2447314

Fritz-OS 7.12: Alles neu für Ihre Fritzbox

12.08.2019 | 15:09 Uhr |

Das große Fritz-OS-Update 7.12 soll für schnelles Mesh-WLAN und störungsfreie Internetverbindungen sorgen. Viele neue Funktionen fallen aber nicht sofort ins Auge: Wir sagen, wo Sie die entscheidenden Neuerungen finden und wie Sie sie optimal einsetzen.

AVM macht’s wie Microsoft: In regelmäßigen Abständen bringen die Berliner umfangreiche Updates für Fritz-OS heraus. Die aktualisierten Versionen des Betriebssystems für die Fritzbox und das Heimnetz-Zubehör von AVM warten dabei immer mit neuen Funktionen auf und verbessern das Zusammenspiel der Geräte im Mesh-Netzwerk. Ähnlich wie bei Microsoft und den Updates für Windows 10, die sich auch auf vielen älteren Rechnern einsetzen lassen, erhalten selbst Fritzbox-Veteranen wie das Modell 7490 das aktuelle Fritz-OS.

Über 50 Neuerungen und Verbesserungen enthält Fritz-OS 7.1x beziehungsweise die Version 7.12, die es bereits für viele Fritzbox-Modelle wie die beliebte 7490 gibt. Die meisten zielen auf WLAN und DSL ab. Aber auch für VPN, Telefonie und Smart Home hält das Firmware-Update aktualisierte Funktionen bereit. Wir stellen die wichtigsten Neuigkeiten vor und geben Tipps, wie Sie sie am besten in Ihrem Netzwerk einsetzen. Vor allem die mit Fritz-OS 7 eingeführten Mesh-Funktionen verbessert AVM in der neue Firmware. Mesh bringt vor allem Vorteile in WLAN-Netzwerken mit vielen Geräten: Funknetze, in denen mehr als zehn Geräte unterwegs sind, dürften auch im privaten Umfeld inzwischen der Standard sein. Zählen Sie einfach einmal selbst die PCs, Notebooks, Tablets und Smartphones bei Ihnen zu Hause zusammen und vergessen Sie dabei nicht Geräte wie Smart-TV, IP-Kamera sowie Schaltsteckdosen und Heizungsthermostate fürs Smart Home. Hier soll das neue Betriebssystem mehr Übersicht bringen und den WLAN-Verkehr noch besser zwischen Router und WLAN-Repeater lenken.

Fritzbox und Alexa : So klappt die Verbindung

NEU: Heimnetzverbindungen einfacher erkennen

Jede Verbindung im Blick.
Vergrößern Jede Verbindung im Blick.

Bisher sehen Sie in der Übersicht unter „Heimnetz –› Mesh“, wie und ob einzelne Netzwerkgeräte mit dem Router und dem Repeater verbunden sind. Mit der neuen Firmware bekommen Sie zusätzlich in der Detailansicht des Gerätes eine Anzeige zur Verbindung. Klicken Sie dazu im unteren Bereich der Mesh-Übersicht bei einem bestimmten Gerät auf „Details“. Sie sehen nun im Abschnitt „Heimnetzanbindung“, ob der WLAN-Client direkt mit dem Router oder mit dem Repeater verbunden ist. Außerdem zeigt die Fritzbox auch Angaben zur genutzten WLAN-Frequenz und zur aktuellen Transfergeschwindigkeit, die die Geräte untereinander ausgehandelt haben. Auch LAN-Verbindungen zeigt die Detailansicht mit der jeweiligen Geschwindigkeit, also Fast-Ethernet (100 MBit/s) oder Gigabit-Ethernet (1 GBit/s). Ebenso gibt es Informationen zu Geräten, die per Powerline mit dem Router verbunden sind.

Diese Ansicht kann bei Tempoproblemen oder der Fehleranalyse helfen: Sie erkennen zum Beispiel sofort, ob ein WLAN-Gerät mit dem Router verbunden bleibt, obwohl der Repeater am derzeitigen Standort ein bessere Signal liefern sollte. Auch zum Testen des Band Steering, also des automatischen Wechsels zwischen den Frequenzen 2,4 und 5 GHz, können Sie diese Ansicht aufrufen. Allerdings zeigt sie nicht alles und vor allem nicht in Echtzeit an: Es kann rund zehn Minuten dauern, bis eine veränderte Verbindung entsprechend im Fritzbox-Menü auftaucht. Außerdem kommen fehlerhafte Angaben zu Verbindungsarten vor – meist, wenn Verbindungen über einen anderen Router oder einen Access Point laufen, der nicht ins Mesh eingebunden ist. Haben Sie zum Beispiel einen WLAN-Client über einen Powerline-WLAN-Adapter eines anderen Herstellers ins Netzwerk eingebunden, kann es sein, dass die Fritzbox dies fälschlicherweise als LAN-Verbindung anzeigt. Bei DECT-Geräten gibt es die detaillierte Ansicht der Heimnetzanbindung übrigens nicht.

