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8. Filme und Camcorder-Videos nachbearbeiten

02.08.2010 | 10:03 Uhr |

HD-Camcorder gibt es für jeden Geldbeutel, sogar manche Handys zeichnen bereits hochauflösend auf. HD-Videos sind meistens mit dem Verfahren MPEG-4 AVC (H.264) komprimiert. Viele Mittelklasse-Camcorder zeichnen im Quasi-Standard AVCHD (Advanced Video Codec High Definition) auf. Günstige Einsteiger-Modelle liefern Videos als AVI-Datei. In beiden Fällen kommt der H.264-Codec zum Einsatz. Lediglich teurere Camcorder zeichnen in HD-Video (HDV) auf und liefern Material, das nach MPEG-2-Standard komprimiert ist. Bevor aus Camcorder-Aufnahmen ein abendfüllender Urlaubsfilm wird, muss das Material am PC geschnitten und nachbearbeitet werden. Auch für kurze Filmchen, die auf Youtube hochgeladen werden sollen, empfiehlt sich eine Nachbearbeitung. Mit preisgünstigen Programmen können auch Einsteiger schnell ansehnliche Filme erstellen.

Wenn Schnitt-Software sich weigert, Videos einzulesen, liegt es meist am selteneren VC-1-Codec. VC-1-Videos müssen zur Weiterbearbeitung erst konvertiert werden. Hier empfiehlt sich das Gratisprogramm Xmedia Recode 2.2.3.9 . Damit die Anforderungen an den PC bei der Videobearbeitung im Rahmen bleiben, arbeiten Schnittprogramme mit Tricks wie dem so genannten "Smart Rendering" oder "Smart Encoding". Dabei werden lediglich Änderungen im Film neu berechnet, unveränderte Bereiche werden nur kopiert. Der Einsatz solcher Kniffe ist Voraussetzung dafür, dass das Bearbeiten von HD-Videos schon auf PCs mit Zweikern-Prozessor klappt.

Das Videoschnittprogramm Magix Video Easy HD lässt sich besonders einfach bedienen.
Vergrößern Das Videoschnittprogramm Magix Video Easy HD lässt sich besonders einfach bedienen.
© 2014

Magix Video Easy HD: Die Software kostet etwa 50 Euro und ist ideal für Hobbyfilmer ohne PC-Vorkenntnisse. Gut gemachte Assistenten begleiten den Benutzer ab dem Programmstart bis zum Ziel. Sie haben die Wahl, Videomaterial von Camcorder oder Festplatte oder aus einer analogen Quelle wie einem Videorecorder einzuspielen. Dateien von AVCHD-Camcordern überträgt der Assistent zum Weiterbearbeiten auf die Festplatte. Die Bedienoberfläche ist klar und übersichtlich gegliedert: Vorschau, Storyboard und Effekt-Fenster. Die wenigen großen Schaltflächen sind auch für Neulinge sofort verständlich. Alle importierten Szenen landen im Storyboard, das Arrangieren erledigt man einfach per Verschieben mit der Maus. Korrekturen sind schnell ausgeführt. Ein großer Farbkreis erlaubt eine intuitive Farbkorrektur. Für Helligkeit, Kontrast und Sättigung gibt es Regler. Mit 19 Videoeffekten wie "Alter Film" , "Schwarzweiß" und "TV-Streifen Sepia" lässt sich das Material aufpeppen. Fertige Filme brennt Video Easy HD als AVCHD-DVD oder Blu-Ray-Disc, speichert sie auf Platte oder überträgt sie auf Youtube .

Nero Vision Xtra ist das Videobearbeitungs-Programm der Nero Multimedia Suite 2010. Einzeln kostet es rund 60 Euro. Dazu gehört ein Modul zur Verwaltung digitaler Medien, der "Media-Hub". Er bietet eine Übersicht über alle bereits eingelesenen Audio-, Foto- und Videodateien. Nach dem Start des Schnittprogramms erscheint zunächst ein Auswahlbildschirm. Weiter geht’s mit "Film erstellen". Im neuen Fenster findet sich links oben der Vorschaubereich, rechts daneben der so genannte "Medien-Browser". Hier greifen Sie auf importierte Videos, Bilder und Audiodateien zu. Darunter im Fenster sind die Paletten für Effekte, Titel und Text.

