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So klappt die Fernwartung mit Teamviewer

10.02.2021 | 16:19 Uhr |

Für den privaten Einsatz ist die Fernwartungssoftware Teamviewer gratis. Damit können Sie Rechner ganz einfach aus der Ferne warten und PC-Probleme bei Freunden und Kollegen ruckzuck lösen.

Die Lösung für den unkomplizierten Blick auf den Rechner eines Hilfesuchenden heißt Fernwartung beziehungsweise -steuerung. Hierzu ein Beispiel aus der Praxis: Erkennt Windows 10 einen älteren USB-Drucker partout nicht, muss man im Geräte-Manager unter Umständen alle verfügbaren Anschlüsse inklusive verschiedener Einstellungen ausprobieren. Weiß der Nutzer mit dem Druckerproblem nicht, was zu tun ist, bekommt der Helfer am Telefon keine direkte Rückmeldung und weiß häufig nicht einmal, welcher Dialog am anderen PC gerade offen ist.

Um Probleme auf einem entfernten Rechner zu lösen, greift der Helfer also am besten per Fernzugriff alias Remote Control auf den Problem-Rechner zu. Als Universalwerkzeug für diesen Zweck hat sich das in Deutschland entwickelte Programm Teamviewer etabliert. 

Teamviewer wird immer besser

Teamviewer entwickelt seine Software ständig weiter. Mitte Januar 2021 hat Teamviewer seine Meeting-Funktion in den Teamviewer-Client integriert. Damit können Sie sowohl am Desktop-PC als auch mobil Ende-zu-Ende-verschlüsselte Videokonferenzen durchführen. Bei der Gratis-Version können bis zu fünf Teilnehmer an Videokonferenzen teilnehmen. Ein Überblick über die Features von Teamviewer Meeting:

  • Instant-Konferenzen direkt aus der Kontaktliste heraus

  • HD-Videoqualität

  • 4K-Multimonitor-Screensharing

  • Das Sperren laufender Meetings, um die Privatsphäre zu erhöhen

  • Optionaler Passwortschutz für Meetings

  • Outlook-Integration für Termine

  • Aufzeichnungsfunktion für Konferenzen

Das neue Teamviewer Meeting ist direkt aus dem Teamviewer-Client ohne weitere Installation für alle Nutzer, egal ob privat oder kommerziell, zugänglich. Die kostenfreie Teamviewer-Lizenz ermöglicht Meetings mit 5 Teilnehmern.

Wichtiger Sicherheitstipp: Sie sollten für Teamviewer unbedingt ein sicheres Passwort vergeben. Denn die weltweit beliebte Fernzugriffslösung stellt natürlich wie alle Anwendungen auch ein potenzielles Einfallstor für Hacker dar. Das bewies im Februar 2021 das Beispiel der Wasserwerke von Oldsmar. Dort wollten Hacker über einen Teamviewerzugriff das Trinkwasser vergiften.

Vorteile von Teamviewer

Teamviewer bietet zahlreiche Funktionen, ist sehr einfach zu bedienen, für den privaten Gebrauch gratis und läuft auf diversen Plattformen: Sowohl Hilfe holen als auch Hilfe leisten kann man von und für Geräte mit Windows, Mac-OS, Linux, Android und iOS – und damit sogar von unterwegs.

Voraussetzung für den Fernzugriff ist natürlich, dass beide Geräte mit dem Internet verbunden sind. Das ist aber bei DSL-, TV-Kabel sowie Glasfaseranschlüssen praktisch immer der Fall. Die Bandbreite und Art der Anbindung vor Ort spielen zunächst einmal keine Rolle, Teamviewer läuft gleichermaßen auf per Kabel, WLAN oder Mobilfunk verbundenen Geräten.

Die erste Fernverbindung mit Teamviewer herstellen

Teamviewer muss auf „beiden Seiten“ laufen, sowohl beim Hilfeleistenden als auch beim Hilfesuchenden. Der Einfachheit halber starten wir mit dem klassischen Ansatz, nämlich einem Windows-PC hier und da.

Als Helfer installieren Sie auf Ihrem Rechner den vollumfänglichen Teamviewer . Beim Setup wählen Sie dann bitte die beiden Optionen „Installieren“ und „privat / nicht-kommerziell“. Die „Erweiterten Einstellungen“ für das Ferndrucken und weitere Funktionen benötigen Sie zunächst nicht. Nach einem Klick auf „Stimme zu – fertigstellen“ ist das Programm startklar.

Derjenige, auf dessen Computer über das Internet zugegriffen werden soll, kann die gleiche Software installieren, er muss es allerdings nicht. Hier genügt die sogenannte „Quick Support“-Variante , die sich im Wesentlichen auf die Verbindung und die Erlaubnis zur Fernsteuerung beschränkt. Sie ist ohne Installation direkt startklar. Nach dem Starten von Teamviewer QS erscheint die neun- oder zehnstellige ID des zu übernehmenden Geräts und ein bei jedem Aufrufen neu generiertes, zufälliges Kennwort. Beides gibt Ihnen der Hilfesuchende am einfachsten telefonisch durch.