NEU: Vereinfachter Zugriff auf alle Geräte im Mesh

Für mehr Übersicht können Sie Mesh-Komponenten aussagekräftigere Namen geben.
Vergrößern Für mehr Übersicht können Sie Mesh-Komponenten aussagekräftigere Namen geben.

Für bessere Übersicht sorgt auch, wenn Sie eigene Namen mit hohem Wiedererkennungswert für die Heimnetzgeräte vergeben können. In der Mesh-Übersicht steht dann „Smart-TV“ „Mein Smartphone“ statt einer IP-Adresse oder eines unklaren Hostnamens wie „dcp000123“. Mit dem neuen Fritz-OS geht das jetzt auch für einen ins Mesh eingebundenen WLAN-Repeater. Der neue Name des Repeaters taucht dann nicht nur in der Mesh-Übersicht des Fritzbox-Menüs auf, sondern Sie können ihn auch darüber direkt per Browser erreichen: Der Zugriff auf die Bedienoberfläche erfolgt dann über http://NeuerName. 

So geht's: Vom Labor zurück zur Original-Firmware

Viele neue Funktionen in Fritz-OS 7.1 hatte AVM schon in Laborversionen der Firmware eingebaut. Deshalb installieren neugierige Fritzbox-Nutzer gerne diese Beta-Firmware. Seit Fritz-OS 7 funktioniert der Wechsel zurück zu einer offiziell freigegebenen Firmware sehr einfach: Öffnen Sie das Fritzbox-Menü und gehen Sie zu „System –› Update –› FRITZ!-OS-Version“. Dort finden Sie die Schaltfläche „Zurück zum offiziellen FRITZ!-OS“. Damit Sie die Fritzbox mit den gleichen Einstellungen vorfinden wie vor dem Wechsel zur Labor-Firmware, wählen Sie im nächsten Schritt „FRITZ!-OS mit Sicherungsdatei zurücksetzen“. Wählen Sie dann die gespeicherte Konfigurationsdatei mit der Endung .export aus, die die Fritzbox vor dem Einspielen der Labor-Firmware erstellt hat, und geben Sie das beim Speichern gewählte Passwort ein. 

NEU: Mehr WLAN-Tempo durch bessere Gerätesteuerung 

Band Steering und AP Steering verbessern den Datendurchsatz in großen Heim-WLANs.
Vergrößern Band Steering und AP Steering verbessern den Datendurchsatz in großen Heim-WLANs.

In den meisten Heimnetzen sind inzwischen so viele WLAN-Geräte unterwegs, dass Sie kaum noch selbst für höhere Datenraten sorgen können – vor allem, wenn Sie die Grundregeln für mehr Tempo wie optimale Platzierung von Router und Repeater und den Einsatz von aktuellen Dualband-Geräten bereits erfüllt haben. Denn den kompletten Überblick darüber, welche Geräte gerade wie im Heimnetz verbunden sind, hat nur der Router: Er soll mit Techniken wie Band Steering und Access Point Steering dafür sorgen, dass das gesamte Heimnetz optimal ausgelastet ist.

Mit Fritz-OS 7.1x beherrschen Fritzbox und Fritz-Repeater nun Access Point Steering (AP Steering): Damit können sie einen WLAN-Client wie ein Smartphone oder Notebook automatisch zu einer anderen Basisstation umleiten, wenn diese ihm in seiner aktuellen Position ein besseres Signal bietet. Dafür tauschen Router und Repeater ständig Informationen über die Signalqualität aus, die sie einzelnen Clients anbieten können. Sobald sie feststellen, dass eine andere Verbindung dem Client ein höheres Tempo bieten würde, kann die Basisstation, mit der er aktuell verbunden ist, durch ein Datenpaket darauf hinweisen. Die Voraussetzungen für AP Steering sind die gleichen wie für Band Steering, bei dem ein Router oder ein Repeater einen verbundenen Client auf die jeweils bessere Funkfrequenz umleiten kann: Router und Repeater müssen ins AVM-Mesh eingebunden sein – das erkennen Sie am blauen Symbol in der Mesh-Übersicht. Die SSID für das WLAN muss für 2,4 und 5 GHz einheitlich sein, und die WLAN-Endgeräte müssen die Steuerprotokolle 802.11v und 11k unterstützen. Ob ein WLAN-Client dies tut, sehen Sie im Fritzbox-Menü in seiner Detailansicht unter „Signaleigenschaften“.

