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Feinarbeit

07.04.2008 | 11:19 Uhr |

8. Kurvenarbeit mit Automatik und Pipetten
Wer mehr Einfluss auf die Verteilung der Mitteltöne nehmen will, nutzt die Gradationskurven. Das Dialogfenster besitzt dieselben Autofunktionen und Pipetten wie die Tonwertkorrektur. Doch zeigt es nicht die Tonwertverteilung an, sondern nur die Kurve, die nach Aufruf der Funktion immer zunächst linear ist, also den Ausgangszustand anzeigt. Am besten setzen Sie die Gradationskurven ein, wenn Sie den Kontrast der Mitteltöne ändern möchten, ohne Weiß- und Schwarzpunkt des Bilds anzutasten. Da Sie mehrere Korrekturpunkte setzen dürfen, können Sie so den Kontrast der Mitteltöne heben oder senken. Dies empfiehlt sich für Bilder, die farblich stimmig sind, den vollen Tonwertumfang besitzen, aber noch einen falschen Kontrastverlauf aufweisen. Am besten nutzen Sie zunächst die Tonwertkorrektur und danach die Gradationskurven, bevor Sie sich an das Ändern einzelner Farbwerte machen.

Farbstich entfernen: Mit dem Pipettenwerkzeug klicken Sie auf die weißeste Stelle im Foto
Vergrößern Farbstich entfernen: Mit dem Pipettenwerkzeug klicken Sie auf die weißeste Stelle im Foto
© 2014

9. Farben eines Fotos gezielt ändern
Zum Beseitigen eines Farbstichs befinden sich ebenfalls verschiedene Methoden im Photoshop-Werkzeugkasten. Neben den bereits erwähnten Funktionen Variationen, Tonwertkorrektur und Gradationskurven widmet sich besonders die Funktion „Farbbalance“ dieser Aufgabe, die im Prinzip genauso arbeitet wie die visuelle Methode der Variationen. Über Schieberegler für die drei Farbachsen Cyan/Rot, Magenta/Grün und Gelb/Blau stellen Sie den richtigen Ton ein.

Differenzierter rücken Sie Farbstichen mit der Funktion „Farbton/Sättigung“ zu Leibe. Zudem erlaubt diese Korrekturmethode das Ändern von Farbsättigung und Helligkeitsverlauf des Bilds. Letztere Funktion verrät auch etwas über den internen Farbraum von Photoshop – sie ist als „Lab-Helligkeit“ benannt.
Photoshop übersetzt aus dem jeweiligen Dokumentfarbmodus in das Lab-Farbmodell, das die Helligkeit getrennt von den Farbwerten bearbeiten kann. „L“ steht für Luminanz, „a“ und „b“ für die Farbspektren Blau/Orange und Grün/Rot, über die sich alle Farbtöne definieren lassen. Nicht alle Farbkorrekturmethoden berücksichtigen diesen internen Farbraum, die Methode via Farbton/Sättigung aber schon.
Tipp: Wer eine Kontraständerung nur über die Helligkeitswerte der Bildpunkte erzielen will, ohne die Farborte zu verschieben, kann das Bild vorübergehend in den Lab-Modus wandeln und dann die Gradationskurve für den Luminanzkanal einstellen.

Farbbereich auswählen: Um gezielt einzelne Farbbereiche des Bilds zu ändern, müssen Sie im Ausklappmenü des „Farbton/Sättigung“-Dialogfelds eine Farbvorgabe auswählen
Vergrößern Farbbereich auswählen: Um gezielt einzelne Farbbereiche des Bilds zu ändern, müssen Sie im Ausklappmenü des „Farbton/Sättigung“-Dialogfelds eine Farbvorgabe auswählen
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10. Farben mit der Pipette aufpeppen
Innenaufnahmen ohne Blitzlicht weisen oft einen starken Rotstich auf, während Blitzaufnahmen eher bläulich und kalt wirken. Beide Probleme lösen Sie in Photoshop Elements mit Hilfe der Dialogbox „Farbstich entfernen“, die Sie im Menü „Überarbeiten, Farbe anpassen“ aufrufen.
Vorschau einschalten: Setzen Sie im sich öffnenden Dialogfenster ein Häkchen vor „Vorschau“. Klicken Sie auf eine möglichst weiße Stelle im Bild – etwa eine weiße Fläche oder einen Glanzpunkt. Der Farbwerte werden dadurch neutralisiert. Das Foto wirkt nun nicht mehr stichig. Ein Klick auf „OK“, und der unschöne Farbfehler ist dauerhaft verschwunden.
Pipette aktivieren: Unter dem Menüpunkt „Überarbeiten, Belichtung anpassen, Tonwertkorrektur“ finden Sie eine Schwarz- und eine Weißpipette sowie eine Pipette für Mitteltöne. Mit diesen Werkzeugen können Sie den Kontrast von Digitalfotos steigern. Um das Bild aufzupeppen, klicken Sie auf das Symbol mit der schwarz gefüllten Pipette – damit definieren Sie den Schwarzpunkt neu. Wenn Sie mit der Maus einen Moment auf dem Icon verweilen, erscheint der Hinweistext „Schwarzpunkt setzen“. Klicken Sie auf die dunkelste Stelle im Motiv. Damit wird die dunkelste Farbe im Bild auf sattes Schwarz gesetzt, und das Bild wirkt kontrastreicher.
Farbe auswählen: Klicken Sie auf die weiß gefüllte Pipette und eine ganz helle Stelle im Bild. Diesen Helligkeitsbereich hebt Photoshop Elements nun auf reines Weiß an. Insgesamt zeigt das Bildmotiv nun einen deutlichen, aber nicht überzogenen Kontrast mit der bisherigen Farbgebung.
Farben: Durch die Anpassung des Schwarz- und des Weißpunkts tritt in vielen Fällen ein ungewollter Farbstich auf. In diesem Fall klicken Sie noch auf die graue Pipette. Dann klicken Sie in einen Bildbereich, der neutralgrau oder schwarz erscheinen soll. So verschieben Sie das gesamte Farbspektrum des Bildes und beseitigen unschöne Farbstiche. Eventuell müssen Sie mehrmals ins Bild klicken, bis Sie eine ideale Graufläche gefunden haben.

11. Selektive Farbkorrektur
Die zweite Methode, sich spezielle Farbbereiche für Modifikationen herauszupicken, heißt „Selektive Farbkorrektur“ und wird vor allem Druckvorstufen-Profis vertraut vorkommen. Hier geht es nämlich um Regelungen im Druckfarbraum CMYK. Den Flächendeckungsgrad jeder Prozessfarbe für die verschiedenen Farbspektralbereiche können Sie bis zu einer gewissen Grenze erhöhen oder absenken.

Dazu stehen die beiden Methoden „Absolut“ und „Relativ“ zur Auswahl. „Absolut“ erhöht beispielsweise 100 Prozent Zugabe bei 40 Prozent Cyan auf 50 Prozent, während „Relativ“ nur um zwei Prozentpunkte anhebt. Reprospezialisten sind aber von dieser Verfahrensweise wenig begeistert – sie wollen direkt numerische Zielwerte eintippen.
Tipp: Die wichtigsten und die am besten geeigneten Funktionen zum Korrigieren von Farben und Kontrasten finden sich in Photoshop auch als Einstellungsebenen. Damit können Sie Modifikationen nicht destruktiv über eine Zwischenschicht auf das Bild anwenden. Die Software verschiebt die Farb- und Helligkeitswerte des Ausgangsbilds erst dann endgültig, wenn Sie auch die einzelnen Bildebenen auf eine gemeinsame Ebene reduzieren.

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