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Finanzen sicher in der Cloud verwalten

06.09.2019 | 14:02 Uhr | Michael Mors

Finanzdienstleister kämpfen mehr als andere Branchen mit einer veralteten IT-Infrastruktur. Das wird nun zum Geschäftsrisiko. Doch wie sieht die Alternative aus?

Banken und Versicherungen hinken Studien zufolge in Sachen Digitalisierung immer noch hinterher. In den letzten Jahren sind Endverbraucher deshalb verstärkt zu jungen Unternehmen mit nutzerfreundlichen digitalen Angeboten übergelaufen. Veraltete IT-Strukturen und analoge Angebote werden für die Branche so zum Geschäftsrisiko. Eine nicht mehr zeitgemäße IT sorgt nämlich für verlangsamte Abläufe und Frust beim Nutzer.

Nutzerfreundliche Lösungen? Anbieter haben Bedenken

Trotzdem zögern traditionelle Anbieter Investitionen in eine zeitgemäße IT häufig hinaus, um Kosten einzusparen. Hinzu kommen regulatorische Bedenken: Nicht jede neue Lösung erfüllt die komplexen Anforderungen der Aufsichtsbehörden. Daher mussten Endverbraucher bei der Erledigung ihrer Finanzgeschäfte bisher oft auf moderne Alternativen verzichten.

Viele Bedenken der Anbieter sind tatsächlich gerechtfertigt. Denn Datendiebstähle, Angriffe auf Infrastruktur-Einrichtungen und Hacking sind aus dem digitalen Alltag nicht mehr wegzudenken. Der Finanzsektor ist davon besonders betroffen: Laut einer aktuellen Umfrage der Boston Consulting Group kommen Cyberattacken hier 300 Mal häufiger vor als in anderen Branchen. Ein zentrales Angriffsziel sind dabei Kunden- und Transaktionsdaten.

Es herrscht die Sorge, dass moderne, cloudbasierte Lösungen nicht den gleichen Schutz bieten wie das persönliche Gespräch in der Filiale, zu dem naturgemäß nur ein ausgewählter Personenkreis Zugang hat.

Sicherheit ist der entscheidende Faktor

Dadurch ergibt sich ein Dilemma: Endverbraucher wollen moderne, flexible Lösungen. Sie wollen ihre Finanzen so erledigen wie seit Jahren schon ihre Einkäufe – nutzerfreundlich und online. Und natürlich sollen ihre sensiblen Daten dabei auch sicher geschützt sein.

Das war nur bisher nicht immer flächendeckend möglich. Denn dafür sind strenge Sicherheitsstandards und spezielle Verschlüsselungstechniken nötig. Diese haben sich zum Beispiel beim Online-Banking schon lange durchgesetzt. Doch komplexere Themen wie Kreditvergabe oder Vermögensberatung erfordern vielerorts immer noch persönliche Termine oder langen Mail- oder sogar Fax-Verkehr.

Dabei ist die Cloud für die interne IT von Finanzdienstleistern schon lange zum integralen Bestandteil geworden: Wie eine Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC unter IT Experten 100 deutscher Institute ergab, sehen diese als größte Vorteile der Cloud im Vergleich zu herkömmlichen IT-Lösungen „verbesserte Sicherheit, Verfügbarkeit und Support“ (85 Prozent der Cloud-Nutzer). Doch diese Vorteile werden bislang nicht über passende Produkte an den Endverbraucher weitergegeben.

Dabei bietet die Cloud auch in der Kundenansprache die gleichen Vorteile: Finanzberater und Endkunden können problemlos an Dokumenten zusammenarbeiten, Verträge in Echtzeit gestalten und sensible Dokumente, beispielsweise Testamente, sicher miteinander teilen. Vorausgesetzt, die entwickelten Plattformen werden nach folgenden Prinzipien gestaltet:

• Daten werden sowohl beim Übermitteln als auch beim Speichern verschlüsselt

• Der Finanzdienstleister ist Administrator, d.h. hat die volle Übersicht über alles, was mit den Daten passiert – wo sie gespeichert werden, wer darauf zugreift und zu welchem Zeitpunkt

• Freigabeeinstellungen für sensible Daten liegen ausschließlich beim Finanzdienstleister und nicht beim Endnutzer

Sind diese drei Punkte erfüllt, ist die Cloud sogar sicherer als herkömmliche, durch menschliche Fehler anfällige Bankprozesse. Cloudbasierte Sicherheitssysteme können kostengünstig mit enormer Rechenpower potenziellen Missbrauch erkennen und Bedrohungen von außen mit Hilfe von maschinellem Lernen abwehren. Und auch das große Risiko menschlicher Fehler – immerhin der anfälligste Punkt in der Cybersicherheit – kann zentral durch sichere Freigabeeinstellungen minimiert werden.

Suchen Endnutzer, beispielsweise für die Vermögensberatung, einen Finanzdienstleister mit cloudbasierten Produkten, sollten sie darauf achten, dass alle drei der oben genannten Punkte erfüllt sind. Dann schafft cloudbasierte IT eine Win-Win-Situation: Kunden profitieren von einer neuen und sicheren Art der Finanzdienstleistung, Banken und Finanzdienstleister stellen sich zukunftsfähig auf und können im Wettbewerb bestehen.

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