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Facebook Orte: Eingeschränkte Privatsphäre

24.02.2011 | 10:34 Uhr |

Benutzerdefinierte Einstellungen bei Facebook Orte.
Vergrößern Benutzerdefinierte Einstellungen bei Facebook Orte.
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Bei der Standortbestimmung per IP-Adresse oder Meldung der GPS-Daten zum Abruf lokaler Daten wissen nur die Betreiber der Internetseiten und -dienste, wo Sie sich gerade aufhalten. Bedenklicher wird es, wenn Sie die moderne GPS-Lokalisierungstechnik dazu verwenden, Ihren Aufenthaltsort der Allgemeinheit zu melden.

In sozialen Netzwerken sind Lokalisierungsdienste stark im Kommen. Bekanntestes Beispiel ist der auf GPS-Daten basierende Facebook-Dienst Facebook Orte. Er ermöglicht es allen Nutzern des weltgrößten Kontaktnetzwerks, ihren Freunden und Bekannten mitzuteilen, wo sie sich gerade aufhalten – eine freiwillige und leichtfertige Einschränkung der Privatsphäre. Bis vor einigen Wochen gingen solche Ortsangaben bei Facebook nur über den Umweg über externe Lokalisierungsdienste wie Foursquare. Jetzt bietet das Kontaktnetzwerk diese Funktion in Eigenregie an. So attraktiv die Möglichkeit auch sein mag, durch die Standortmeldung auf Bekannte in dere Nähe zu stoßen, so genau sollten Sie darauf achten, dass sie nur an die gewünschten Adressaten gelangt. Bei falschen oder leichtfertigen Facebook-Einstellungen besteht die Gefahr, dass Unbefugte mitbekommen, wo sich bestimmte Facebook-Mitglieder gerade aufhalten, und diese Informationen zum Beispiel dazu verwenden, dessen Wohnung in seiner Abwesenheit leerzuräumen. Ein solcher Fall ging kürzlich durch die Presse.

Das können Sie durch kluge Profil-Einstellungen verhindern: Klicken Sie nach der Anmeldung auf Ihrer Facebook-Startseite im Internet rechts auf „Konto, Privatsphäreeinstellungen“. Standardmäßig ist hier „Nur Freunde“ gewählt, die von Facebook empfohlene Einstellung. Über die Einstellung „Benutzerdefiniert“ können Sie aber auch festlegen, dass nur bestimmte Freunde erfahren dürfen, an welchem Ort Sie sich befinden. Sie können dann bestimmte Personen wählen, denen Sie Ihre Ortsangaben mitteilen oder verheimlichen wollen. Zusätzlich sollten Sie das Häkchen bei „Mich anzeigen“ im „Personen, die jetzt hier sind“-Abschnitt entfernen, da Sie sonst für Bekannte und andere Personen in der Nähe nach dem Setzen einer Ortsangabe sichtbar sind.

Wer Facebook Orte generell nicht nutzen will, braucht im Prinzip nichts zu unternehmen. Denn der Dienst ist erst nach Freischaltung in der App oder in den Einstellungen des Telefons aktiv und per Internet-Browser am PC nicht direkt zu nutzen. Die Einschränkung „im Prinzip“ gilt deswegen, weil es eine fragwürdige Funktion von Facebook Orte gibt, die unabhängig davon arbeitet, ob Sie den Dienst aktiviert haben: Damit lassen sich Ortsangaben für andere Facebook-Freunde, mit denen man zusammen unterwegs ist, mit erledigen. Klingt praktisch, kann aber auch verräterisch sein, wenn man eigentlich zu diesem Zeitpunkt an einem anderen Ort sein sollte oder gar nicht weiß, dass der begleitende Freund so „nett“ war, einen gleich mit einzubuchen. Um das zu verhindern, klicken Sie in den „Privatsphäreeinstellungen“ hinter „Freunde können angeben, dass ich mich an einem Ort befinde“ auf „Einstellungen bearbeiten“ und wählen dort den Eintrag „Gesperrt“.

GPS bei Kameras: Praktisch und unbedenklich
Ausgesprochen nützlich sind GPS-Funktionen bei Digitalkameras. Diese Apparate speichern mit Hilfe eines GPS-Chips den aktuellen Standort direkt im Foto, oft sogar auch die über einen Lagesensor ermittelte Blickrichtung des Fotografen. Viele Bildbearbeitungs-Programme können inzwischen solche Geo-Daten auslesen und sie in Landkarten den richtigen Orten zuordnen. Wer sich nicht mehr daran erinnert, wo ein bestimmtes Foto aufgenommen wurde, wird diese Funktion zu schätzen wissen.

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