Fritzbox: Band-Steering für schnelleres WLAN nutzen

Eventuell zeigt die Fritzbox nach dem Update bei einem WLAN-Gerät an, dass es 11k nicht unterstützt, obwohl der Hersteller etwas anderes behauptet. Das liegt daran, dass die Fritzbox mit Fritz-OS 7.1x diese Eigenschaft nur bei Geräten erkennt, die wesentliche Teile des Protokolls mitbringen, darunter den sogenannten Beacon Report. Damit kann ein WLAN-Client dem Router oder Repeater mitteilen, wie sich deren Signalstärke aus seiner Sicht darstellt, indem er ihre Antwort auf Testdaten (Beacons) auswertet, die er ihnen schickt. Auf diese Weise können die Basisstationen das AP Steering verbessern.

Für das AP Steering bekommen Sie in Fritz- OS 7.1x keinen zusätzlichen Menüeintrag: Die bereits für Band Steering vorhandene Option unter „WLAN –› Funkkanal –› Weitere Einstellungen“ ist nach dem Update einfach durch den Zusatz „…sowie zwischen mehreren FRITZ!-Produkten im Mesh…“ erweitert.

Produkt

Verfügbare Fritz-OS-Version

Verfügbar seit

Fritzbox 7590

7.11

11.06.19

Fritzbox 7583

7.10

08.04.19

Fritzbox 7580

7.11

19.06.19

Fritzbox 7560

7.11

20.06.19

Fritzbox 7530

7.10

25.04.19

Fritzbox 7520

7.10

25.04.19

Fritzbox 7490

7.11

27.05.19

Fritzbox 7430

7.11

14.06.19

Fritzbox 7362SL

7.10

06.05.19

Fritzbox 6590 Cable

7.10

23.05.19

Fritzbox 6490 Cable

7.10

23.05.19

Fritzbox 6430 Cable

7.10

11.06.19

Fritzbox 4040

7.10

18.04.19

Fritzbox 3490

7.11

28.05.19

Fritz-Repeater 1160

7.10

22.05.19

Fritz-Repeater 1750

7.10

08.04.19

Fritz-Repeater 310

7.10

22.05.19

Fritz-Repeater 450

7.10

26.04.19

Fritz Powerline 540E

7.10

23.05.19

Fritz Powerline 546E

7.10

23.05.19

NEU: So kommen mehr Geräte ins Gast-WLAN der Fritzbox 

Sinnvolle Neuerung im Gäste-WLAN.
Vergrößern Sinnvolle Neuerung im Gäste-WLAN.

Einen Gastzugang in Ihrer Fritzbox können Sie nicht nur für private Besucher bei Ihnen zu Hause einrichten. Auch für öffentliche WLANs, zum Beispiel in einem kleinen Restaurant oder einer Arzt-Praxis, lässt sich eine Fritzbox nutzen. Ein Problem dabei: Wenn zu viele Gäste sich ins WLAN einbuchen, ist für neue Besucher kein Platz mehr. Denn die Fritzbox vergibt für jedes Gerät im Gastzugang eine IP-Adresse, die sie aber nicht sofort neu verteilt, wenn sich dieses Gerät abgemeldet hat. Mit Fritz-OS 7.1x hat AVM diese DHCP Lease Time, also die Gültigkeitsdauer einer vergebenen IP-Adresse, im Gastzugang auf sechs Stunden reduziert: Besetzte IP-Adressen werden schneller wieder frei, wenn sie nicht mehr genutzt werden. Sie können die Zeitdauer im Fritzbox-Menü noch weiter reduzieren: Gehen Sie dazu auf „Heimnetz –› Netzwerk –› Netzwerkeinstellungen –› IPv4-Adressen“. Dort können Sie im Bereich „Gastnetz“ unter „Gültigkeit“ eine neue Dauer eintragen.

Lesetipp: Warum heißt Fritzbox eigentlich Fritzbox?

