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Empfehlungen für ein Partitionsschema

02.04.2018 | 14:17 Uhr |

Um ein Linux-System zu partitionieren, gibt es mehrere Möglichkeiten. Wichtig ist: Die Root-Partition "/" muss immer physikalisch die Verzeichnisse /bin , /dev , /etc , /lib (/lib32 und /lib64) und /sbin enthalten. In Debian geht man von etwa 150 bis 250 MByte Platzbedarf für diese Verzeichnisse aus.

Ins /tmp-Verzeichnis können Benutzer schreiben. Man kann es unter anderem für Images nutzen, die auf CD, DVD oder Blu-ray geschrieben werden sollen. Manche dieser Programme nutzen auch das /tmp -Verzeichnis, um vorübergehend darin eigene Daten zu speichern. Wer solche Brennprogramme nutzt, sollte daher den Platz entsprechend einplanen und zirka 1 bis 20 GByte für das /tmp -Verzeichnis reservieren. Wer nicht mit Brennprogrammen arbeitet, kommt mit wesentlich weniger Platz für das temporäre Verzeichnis aus. Die Debian-Installationsanleitung spricht in dem Fall von 40 bis 100 MByte Platzbedarf.

Die /usr-Verzeichnishierarchie ist der Teil des Dateisystems, der zunächst den meisten Platz benötigt. Laut Debian-Installationsanleitung sollte man für eine großzügige Arbeitsplatz- oder Serverinstallation 4 bis 6 GByte reservieren.

Die /var -Verzeichnishierarchie enthält veränderliche Daten. Hier werden Mails und Softwarepakete zwischengespeichert, Log-Dateien geschrieben und Datenbanken aufbewahrt. In Debian wird das Unterverzeichnis /var/www FHS-unkonform anstelle von /srv/www noch für Webseiten genutzt. Die Größe von /var hängt daher stark von der Nutzung des Systems ab. Der Platzbedarf kann variieren von 30 MByte bis zu mehreren GByte.

Unter /home lagern die Verzeichnisse der Benutzer. Dementsprechend hängt die Größe von der Anzahl der Systembenutzer ab. Laut Debian-Installationsanleitung sollte man mindestens 100 MByte reservieren. Das ist heutzutage allerdings eher lächerlich angesichts der Menge am MP3-Dateien, Bildern und Filmen, die Benutzer auf dem System speichern. Hier kann die Empfehlung nur lauten: Stellen Sie möglichst viel Platz zur Verfügung.

Zwar kommt man generell mit einer Festplatte und einer Partition aus. Geschickter ist aber der Einsatz von mindestens zwei Festplatten. Eine Platte kann das System enthalten, die andere die Home-Verzeichnisse. So kann man schnell die /home -Verzeichnishierarchie in ein anderes System übernehmen. Die Home-Verzeichnisse können Sie außerdem mit dem Logical Volume Manager verwalten; das hat den Vorteil, dass Sie bei Bedarf zur Verzeichnisstruktur einfach weitere Partitionen hinzufügen können.

Auf der Systemplatte wiederum sollten Sie zumindest für /var und /tmp eigene Partitionen definieren - für /tmp , weil alle in das Verzeichnis schreiben dürfen, für /va r aus dem bereits erwähnten Grund: Läuft die Partition voll, etwa weil der Rechner mit Spam geflutet wird, reagiert zumindest der Rest des Systems noch. Tipp: Wer so etwas zu befürchten hat, kann auch das Verzeichnis /var/mail auf eine eigene Partition auslagern.

Eine weitere Partition können Sie für den Swap-Speicher vorsehen. Der Zwischenspeicher kann zwar auch einfach in einer Datei liegen. Effizienter ist es allerdings, diesem eine eigene Partition zu gönnen. Es herrschen verschiedene Meinungen, ob der auf der Systemplatte oder woanders liegen sollte: Einige sind der Ansicht, Swap-Speicher und System sollten auf unterschiedlichen SCSI- oder IDE-Kanälen liegen. Als Größenempfehlung gibt es in Linux-Kreisen die Pi-mal-Daumen-Regel: Die Swap-Partition sollte so groß sein wie der Arbeitsspeicher.

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