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Fazit und Ausblick

Das freie OpenVZ-Projekt bietet Support für seine Nutzer und fördert die Betriebssystemvirtualisierung durch die gemeinsame Arbeit einer Community. Das OpenVZ-Projekt arbeitet aktiv daran, Betriebssystemvirtualisierung in den Mainstream-Linux-Kernel einzubringen. Einige Fortschritte wurden mit de Pre-Patch für den stabilen Linux-Kernel-Baum 2.6.19-rc1 bereits erzielt, der Beiträge von OpenVZ, IBM und Eric Biederman enthält. Diese Initiative trägt zurzeit beim Kernel 2.6.22 weitere Früchte.
Aus dem Duo der Virtualisierungsangebote – OpenVZ und Virtuozzo – macht SWsoft übrigens demnächst sogar ein Trio, wenn das Tochterunternehmen Parallels erstmals ein Server-Produkt auf den Markt bringt. Jede Lösung hat ihre eigenen Vorteile und idealen Einsatzszenarien.


Kirill Kolyshkin ist Manager der OpenVZ-Projekts.

Hintergrund: Über OpenVZ und Virtuozzo

OpenVZ erstellt eine Vielzahl isolierter, sicherer virtueller Umgebungen (Virtual Environments = VEs) auf einem einzigen physischem Server. Das sorgt für eine bessere Serverausnutzung und stellt sicher, dass Applikationen nicht miteinander in Konflikt geraten. Jede VE arbeitet und verhält sich genau wie ein eigenständiger Server. VEs können unabhängig voneinander neu gestartet werden und haben Root-Zugriff, Benutzer, IP-Adressen, Speicher, Prozesse, Dateien, Programm, Systembibliotheken und Konfigurationsdateien.

Im Vergleich zu den virtuellen Maschinen von VMware bzw. Parallels oder zu Paravirtualisierungstechnologien wie Xen bietet OpenVZ weniger Flexibilität, was die Auswahl von Gast-Betriebssystemen betrifft: sowohl Gast- als auch Host-Betriebssystem muss Linux sein – allerdings können verschiedene Linux-Distributionen in verschiedenen VEs eingesetzt werden. Andererseits bietet die Technologie von OpenVZ eine bessere Leistungsfähigkeit, Skalierbarkeit, höhere Dichte, dynamische Ressourcenverwaltung und einfachere Administration. Der Virtualisierungsaufwand beträgt nur ein bis drei Prozent der gesamten Systemleistung.

OpenVZ ist die Open-Source-Software, die als Basis für die kommerzielle Virtualisierungssoftware Virtuozzo (www.swsoft.com/products/virtuozzo/) von SWsoft genutzt wird. Das OpenVZ-Projekt wird von SWsoft unterstützt und ist unter der GPL Version 2 lizenziert. OpenVZ besteht aus Kernel und Tools auf Benutzerebene.

OpenVZ dient SWsoft als Basis für die Virtuozzo-Plattform und als exzellente Testmöglichkeit für künftige Entwicklungen der kommerziellen Produktlinie. OpenVZ unterstützt bis zu acht CPUs mit 32 oder 64 Bit, 64 Gigabyte RAM und ein Maximum von 100 gleichzeitigen VPS-Instanzen. Dazu nutzt OpenVZ eine einzige Version des darunterliegenden Linux-Kernels für jede seiner VPS-Instanzen, wobei unterschiedliche Linux-Distributionen zeitgleich laufen können. Aus diesen Gründen ist OpenVZ ideal für Experimentierfreudige, IT-Integratoren und kleinere IT-Unternehmen, in denen die Hardware möglichst gut ausgelastet sein soll und die Server mit unterschiedlichen Distributionen betreiben möchten.

Virtuozzo hingegen adressiert produktive IT-Umgebungen und bietet eine höhere Skalierbarkeit, Performance und eine größere Vielfalt an Administrationswerkzeugen. Insgesamt gewährleistet Virtuozzo ein einfacheres Management und eine bessere Ausnutzung vorhandener Hardware. Außerdem läuft Virtuozzo sowohl auf Linux- als auch auf Windows-Servern. Auch die Einsatzszenarien sind bei Virtuozzo etwas breiter: Es werden bis zu 32 Prozessoren unterstützt, die auf 32Bit-, 64Bit- oder x86-Architekturen laufen und Zigtausende an virtuellen Umgebungen erlauben. Während Administration, Monitoring und Inbetriebnahme bei OpenVZ über die Kommandozeile funktioniert, bringt Virtuozzo zusätzlich eine GUI und browserbasierte Managementwerkzeuge mit.

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