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Ewig wachsen die Postkörbe

09.06.2007 | 20:53 Uhr |

Nach den Ursprüngen Mitte der 1960er Jahre hat sich E-Mail langsam als elektronische Alternative zum Papierbrief (zur Hauspost in Unternehmen) entwickelt und spätestens mit dem Internet in den 1990ern auf breiter Front durchgesetzt. Dabei sind die Mechanismen ähnlich geblieben: Wie der herkömmliche Briefverkehr ist E-Mail ein asynchrones Medium der Absender hat keinerlei Kontrolle, ob und wann er eine Antwort bekommt.

In beiden wird Wert auf eine formal ordentliche Sprache gelegt, sie beginnen in der Regel mit einer formalen Anrede und schließen ,,Mit freundlichen Grüßen". Beide gelten als Beweismittel (EMails allerdings nur mit digitaler Signatur). Geschäftliche Briefe wurden früher in Ordnern sortiert abgelegt. Das erledigt heute der elektronische Postkorb mit seiner hierarchischen Struktur.

Ein großer Unterschied besteht darin, in E-Mails elektronisch suchen zu können, was auch dazu verleitet, Postkörbe anwachsen zu lassen. Somit gibt es zwei wesentliche Bearbeitungsprinzipien bei Postkörben: die Suche in allen Dokumenten und das ,,Last in first out", bei dem zuerst das bearbeitet wird, was zuletzt hineingekommen ist. Man könnte auch sagen ,,Aus den Augen, aus dem Sinn", denn was sich nicht mehr auf den ersten ein bis zwei Seiten befindet, gerät in Vergessenheit.

Einen wesentlichen Beitrag zum Informationschaos leisten Anhänge, die es erlauben, den Postkorb auch noch als Dokumenten-Management-System zu missbrauchen. Unter dem Gesichtspunkt effizienter Informationsverarbeitung gibt es keinen Grund, auf eine Mail-Datenbank mit einer Größe von einem oder gar mehreren Gigabyte stolz zu sein.

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