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/usr

15.08.2018 | 14:17 Uhr |

Der zweitgrößte Bereich im Verzeichnissystem ist die /usr -Verzeichnishierarchie. Dieser Bereich muss nicht auf der Root-Partition stehen, denn wichtige Systembefehle stehen entweder unter /bin oder unter /sbin . In /usr hingegen stehen für jeden lesbare Daten; Host-spezifische oder andere veränderliche Daten werden hier nicht gespeichert. In der /usr -Hierarchie gibt es mehrere Verzeichnisse, die erforderlich sind:

  • In stehen die meisten Benutzerbefehle,

  • in stehen Header-Dateien für die Programmiersprache C,

  • enthält Bibliotheken,

  • enthält die Hierarchie der lokalen Maschine (und ist anfangs nach der Installation meist leer) mit den Unterverzeichnissen und

  • enthält nicht ganz so wichtige Utilities für den Administrator, die erst nach dem Hochfahren des Systems gebraucht werden, und

  • in stehen architekturunabhängige Daten wie Wörterbücher, Manpages oder Programmdokumentationen.

Je nach Ausbau des Systems gibt es noch weitere Unterverzeichnisse wie etwa /usr/X11R6 mit dem X-Window-System, /usr/games mit Spielen und /usr/src mit Quellcode. Auch können auf älteren Systemen aus Kompatibilitätsgründen verschiedene symbolische Verknüpfungen auf Unterzeichnisse von /var vorhanden sein, etwa /usr/spool als Verknüpfung zum Verzeichnis /var/spool . Grund für die Umschichtung: Auf das Verzeichnis /usr wird oft zugegriffen. Es soll aber durch Schreiben und Löschen temporärer Daten nicht fragmentiert werden, da sonst der Durchsatz leidet.

/var

In /var finden Sie Dateien mit variablen Daten. Auch dieses Verzeichnis muss nicht auf die Root-Partition. Unter /var stehen beispielsweise Spool-Verzeichnisse für Mail-Postfächer der Benutzer oder Druckaufträge, Log-Dateien (etwa die Datei /var/log/messages mit Systemmeldungen) und auch einige andere temporäre Dateien. In die /var -Verzeichnisstruktur werden im Betrieb all die Daten geschrieben, die früher unter /usr ihren Platz fanden.

Die Verzeichnishierarchie /var sollte man auf einer eigenen Partition unterbringen, eben weil darin so viele veränderliche Daten enthalten sind. Wer das nicht will oder kann, sollte zumindest diesen Teil der Verzeichnishierarchie nicht auf der gleichen Partition wie die Root-Partition beherbergen. Denn es kann schnell zum Überlaufen der Partition kommen, wenn zum Beispiel der Mail-Transport ständig Fehler produziert und die Log-Dateien bis an den Rand der Partition vollschreibt.

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