Vorteil gegenüber Magix Video Easy HD: Auf der so genannten "Timeline" lassen sich beliebig viele Video- und Audiospuren einblenden. Bei der Bearbeitung hat der Filmamateur viele Möglichkeiten. Es lassen sich sogar mehrere Effekte zeitlich abstimmen. Die Farbkorrektur gelingt dagegen nicht so einfach wie bei Video Easy HD. Die Qualität der Vorschau ist gering und die Anzeige relativ unscharf. Dafür kann Vision Xtra je nach PC-Leistung drei bis fünf AVCHD-Spuren in Echtzeit präsentieren. Den fertigen Film kann die Software als AVCHD-DVD oder Blu-Ray-Disc brennen oder auf Youtube hochladen.

Corel Video Studio Pro X3 (rund 90 Euro) bietet deutlich mehr Bearbeitungsfunktionen, erfordert aber etwas mehr Einarbeitungszeit. Mit der Software können Sie zweigleisig fahren: einfache oder erweiterte Bearbeitung. Erstere führt zum Programmmodul Video Studio Express 2010, die "Erweiterte Bearbeitung" zum richtigen Schnittprogramm. Video Studio Express ist in erster Linie eine Medienverwaltung mit einigen Basis-Bearbeitungsfunktionen. Die wichtigsten Aktionen sind "Importieren", "Erstellen" und "Präsentieren". Ein Doppelklick auf eine Szene öffnet ein Fenster für die Korrektur von Weißabgleich, Helligkeit und Rauschen sowie für das "Entwackeln". Filme lassen sich leicht zusammenstellen: die gewünschten Szenen in der Medienübersicht mit der Maus markieren und dann "Erstellen, Video" wählen. Zum Arrangieren der Szenen blendet Video Studio Express ein Storyboard ein. Zum Kürzen der Clips dient die Schaltfläche mit der Schere, zudem können Sie das Video mit Musik unterlegen.

Corel Video Studio Pro X3 bietet eine einfache und eine erweiterte Bearbeitung an.
Vergrößern Corel Video Studio Pro X3 bietet eine einfache und eine erweiterte Bearbeitung an.
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Wem diese Funktionen nicht reichen, kann jederzeit zur erweiterten Bearbeitung wechseln. Dabei bleiben die bisherigen Arbeitsschritte erhalten. Die Bedienoberfläche ist komplexer, aber immer noch übersichtlich. Vorschaufenster sowie Timeline und Medien-Browser können vergrößert oder verkleinert werden. Gut: Nach dem Anklicken eine Szene werden automatisch Korrektur- und Bearbeitungswerkzeuge im Medien-Browser eigenblendet. Fürs kreative Arbeiten stellt Videostudio Pro X3 eine Videospur mit sechs Überlagerungsspuren bereit. Zwei weitere Spuren für Titel, drei für Musik und eine für einen Kommentar reichen für die meisten Aufgaben aus.

Je nach Bedarf kann der Benutzer zwischen Storyboard- und Timeline-Ansicht wählen. Schneiden und Trimmen gehen dank Zoom-Funktion sehr genau. Effekte und Übergänge gibt’s für jeden Geschmack. Vorbildlich ist die Kopierfunktion für Filmeigenschaften. So können Einstellungen und aufwendige Bearbeitungen von Clip, Titel oder Übergang schnell auf ein anderes Objekt übertragen werden. Diverse Audiofilter und ein Musikgenerator sorgen auf Wunsch für eine stimmungsvolle akustische Untermalung. Bei den Ausgabeformaten hat Corel nicht geknausert: Es können Videodateien in allen gängigen Formaten erstellt werden, AVCHD inklusive. Eine Überspielfunktion für Online-Videoportale findet sich ebenso wie Umwandlungsprofile für gängige Mobilgeräte. Zudem brennt die Software Blu-Ray- und DVD-Scheiben.

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