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Exoten: Jaz, Zip, Rev, MO

Die klassische 3,5-Zoll-Diskette ist mit ihren lächerlichen 1,44 Megabyte Fassungsvermögen definitiv tot. Zudem ist kaum noch eine Diskette lesbar, nachdem sie zwei oder drei Jahre in einem Schrank stand. Aber es gibt noch einige andere Diskformate, z.B. Zip, Jaz und Rev von Iomega oder die MO-Disks (Magneto Optical), die als große Brüder der Sony MiniDisc gelten.

Vorteile: Wer sich mit dem Sichern reiner Office-Daten (Word, Excel und E-Mail) begnügt, dem können diese Exoten vielleicht gute Dienste leisten. Wichtig ist, dass Sie abwechselnd verschiedene Disks für Ihre Backups benutzen. Das Rev-Laufwerk, das als Quasi-Nachfolger von Zip und Jaz gehandelt wird, fasst immerhin rund 35 Gigabyte komprimierte Daten. Was die Datensicherheit und -haltbarkeit angeht, hat in der Kategorie der Exoten jedoch die MO-Disk die Nase vorn.

Nachteile: Zip eignet sich auf Grund der geringen Grösse (maximal 750 MB) nur bedingt für Backups. Auch Jaz kann mit seinen nicht gerade großzügigen maximal 2 Gigabyte einer DVD±-RW kaum mehr das Wasser reichen. Wer schon einmal erlebt hat, wie sein Jaz- oder Zip-Drive inklusive der Disk mit dem berüchtigten „Click of Death“ in die ewigen Jagdgründe einging, wird diese und ähnliche Formate kritisch beäugen.

Daran und am hohen Preis mag es liegen, warum sich Rev-Disks trotz ihrer brauchbaren Größe und Geschwindigkeit nicht durchgesetzt haben. Ungewiss ist die künftige Verfügbarkeit der Laufwerke. Ein CD- bzw. DVD-Laufwerk steckt in jedem PC, ausgenommen vielleicht Netbook oder Nettops. Experten gehen dementsprechend davon aus, dass Sie in fünf oder zehn Jahren noch problemlos passende Laufwerke für Ihre Archivscheiben finden. Im Gegensatz dazu sind die Formate Zip, Jaz und Rev schon heute eher dünn gesät. Ist Ihr Laufwerk in fünf Jahren hinüber, ist fraglich, ob Sie ein neues bekommen. Aus diesen Gründen sind Jaz, Zip und Rev nicht als Langzeitarchivmedien geeignet.

MO-Disk: Die Magneto Optical Disk, Bild 4, ist mit der Sony MiniDisc verwandt und bietet laut Spezifikation eine mindestens gleich grosse Datensicherheit wie DVD-RAM . Die Scheiben sind immer durch ein Gehäuse geschützt. Zudem sind sie nicht lichtempfindlich und stören sich auch kaum an Magnetfeldern. Es gibt MO-Disks mit Kapazitäten zwischen 128 MB und 13,7 GB. Obwohl sie sich als Archivmedien gut eignen, haben auch sie ihre Schattenseiten. Erstens sind die Geräte und Disks recht teuer, zweitens sind die Laufwerke nicht weit verbreitet und mittlerweile in Europa nicht mehr erhältlich.

Speicherbunker mit gutem Ruf, aber in Europa kaum erhältlich: Magneto Optical Disk
Vergrößern Speicherbunker mit gutem Ruf, aber in Europa kaum erhältlich: Magneto Optical Disk
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Tipp: Verzichten Sie auf exotische Speichermedien und weichen Sie stattdessen auf die billigeren, aber praktisch genauso sicheren DVD-RAM aus.

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