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Flop 3 der Filme über das Internet

19.11.2008 | 13:44 Uhr |

1. Das Netz (1995, OT: "The Net")

Der absolut schlechteste Film, der je über das Internet gedreht wurde, ist der, dessen kreative Köpfe sich nicht einmal einen besseren Titel als "Das Netz" ausdenken konnten. Diese Produktion aus dem Jahr 1996 war gezielt darauf konzentriert, Ängste vor einem Überwachungsstaat und der Gefahr des Identitätsdiebstahls zu schüren, die das damals noch eher unbekannte Internet hervorbringen sollte.

Diese Ängste werden für die hübsche Softwareentwicklerin Angela Bennet, gespielt von Sandra Bullock; zur Realität. Zufällig gerät sie an einen als "Schutzprogramm getarnten Trojaner, der dem Hacker Zugang zu allen wichtigen Regierungscomputern gewährt. Natürlich wollen die bösen Jungs das Programm. Um die Computerexpertin auszuschalten, verändern Sie über Polizeirechner ihre Identität in die einer flüchtigen Prostituierten. Auch wenn die Absurditäten schier ins Unendliche wachsen, schaffte es der Film mehr als 100 Millonen Dollar einzuspielen - dank Sandra Bullock im Bikini, die allein und entgegen aller Vorzeichen über die Bösewichte triumphiert. Eine 1998 gestartete TV-Serie mit dem gleichen Namen, schaffte es nicht das Interesse Zuschauer zu wecken und wurde bereits nach einer Staffel wieder abgesetzt.

2. e-m@il für Dich (1998, OT: "You've got mail")

Hollywood hat mehr als einmal gezeigt, dass ein großzügiger Geldbeutel bei der Neuauflage eines Klassikers tödlich sein kann. So etwa in diesem Fall: "e-m@il für Dich", ein 56-Millionen-Dollar-Remake des Filmklassikers "Rendezvous nach Ladenschluss" (1940, OT: "The Shop around the Corner"). In Ernst Lubitschs charmanten Original sind Jimmy Stewart und Margaret Sullavan anonyme Brieffreunde in Budapest, die sich im echten Leben hassen. In der überarbeiteten Version werden sie durch die Hollywoodstars Tom Hanks und Meg Ryan ersetzt. Der ungarische Postdienst verwandelt sich in America Online. Dann wiederholt sich die die Geschichte, erst als Farce, dann als Tragödie.

Die Schleichwerbung in "e-m@ail für Dich" ist derart auffällig, dass Warner Bros. ebensogut AOL-CDs mit den Kino-Karten hätte verteilen können. Und der Film wurde in den Händen von Regisseurin Nora Ephron (die auch das überarbeitete Drehbuch mitschrieb) zu einer Schnulze mit hohem Taschentuch-Faktor. "Tränen für Dich!"

Ganz so wie der Aufbau unzähliger asiatischer Horrorstreifen basiert "FearDotCom" auf der Idee einer Website, die so schrecklich ist, dass man bei ihrem Besuch stirbt. Oder von jemandem getötet wird. Stellen Sie sich vor, wieviel der Bösewicht zu tun hätte, würde es diese Seite in die Schlagzeilen von Digg schaffen!

Nicht verwunderlich, dass "FearDotCom" nicht einen Hauch von Sinn machen - es ist nur eine Entschuldigung um den Zuschauer Bild um Bild mit Blut und Eingeweiden zu überfluten. Nach dem Ende des Horrors, ließ man die neugierigen Zuschauer über die schaurige Domain grübeln, die im Film verwendet wurde: Es ist nicht fear.com, wie man meinen könnte, sondern feardotcom.com. Warner Bros. steckten 42 Millionen Dollar in den Film und konnten sich keinen besseren Domain-Namen leisten?

Christopher Null ist Gründer und Chefredakteur des seit 1995 bestehenden Filmportals "Filmcritic.com"

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