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Flinker Arbeitsspeicher per USB-Stick

17.03.2008 | 11:11 Uhr | Christian Löbering, Verena Ottmann

Wenn das System lahmt, hilft meist mehr RAM. Eine Erweiterung des Arbeitsspeichers ist auf manchen Systemen aber nur schwer möglich, etwa auf Notebooks. Deshalb stellt Microsoft mit Windows Vista die Speichermanagement-Funktion „Ready boost“ zur Verfügung. Ziel ist es, die Systemleistung durch Einstecken eines Flash-Laufwerks (zum Beispiel eines USB-Sticks) zu erhöhen.Eine entsprechende Funktion stellt das Tool Eboostr auch für Windows XP zur Verfügung. Die Vollversion von Eboostr haben wir übrigens auf die Heft-Datenträger der PC-WELT 3/2008 gepackt.

Um diese auf den ersten Blick exotisch anmutende Technik zu verstehen, muss man sich klarmachen, wie Windows die Daten verwaltet, auf die es gerade zugreift. Beim Laden einer Anwendung oder beim Öffnen einer Datei werden alle nötigen „Arbeitsdaten“ primär in den Arbeitsspeicher geladen. Ist dieser voll oder werden darin enthaltene Daten selten genutzt, landen sie in der Auslagerungsdatei (Pagefile.SYS) auf der Festplatte.

Braucht das System sie wieder, muss die Festplatte etwa erst anlaufen, der Schreib-Lesekopf muss die Daten anspringen und dann ausgeben. Gerade bei einer großen Anzahl zufälliger Lese- beziehungsweise Schreibzugriffe auf kleine Dateien ist die Festplatte im Verhältnis zu einem Flash-Laufwerk sehr langsam. Genau hier greifen Readyboost und Eboostr ein. Die Tuning-Tools erstellen von den kleineren Dateien aus der Auslagerungsdatei eine Kopie auf dem USB-Stick. Ruft das System die Daten wieder ab, macht es das zunächst vom schnellen Stick. Erst wenn dieser fehlt, wird auf die Auslagerungsdatei zurückgegriffen.

Readyboost

Um Readyboost nutzen zu können, benötigen Sie Vista und einen relativ schnellen USB-Stick, der mit FAT32 oder NTFS formatiert wurde. Bei einem zufälligen Lesezugriff auf 4 KB an Daten muss er einen Durchsatz von mindestens 2,5 MB/s haben, bei einem zufälligen Schreibvorgang von 512 KB mindestens 1,75 MB/s. Diese Geschwindigkeit muss über den gesamten Speicherbereich des Sticks erreicht werden.

Die Herstellerangaben zu den Sticks sind hier meist irreführend, da nicht die Werte für zufällige, sondern die für sequenzielle Zugriffe abgedruckt werden. Deshalb probieren Sie Ihren Stick am besten einfach aus. Stecken Sie ihn dazu ein, klicken Sie dann im Explorer mit der rechten Maustaste auf das Laufwerk, und wählen Sie „Eigenschaften, Readyboost“.

Ist er geeignet, aktivieren Sie die Option „Dieses Gerät verwenden“ und verschieben den Regler für den zu reservierenden Speicher idealerweise so, dass er mindestens Ihrem Arbeitsspeicher entspricht. Sie können ihn auch größer wählen, jedoch ist ab einem Verhältnis Flash- zu Arbeitsspeicher von 2,5:1 keine weitere Verbesserung mehr festzustellen.

Eboostr 1.1

Die Vollversion Eboostr 1.1 ermöglicht das Vista-Feature auch auf Windows-XP-Systemen. Die technischen Anforderungen des Tools an den USB-Stick sind zwar deutlich geringer, trotzdem macht es keinen Sinn, einen langsameren USB-Stick zu verwenden, da die Vorzüge von Flash-Speicher gegenüber der Festplatte hier nicht mehr zum Tragen kommen.

Um das Tool zu nutzen, installieren Sie es per Doppelklick. Wählen Sie dann den Stick und die gewünschte Größe des Cache-Speichers (hier gelten dieselben Regeln wie bei Readyboost). Nachdem der Geschwindigkeitstest bestanden und der Cache-Speicher zugewiesen wurde, verschwindet das Tool im Infobereich (Tray), und Sie können Ihr System wie gewohnt weiternutzen.

Bei beiden Tuning-Tools wird der Leistungsgewinn besonders deutlich, wenn der Arbeitsspeicher knapp ist (kleiner als 1 GB) und häufig Anwendungen mit großen Leistungsanforderungen genutzt werden. Hier sollten der Start und etwa Speichervorgänge zügiger ablaufen. Außerdem müsste das System insgesamt schneller reagieren.

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