrem PC mehrere virtuelle Maschinen gleichzeitig verwenden, können Sie Vmware Workstation vorgeben,   wie viel des echten Arbeitsspeichers das Programm insgesamt belegen darf. Mit dieser Einstellung verhindern Sie, dass die einzelnen virtuellen PCs so viel RAM beanspruchen, dass Ihr Rechner in die Knie geht. Stattdessen sorgt Vmware für eine gleichmäßige Speichernutzung bis zum vorgegebenen Limit. Überschreitet der Speicherbedarf der Gastsysteme den Grenzwert, werden Teile der virtuellen Maschinen auf die Festplatte ausgelagert. Die Speicherbegrenzung aktivieren Sie in den Einstellungen unter „Edit –› Preferences –› Memory“. Sie sehen einen Schieber, mit dem Sie die maximal zulässige Gesamtspeichermenge für Vmware Workstation Pro festlegen. Darunter befinden sich drei Optionsfelder, die das Auslagern von Speicher auf die Festplatte regeln. „Allow some virtual machine memory to be swapped“ ist ein guter Kompromiss, der weder den Host noch die Gäste stark verlangsamt.

Schritt 6: Zum Unity-Desktopmodus wechseln

Schritt 6
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In der Unity-Ansicht führt Vmware Workstation Pro eine virtuelle Maschine so auf dem Host-PC aus, dass der Eindruck entsteht, die betreffende Anwendung würde ohne Virtualisierungsunterbau laufen. Gedacht ist Unity vor allem für Programme, die für das jeweilige Hauptbetriebssystem nicht verfügbar sind, beispielsweise Photoshop für Linux. Durch die Darstellung ohne die ansonsten obligatorischen Vmware-Fenster fügt sich die Software weitgehend nahtlos in das Hauptbetriebssystem ein.

Damit sich die Unity-Darstellung für eine Maschine aktivieren lässt, müssen die Vmware-Gasterweiterungen im jeweiligen System installiert sein. Dann wechseln Sie über das Menü „View“ und „Unity“ in den Unity-Modus. Mit einem Rechtsklick auf eine Maschine und Klicks auf „Settings –› Options –› Unity“ können Sie Unity-Fenster durch eine wählbare Farbumrandung auf dem Monitor hervorheben und dadurch die Unterscheidung von herkömmlichen Programmfenstern auf dem Desktop des Host-PCs vereinfachen.

Schritt 7: Virtuelle PCs schützen

Schritt 7
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Unter „Access Control“ bündelt Vmware Workstation Pro eine Reihe von Sicherheitseinstellungen für Gastsysteme. Damit lassen sich virtuelle Maschinen gegen unbefugte Zugriffe schützen. Gehen Sie nach einem Rechtsklick auf ein virtuelles System zu „Settings –› Options –› Access Control“.

Ganz oben haben Sie die Möglichkeit, die virtuelle Festplatte durch Verschlüsseln zu schützen. Damit wird der Inhalt der VDMK-Datei mit einem wählbaren Passwort chiffriert. Auch Änderungen an der Konfiguration des Gastsystems können Sie verhindern, indem Sie ein Häkchen vor „Enable restrictions“ setzen und dafür ein eigenes Kennwort festlegen. Der Benutzer muss das Passwort später eingeben, sobald er die Einstellungen der virtuellen Maschine ändern möchte. Sogar einen Diebstahlschutz gibt es: Entfernen Sie das Häkchen vor „Allow USB devices to be connected to this virtual machine“, akzeptiert die virtuelle Maschine keine USB-Geräte. Damit verhindern Sie das Kopieren von Daten aus dem virtuellen PC heraus auf USB-Sticks oder USB-Festplatten.

Tipp: Geniale Zusatz-Tools für virtuelle PCs in Windows

Schritt 8: Netzwerkzugriff optimieren

Schritt 8
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Zur Feinabstimmung der Netzwerkeinstellungen enthält Vmware Workstation Pro einen Netzwerk-Editor. Nach Klicks auf „Edit“ und „Virtual Network Editor“ können Sie zusätzliche Netzwerkadapter für eine virtuelle Maschine einrichten, die Netzwerkmodi anpassen, IP-Beschränkungen festlegen und den in Vmware Workstation Pro enthaltenen DHCP-Server aktivieren.

Schritt 9: Virtuelle Maschine abfotografieren

Schritt 9
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Bildschirmfotos eines Gastsystems sind hilfreich, um Systemzustände in virtuellen Maschinen festzuhalten oder Fehlermeldungen zu dokumentieren. Um den Bildschirm einer gestarteten virtuellen Maschine als Bild im PNG-Format (Portable Network Graphics) festzuhalten, wählen Sie „VM –› Capture Screen“. Vmware Workstation Pro sichert das Bild automatisch auf Ihrem Desktop.