Die Geräte-IDs bleiben immer gleich, sodass man sie bei einem wiederholten Hilfegesuch nicht erneut nachfragen oder nennen muss. Nur das Passwort ändert sich jedes Mal, ansonsten könnte ein Helfer den fremden Computer ja später heimlich und ohne Zustimmung übernehmen. Sobald Sie also die ID Ihres Partners und im nächsten Schritt das Kennwort eintippen, ist die Verbindung zwischen beiden Rechnern hergestellt. Ein Tipp: Als Helfer können Sie später mithilfe von „Aktionen –› Remote Update“ sogar die Hauptversion auf dem fremden Computer nachinstallieren.

Die Verbindung zwischen beiden Rechnern steht. Der Hilfesuchende, auf dessen Computer Teamviewer QS läuft, sieht sodann rechts unten die Verbindungsübersicht. Er muss erst einmal gar nichts weiter machen, kann die Übernahme durch Anklicken des „X“ jedoch jederzeit unterbrechen.

PC mit Tastatur und Maus steuern, am Telefon miteinander sprechen

Darüber hinaus ist der Desktop des übernommenen PCs zur eindeutigen Kenntlichmachung schwarz abgedunkelt. Als Helfer sehen Sie nicht nur exakt den Bildschirminhalt des Hilfesuchenden, sondern Sie können den fernen Computer mittels Tastatur und Maus auch komplett steuern – was übrigens ebenfalls für den Hilfesuchenden gilt! Beide sehen bei einer normalen Internetverbindung also gegenseitig und praktisch verzögerungsfrei, was der andere gerade an dem einen Rechner macht.

So präsentiert sich Teamviewer nach dem Setup das erste Mal.
Vergrößern So präsentiert sich Teamviewer nach dem Setup das erste Mal.

In der Praxis hat es sich bewährt, dass beide Partner während der Rechnerfernwartung miteinander telefonieren. Zwar unterstützt auch Teamviewer selbst ein Headset oder Mikrofon und Lautsprecher, ein Festnetz- oder Mobiltelefon erfüllt jedoch den gleichen Zweck. Der Helfer kann auf diese Weise parallel Fragen beantworten und zugleich erklären, was er gerade ausführt beziehungsweise ausprobiert. Die Person gegenüber ist hierdurch besser im Bild und kann sich gegebenenfalls beim nächsten Mal sogar selbst helfen, wenn das gleiche Problem erneut auftauchen sollte.

Dateiübertragung, Neustart, Chat, Telefonie, Ferndrucken und mehr

Als Helfer hat man in der vollfunktionalen Teamviewer-Variante sehr viel mehr Möglichkeiten. Die Funktionsleiste am oberen Bildschirmrand enthält vier wichtige Register: Die „Aktionen“ bieten unter anderem den Fern-Reboot ("Entfernten Computer neustarten"), die Übertragung spezieller Shortcuts sowie die Tastenkombination "STRG+ALT+ENTF" zum Starten des Task-Managers auf dem ferngesteuerten PC.

Das Menü Aktionen
Vergrößern Das Menü Aktionen

Hinter „Ansicht“ verbergen sich diverse Darstellungsoptionen, vom Anpassen der Auflösung bis hin zum Vollbildmodus.

Das Menü Ansicht
Vergrößern Das Menü Ansicht

Das Register „Audio/Video“ erlaubt neben dem Tastatur-Chat und der Sprach- und Videotelefonie auch eine „Whiteboard“-Funktion zum Freihandzeichnen, um zum Beispiel Teile des Bildschirms hervorzuheben.

Das Menü Audio/Video
Vergrößern Das Menü Audio/Video

Das Menü „Extras“ ermöglicht das Einladen weiterer Teilnehmer, eine Sitzungsaufzeichnung und ein Remote Update.

Das Menü Extras.
Vergrößern Das Menü Extras.

Die „Dateibox“ können beide Seiten verwenden, um sich gegenseitig Dateien zur Verfügung zu stellen. Sobald ein File mithilfe von Drag & Drop in die Dateibox gezogen wird, bekommt der andere Zugriff darauf.

Eine weitere Funktion soll abschließend nicht unerwähnt bleiben: Der Helfer kann über "Extras, Sitzungsaufzeichnung" einen Screencast erstellen. Also eine fortlaufende Videoaufzeichnung, die sämtliche Bildschirminhalte inklusive der Mausbewegungen und über Teamviewer geführte Chats umfasst. So ein Screencast ist nützlich, wenn das erörterte und zwischenzeitlich mittels Fernwartung gelöste Problem nochmals auftreten sollte. Dann kann der Hilfesuchende das aufgezeichnete Video einfach per Doppelklick aufrufen. Noch mehr Details und Funktionen bietet das ausführliche Handbuch als PDF .

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