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Fazit: Gegenwart und Ausblick

01.07.2010 | 10:30 Uhr |

Sieht man sich die rapide Entwicklung an, die AR-Apps wie Layar im letzten Jahr hinter sich hat, kann man Augmented Reality durchaus als kommenden neuen Trend sehen. Beflügelt wird diese Entwicklung durch die wachsende Popularität von positionsbasierten Web-Anwendungen wie Gowalla oder Foursquare . Auch Twitter unterstützt Positionsangaben in Status-Updates, auch Facebook plant wohl eine ähnliche Funktion.

Doch AR-Apps sind bereits jetzt oft eine Bereicherung - selbst wenn man sich in einer Stadt auskennt. Sie bringen die Schwarmintelligenz aus Diensten wie Wikipedia, Qype oder von Twitter weg vom Desktop-Rechner und genau dorthin, wo sie der Nutzer im jeweiligen Moment benötigt. Sei es als Reiseführer, als Restaurant-Guide oder um Kontakte und Freunde im Blick zu behalten.

Dennoch ist die Technik noch nicht massentauglich: Das Nutzen von AR leert den Akku des Smartphones sehr schnell, wenn GPS und UMTS oder WLAN ständig aktiv sind. Dazu kommt die Abhängigkeit von schnellen mobilen Internetverbindungen. Damit werden viele Applikationen außerhalb der Städte oder im Ausland quasi nutzlos, weil das Netz die entsprechende Bandbreite nicht bietet oder es zu viel kostet.
Außerdem befinden sich die 3G-Netze bereits jetzt teilweise an den Grenzen ihrer Kapazitäten - etwa in Ballungsräumen. Das nicht unerhebliche Datenvolumen der AR-Anwendungen verschärft dieses Problem. Die AR-Entwickler sollten sich daher die Hersteller von Navigationsgeräten zum Vorbild nehmen: Daten, die sich nicht oder nur wenig verändern (etwa Wikipedia-Einträge oder Informationen aus Reiseführern), könnten auf den Massespeichern der Smartphones abgelegt werden. Nur lokale Informationen müssten dann über das mobile Internet aktualisiert werden.

Der große Durchbruch von Augmented Reality könnte allerdings gelingen, wenn Spielehersteller diese Technik für sich entdecken. Kombiniert man virtuelle Aufgaben etwa zusammen mit Botengängen in der echten Welt, könnte man damit ein komplett neues Spieleerlebnis schaffen: Wer sich für diese Zukunftsvision begeistern kann, dem sei der Roman "Du bist tot" von Charles Stross ans Herz gelegt.

Haben Sie andere AR-Applikationen, die Sie den PC-Welt-Lesern vorstellen möchten oder gar eigene Ebenen oder Dienste entwickelt? Wie sind Ihre Erfahrungen mit Augmented Reality? Schreiben Sie diese doch in die Kommentare oder in unser Forum.

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