Schritt 10: Laufwerke verknüpfen

Schritt 10
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Für den Datenaustausch zwischen dem Host-PC und virtuellen Maschinen beherrscht Vmware neben gemeinsamen Ordnern und dem einfachen Hin-und Herschieben von Dateien mit der Maus auch das Mappen virtueller Festplatten. Diese werden dabei ins Dateisystem Ihres Hauptrechners eingebunden, ohne dass eine virtuelle Maschine laufen muss. Gehen Sie im Hauptfenster von Vmware auf „File“, weiter zu „Map Virtual Disks“ und klicken auf „Map“. Wählen Sie mit „Browse“ die Containerdatei der virtuellen Festplatte aus, die Sie öffnen möchten.

Setzen Sie ein Häkchen vor „Open file in read-only mode (recommended)“, wenn der Zugriff nur lesend erfolgen soll, um versehentliche Änderungen zu vermeiden. Klicks auf „OK“ und „Close“ machen das neue Laufwerk im Explorer des Host-PCs sichtbar.

Virtuelle Festplatte vergrößern

Wird der Speicherplatz in einer virtuellen Maschine knapp, vergrößern Sie die virtuelle Festplatte mit wenigen Klicks.

In Vmware Workstation Pro lassen sich einmal eingerichtete virtuelle Festplatten nachträglich vergrößern. Schalten Sie den PC, der die virtuelle Platte verwendet, zunächst aus. Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die virtuelle Maschine und auf „Settings“. Markieren Sie in der linken Spalte den Festplatteneintrag und klicken Sie rechts unter „Disk utilities“ auf die Schaltfläche „Expand“. Es öffnet sich ein weiteres Fenster, in das Sie die neue Größe der Festplatte eintragen und mit „Expand“ bestätigen. Nun haben Sie die Platte vergrößert, die Partition in der virtuellen Maschine aber noch nicht angepasst. Ist als Gastsystem Windows ab Vista installiert, lässt sich dort nach einem Start der virtuellen Maschine die Datenträgerverwaltung mit diskmgmt.msc im Ausführen-Dialog aufrufen und danach die Partition auf das neue Platzangebot ausdehnen. Bei anderen Betriebssystemen verwenden Sie ein Gratis-Tool wie Minitool Partition Wizard Free , um die Partitionsgröße auf die neue Gesamtgröße zu erweitern.

Die Themen in Tech-up Weekly #160:

► Gaming-Studie: PC nur noch auf Platz 3 in Deutschland: www.pcwelt.de/news/Gaming-Studie-PC-nur-noch-auf-Platz-3-in-Deutschland-10629793.html

► Faceapp: Macher reagieren auf Datenschutz-Bedenken: www.pcwelt.de/news/Faceapp-Macher-reagieren-auf-Datenschutz-Bedenken-10631280.html

► Hacker entwickeln gefährliche Android-App: www.pcwelt.de/news/Hacker-entwickeln-Android-App-die-Menschen-toeten-kann-10630982.html

Quick-News:

► Uplay+: Ubisoft-Spieleflat startet mit 108 Spielen: www.pcwelt.de/news/Uplay-Ubisoft-Spieleflat-startet-mit-108-Spielen-10630556.html

► DAZN kauft Bundesliga-Rechte von Eurosport: www.pcwelt.de/news/DAZN-kauft-Bundesliga-Rechte-von-Eurosport-10631516.html

► 1,5 Millionen Facebook-Nutzer wollen Area 51 stürmen: www.pcwelt.de/news/1-5-Millionen-Facebook-Nutzer-wollen-Area-51-stuermen-10631268.html

► iTAN-Verfahren wird Mitte September eingestellt: www.pcwelt.de/news/iTAN-Verfahren-wird-Mitte-September-eingestellt-10630013.html

► Nintendo: Neues Switch-Modell mit größerem Akku: www.pcwelt.de/news/Nintendo-Neues-Switch-Modell-mit-groesserem-Akku-10631241.html

► Urteil: Telekom muss "StreamOn"-Angebot ändern: www.pcwelt.de/news/Urteil-Telekom-muss-StreamOn-Angebot-stoppen-10629014.html

Fail der Woche:

► E-Scooter-Vergehen sollen härter bestraft werden: www.pcwelt.de/news/E-Scooter-Vergehen-sollen-haerter-bestraft-werden-10630580.html

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