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Festplatten: Unterschiede bei Drehzahl und Standby

22.09.2008 | 08:21 Uhr |

So sieht das Innenleben einer Flash-Speicher-Festplatte aus.
Vergrößern So sieht das Innenleben einer Flash-Speicher-Festplatte aus.
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Hinsichtlich der Notebook-Festplatten geht der Trend analog zu den Modellen für Desktop-PCs hin zu immer mehr Speicherkapazität. Da bei Notebooks aber stets auch der Energieverbrauch besonders im Vordergrund steht, haben neue Festplattenmodelle auf diesem Gebiet interessante Neuigkeiten zu bieten. So arbeiten beispielsweise die gigantische 500 GB fassenden Festplatten Fujitsu MHZ2 BT (4.200 U/min) und Hitachi 5K500 (5.400 U/min) laut Herstellerangaben mit einer Leistungsaufnahme bei Lese- und Schreibzugriffen mit lediglich 1,8 respektive 1,9 Watt.

Beachtlich ist allerdings der Unterschied in Phasen ohne Zugriffsaktivitäten. Hier punktet die langsam drehende Fujitsu-Festplatte mit einem Verbrauch von lediglich 0,5 Watt, während das Hitachi-Modell mit 0,95 Watt einen fast doppelt so hohen Energieverbrauch aufweist. Welche Entwicklung sich in den letzten Jahren vollzogen hat, zeigt folgendes Beispiel: Die 60-Gigabyte-Festplatte MHT2060AH von Fujitsu aus dem Jahre 2004 verbrauchte noch 2,3 Watt für Lese- und Schreibvorgänge und 0,85 Watt im Ruhezustand. Angesichts einer annähernden Verzehnfachung der Kapazität und Erhöhung der Transferleistung ein nicht zu unterschätzender Schritt in die richtige Richtung.

Ferro-magnetische Festplatten verbrauchen vergleichsweise viel Strom und sind mechanisch anfällig.
Vergrößern Ferro-magnetische Festplatten verbrauchen vergleichsweise viel Strom und sind mechanisch anfällig.
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Solid State Disks rücken Festplatten auf den Leib
Als Alternative zu den herkömmlichen Festplatten rücken deshalb in letzter Zeit vermehrt Flash-Speicher in den Aufmerksamkeitsfokus. Flash-Speicher werden beispielsweise in USB-Sticks, MP3-Playern, Mobiltelefonen und Digitalkameras verwendet. Sie haben zwei entscheidende Vorteile gegenüber den althergebrachten ferro-magnetischen Speichern: Sie sind dank der geringen Zugriffzeit deutlich schneller als herkömmliche Festplatten, da hier das zeitaufwendige Platzieren des Schreib-Lese-Kopfes entfällt. Außerdem sinkt das Betriebsgeräusch, da es keine mechanisch bewegten Teile gibt. Und aus demselben Grund sind Flash-Speicher deutlich sicherer als Magnetspeicher, da die gefürchteten Head-Crashs, also das Aufsetzen der Schreib-Lese-Köpfe auf den Plattern, hier unmöglich sind. Und durchschnittliche Zugriffszeiten im "Nullkomma-Bereich“ sind ebenfalls mehr als beeindruckend.

Zudem benötigen Flash-Speicher für Lese- und Schreibzugriffe deutlich weniger Strom als klassische Festplatten. Flash-Speicher-Festplatten - so genannte Solid State Disks (SSD) - brauchen unter Last etwa 0,5 Watt, während bei klassischen Festplatten die Leistungsaufnahme ungefähr viermal höher ausfällt (siehe oben). Im Ruhezustand werden bei Flash-Speicher-Festplatten sogar lediglich sensationelle 0,1 Watt erreicht. Diese Werte werden vor allem deshalb erzielt, weil bei diesen Medien keine beweglichen Teile wie Elektromotoren zum Einsatz kommen. Während des Betriebs entsteht zudem deutlich weniger stromzehrende Abwärme.

Winzig: Einzelbaustein einer Strom sparenden Flash-Speicher-Festplatte.
Vergrößern Winzig: Einzelbaustein einer Strom sparenden Flash-Speicher-Festplatte.
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Flash-Speicher direkt auf dem Mainboard
In der Praxis werden Flash-Speicher aber nicht nur als USB-Sticks oder Festplattenersatz eingesetzt. Als Beispiel sei an dieser Stelle Intels speziell für den Merom-Prozessor und den Crestline-Chipsatz entwickelte "Robson-Technologie“ genannt. Hier wird ein Flash-Speicher direkt auf dem Mainboard integriert und verwendet ihn zusätzlich zum Arbeitsspeicher zum schnelleren Zugriff auf Daten und zum Sparen von Strom, da die Festplatte nicht aktiviert werden muss. Folgt man aber den Meinungen der Marktforscher, wird in naher Zukunft der Großteil aller Notebooks mit Flash-Speicher-Festplatten ausgestattet sein - dann ist Robson gar nicht mehr nötig.

Dank energieoptimierter Komponenten produziert das gesamte System weniger Abwärme, die abgeführt werden muss. So müssen beispielsweise die Lüfter seltener arbeiten oder können ihre Arbeit mit einer geringeren Drehzahl verrichten - und auch das spart letztlich Strom und senkt ganz nebenbei das Betriebsgeräusch des Notebooks.

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