NEU: Detailliertere Infos helfen bei DSL-Problemen 

Die Fritzbox-Router waren schon immer konkurrenzlos, wenn es um detaillierte Infos zur DSL-Verbindung geht. Mit den Menüoptionen unter „Internet –› DSL-Informationen“ bekommen Sie zahlreiche Daten an die Hand, die die Problemlösung bei einer langsamen oder instabilen Online-Verbindung erleichtern.

Mit Fritz-OS 7.1x erweitert AVM diese Infoübersicht: Nun sehen Sie dort sofort die ungefähre Leitungslänge zwischen Fritzbox und dem Anschluss im DSLAM des Providers. Das kann Ihnen einen Hinweis darauf geben, ob an Ihrem Standort künftig Steigerungen beim DSL-Tempo zu erwarten sind. Für Super-Vectoring beispielsweise sollte die Leitungslänge unter 400 Meter betragen, für G.fast unter 250 Meter. Allerdings kommt es beim möglichen DSL-Tempo nicht nur auf die Länge, sondern auch auf den Querschnitt und die Isolierung der verlegten Kupferkabel an – und im Endeffekt natürlich auf den Willen des Internet-Providers, einen entsprechenden Tarif bei Ihnen überhaupt anzubieten.

Mit Fritz-OS 7.1 kann die Fritzbox die ungefähre Leitungslänge zwischen Router und DSLAM ermitteln.
Vergrößern Mit Fritz-OS 7.1 kann die Fritzbox die ungefähre Leitungslänge zwischen Router und DSLAM ermitteln.

Eine weitere nützliche Info ist die Angabe der Hardware in der DSL-Vermittlungsstelle, mit der die Fritzbox aktuell verbunden ist. Sie finden sie rechts unter „Internet –› DSL-Information –› Übersicht“, sofern Sie VDSL mit Vectoring nutzen. Hier steht der Hersteller der Anschlusskarte (Linecard), die im DSLAM steckt, zum Beispiel Adtran, sowie Hersteller und Version ihres Chipsatzes, zum Beispiel Broadcom 192.85.

Gegen Probleme mit einer instabilen DSL-Verbindung bringt die aktuelle Firmware die neue Option „DSL Syncrate begrenzen auf verfügbare Bitrate“. Sie steht im Fritzbox-Menü unter „Internet –› DSL-Informationen –› Störsicherheit“. Falls Sie häufig mit Verbindungsabbrüchen beim DSL zu kämpfen haben oder regelmäßig Aussetzer beim Fernsehschauen über IPTV feststellen, kann das an zu vielen fehlerhaften Datenpaketen liegen, die die Fritzbox empfängt. Ein möglicher Grund: Die Fritzbox und der DSLAM des Providers sind mit einer höheren DSL-Geschwindigkeit verbunden als Ihr Tarif vorsieht. Das ist nicht selten, denn die Telekom zum Beispiel bremst meist erst auf der IP-Ebene das VDSL-Tempo auf den vertraglich vereinbaren Wert herunter, nicht auf der Verbindungsebene. Die Fritzbox dagegen versucht sich mit der bestmöglichen Geschwindigkeit zu verbinden, was dazu führen kann, dass fehlerhafte Datenpakete erneut übertragen werden müssen oder überhaupt nicht ankommen. Sie können das im Fritzbox-Menü zum Beispiel bei „Internet –› Online-Monitor“ sehen: In der Zeile „DSL“ steht eine höhere Geschwindigkeit als in der Zeile „Internet, IPv4“. Wenn Sie die neue Option aktivieren, verbindet sich die Fritzbox mit der verfügbaren Bitrate auf IP-Ebene, um die Stabilität zu erhöhen. 

Neu: Heimnetz schneller steuern per Fritzfon

Bei der Telefonie verbessert Fritz-OS 7.1 vor allem im Zusammenspiel mit einem Fritz-Fon die Bedienung – nicht nur bei Anrufen, sondern auch bei WLAN und Smart Home. So können Sie nun über das DECT-Telefon Besuchergeräte in Ihren Gast-Zugang bringen, indem Sie dort einen entsprechenden QR-Code anzeigen oder die WPS-Verschlüsselung starten. Einstellungen für Smart-Home-Geräte lassen sich ebenfalls per Fritz-Fon vornehmen. Bei der Telefonie sperren Sie nervige Anrufer direkt am Telefon und verwalten dort auch Rufumleitungen.

2447314