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Festplatte selber reparieren? Besser nicht ...

03.06.2019 | 10:18 Uhr | Jan Bindig

Ihre Festplatte zeigt einige typische Anzeichen für einen Defekt. Können Sie als technisch begabter Nutzer selber einen Reparaturversuch starten oder sollten Sie doch besser einen Profi beauftragen?

Schleifende Geräusche und nicht mehr auffindbare Dateien sind Anzeichen für eine defekte Festplatte . Noch deutlicher ist der Fall, wenn der Computer die Festplatte überhaupt nicht mehr erkennt und sich deshalb nicht mehr hochfahren (booten) lässt. Jetzt ist nicht nur der Ärger groß, sondern womöglich auch die Sorge; schließlich haben sich auf dem PC im Laufe der Zeit so einige und mitunter wichtige Dateien angesammelt.

Während es bei privaten Rechnern vielleicht “nur” um fotografische Erinnerungen an die letzten Urlaube geht, muss in Unternehmen dringend gehandelt werden. Nur so lassen sich weiterer Datenverlust vermeiden und womöglich bereits verlorengegangene Daten wiederherstellen.

Festplatte selber reparieren? Besser nicht!

Bedienen Sie die Suchmaschine Ihrer Wahl, spuckt Ihnen diese zahlreiche Tools, Tipps und Tricks aus, mit denen man eine Festplatte reparieren kann - angeblich! Doch gehen Sie falsch vor, drohen weitere Schäden und Datenverluste - also genau das, was Sie eigentlich vermeiden möchten. Bringen Sie dann eine komplett durch DIY-Datenrettungsversuche beschädigte Festplatte zum Profi, kann auch der oft nicht mehr helfen. Besser: Finger weg und direkt zum Profi gehen.

Was Spezialisten für Datenrettung anders machen

Selbstverständlich nutzen auch Spezialisten eine Datenrettungssoftware. Dabei handelt es sich jedoch um teils individuell programmierte Profi-Software, mit der beispielsweise kritische Bereiche der Festplatte “übersprungen” werden können. Das schont die Magnetscheiben und verhindert weitere Datenverluste. Freeware zur Datenrettung aus den Weiten des Internets kann hier nicht mithalten.

Ein noch viel wichtigerer Punkt ist die Erfahrung der Dienstleister. So wie Kopfschmerzen verschiedene Ursachen haben können, so verschieden sind die Gründe für eine klackernde oder schleifende Festplatte. Ist der Defekt erstmals im laufenden Betrieb aufgetreten, ist die externe Festplatte - oder aber gesamte Laptop - heruntergefallen (Headcrash) oder könnten äußere Einflüsse wie Hitzeeinwirkung, Luftdruckveränderungen und hohe Luftfeuchtigkeit Ursachen der beschädigten Festplatte sein?

Professionelle Datenretter schauen sich die Symptome und deren Zusammenhänge genau an und gehen bei der späteren Behandlung äußerst behutsam vor. Ob es sich um einen logischen Defekt (Softwarefehler) oder einen mechanischen Defekt handelt, ist für den Laien meist nicht zu erkennen.

Profi-Werkzeug und staubgeschützte Labore

Beim Öffnen der Festplatte kommt beispielsweise spezielles Werkzeug zum Einsatz, das man zu Hause nicht einfach so herumliegen hat. Denn öffnet man die Festplatte mit dem falschen Schraubendreher, richtet man durch die entstehenden Kratzer im Zweifel nur noch mehr Schaden an. Gleichzeitig passiert das Entfernen defekter Bauteile sowie der Einbau der Festplatten-Ersatzteile bei Profis in einem Reinraum. Diese Vorrichtung im Datenrettungslabor verhindert, dass sich Staubpartikel zwischen Schreib-/Lesekopf und Magnetscheibe ablagern und dort weiteren Schaden anrichten.

Häufigste Anzeichen (Symptome) einer defekten Festplatte

Oft handelt es sich bei Festplatten-Defekten um ganze Verkettungen von Ursachen. Am Ende ist die Leseeinheit der Festplatte dann nicht nur mechanisch, sondern auch aufgrund elektrostatischer Entladung beschädigt. Erkennbar sind die Defekte an verschiedenen Symptomen:

  • HDD wird nicht erkannt

  • HDD startet nicht mehr

  • Festplatte macht Schleif-/Kratzgeräusche

  • Festplatte klackert

  • Festplatte fiept / piept

Statt in Panik zu verfallen und die falschen Entscheidungen zu treffen, ist Ruhe zu bewahren. Der erste Schritt sollte immer das Ausschalten des Geräts und die komplette Trennung der Festplatte vom Stromnetz sein. Das gilt für externe Festplatten und Server genau so wie für die in Notebooks oder stationären PCs verbauten Speichermedien.

Bei einer externen Festplatte kann man nun die Verkabelung recht simpel prüfen. Einen Desktop-PC oder Laptop muss man dafür bereits aufschrauben. Spätestens hier sollte der Versuch der Do-It-Yourself Festplattenreparatur gestoppt und die Festplatte (oder der gesamte PC) einem Fachmann übergeben werden.

Datenwiederherstellung = Festplatte wie neu?

Bei der professionellen Datenrettung werden die Festplatten kurzzeitig restauriert und ausgelesen - die Daten werden dann auf einen unbeschädigten Speicher übertragen.

Die (ursprünglich) defekte Festplatte sollte im Anschluss an die “Reparatur” aber nicht weiterverwendet werden, auch wenn dies prinzipiell möglich wäre. Um weiteren Datenverlust durch erneut auftretende Defekte zu vermeiden, empfehlen Experten, die geretteten Daten auf eine neuwertige Festplatte zu überspielen.

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