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Rechnen mit Bedingungen

03.08.2019 | 09:33 Uhr |

Rechnen mit Bedingungen
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Ein Gebiet, das auch allen Programmierern und Datenbankentwicklern sofort ein Begriff ist, ist das Rechnen mit Bedingungen. Mit zentraler Bedeutung fallen einem dazu die Begriffe WENN - UND-ODER - DANN - SONST ein. Die Funktionen UND, ODER und NICHT liefern Wahrheitswerte, die zum Ausdruck bringen, ob eine Bedingung erfüllt ist oder nicht. Die Wahrheitswerte WAHR und FALSCH besitzen gleichnamige Funktionen, die völlig sinnfrei sind und laut Excel-Hilfe nur aus Kompatibilitätsgründen zu anderen Programmen zur Verfügung stehen. =WAHR() liefert WAHR. Das ist so, als gäbe es eine Funktion =EINS(), die den Wert 1 liefert. Die Funktion WENN kann abhängig von einer solchen Bedingungsprüfung eine Dann- Berechnung beziehungsweise eine Sonst-Berechnung durchführen. Die Funktion WAHL kann - im Gegensatz zu den zwei Alternativen (Dann_Wert/ Sonst_Wert) der WENN-Funktion - 254 alternative Berechnungen durchführen. Die Prüfung erfolgt deshalb nicht über die Wahrheitswerte WAHR und FALSCH, sondern über einen fortlaufenden Index von 1 bis 254. Vor Excel 2007 konnte man nur 29 Alternativen eingeben.

Die Funktionen WENN und WAHL überprüfen (standardmäßig) eine Zelle auf eine oder mehrere Bedingungen. Die Funktionen ZÄHLENWENN und SUMMEWENN fragen einen ganzen Bereich ab, können dabei aber nur eine Bedingung prüfen. ZÄHLENWENN zählt alle Zellen, auf die die Bedingung zutrifft; SUMMEWENN summiert für jede Zelle mit erfüllter Bedingung den Zellwert dieser oder benachbarter bzw. gleich indizierter Zellen. Die Datenbankfunktionen DBSUMME, DBANZAHL, DBMAX, DBMIN usw. können beliebig viele Zellen (Datensätze) hinsichtlich beliebig vieler Bedingungen überprüfen. Damit vereinen sie die Möglichkeiten von WENN, SUMMEWENN und ZÄHLENWENN und sind damit sehr mächtig. Außerdem können sie nicht nur zählen und summieren, sondern auch weitere statistische Größen, beispielsweise Standardabweichung und Varianz, berechnen. Leider ist ihre Handhabung etwas umständlich und sie arbeiten nicht autark, da jede unterschiedliche Berechnung einen Bereich in der Tabelle verlangt, in dem die Suchkriterien definiert werden. Aufgrund dieser umständlichen Bedienung sind die Datenbankfunktionen nicht besonders beliebt. Trotzdem besteht eine rege Nachfrage nach Auswertungen mit mehreren Bedingungen. Deshalb wurden die beiden neuen Funktionen SUMMEWENNS und ZÄHLENWENNS geschaffen, die mehrere Bedingungen auf einmal verarbeiten können. Und für die goldene Mitte gibt es mit MITTELWERTWENN und MITTELWERTWENNS nun auch Entsprechungen. Mit MINWENN und MAXWENN hätte man das konsequent fortführen können, hat man aber nicht. Schade, darauf müssen wir wohl bis Excel ???? warten.

Beispiel zum Rechnen mit Bedingungen

Formel

Ergebnis

=WENN(WAHR;3;5)

3

=ODER(WAHR;FALSCH)

WAHR

=UND(WAHR;FALSCH)

FALSCH

=UND(WAHR;WAHR)

WAHR

=WENN(UND(ODER(1;0);1);UND(0;1);5)

FALSCH

=UND(ODER(1;1);NICHT(FALSCH))

WAHR

=WAHL(2;"eins";"zwei";"drei")

zwei

Eine geniale Erfindung ist die längst überfällige Funktion WENNFEHLER, mit der ein wesentlich einfacheres Abfangen von Fehlern in Formeln möglich wird. Zum Beispiel beim SVERWEIS. Wenn diese Funktion einen Suchbegriff nicht finden kann, liefert sie den Fehlerwert #NV. Stattdessen möchte man eventuell lieber den Text »nicht vorhanden« sehen. Bisher hätte man in diesem Fall wie folgt formuliert: =WENN(ISTNV(SVERWEIS("x";A:C;3;0));"nicht vorhanden"; SVERWEIS("x";A:C;3;0)) Zum einen nervt die doppelte Eingabe desselben Formelteils. Zum anderen bindet die redundante Berechnung natürlich unnötige CPU-Ressourcen. Mit der neuen Funktion genügt stattdessen =WENNFEHLER(SVERWEIS("x";A:C;3;0); "nicht vorhanden") Der redundante Formelteil wird nicht mehr benötigt, Excel weiß auch so, was zu tun ist.

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