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Es muss nicht immer Google Maps sein

09.09.2009 | 11:01 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Einen guten Überblick über Google Maps-Mashups bietet die Seite Googlemapsmania in den beiden Artikeln 50 Things to do with Google Maps Mashups und 50 More Things to do with Google Maps Mashups . So nutzen beispielsweise Immobilien-Händler auf Google Maps basierende Webangebote um ihre Liegenschaften an den Mann und an die Frau zu bringen. Aber auch Scherzportale wie whatsyourplace , wo man virtuellen Grundbesitz erwerben kann, lassen sich damit realisieren.

Die Google Maps-API dürfte zu den meistgenutzten Programmierschnittstellen für Websites mit eingebauten Karten sein. Doch die Google-Maps-API ist keinesfalls allein auf weiter Flur, auch Microsoft und Yahoo! stellen für ihre Kartendienste Programmierschnittstellen bereit. Außerdem gibt es APIs von Map Quest und Map24 und natürlich von dem Open Source-Projekt Open Street Map , auf dessen Karten es allerdings noch etliche Lücken gibt.

Auch wenn man beim Thema Mashups fast zwangsläufig an Google und dessen Tochterangebote wie Youtube als Contentlieferanten denkt, so gibt es durchaus Alternativen. Beispielsweise Amazon und eBay. Ebenfalls relativ wichtig als Inhalte-Lieferant für Mashups ist Flickr . Mit dessen API kann man beispielsweise Fotos in neue eigene Anwendungen einbinden.

In der Touristikbranche entstehen derzeit etliche Geoportale als Mashups, die nicht auf Google Maps basieren. Schauen wir uns diese Geoportale, mit denen sich Touristen bequem von zu Hause aus über die Möglichkeiten am künftigen Urlaubsort informieren können, einmal näher an um ein Gefühl für einen bestimmten Typ von Mashups zu bekommen.

Als technische Basis dient hier Microsoft Virtual Earth , das den Erzrivalen Google Maps aus dem Rennen warf. Es sind in erster Linie die Tourismusverbände aus Bayern, die auf die eContent.Maps/Geoportale der Firma hubermedia GmbH aus dem oberpfälzischen Lam setzen. Die interaktiven Geoportale sollen Urlaubssuchenden einen schnellen und anschaulichen Überblick über Unterkunfts- und Erholungsmöglichkeiten am potenziellen Urlaubsort vermitteln. Außerdem kann man damit virtuell Sehenswürdigkeiten vor Ort besichtigen, Wandertouren ermitteln, Ausschau nach geeigneten Sportaktivitäten halten und spannende Events aufspüren.

Laut hubermedia sollen Hunderte von Geoportalen dieser Art für Franken, Oberbayern, Ostbayern und das Allgäu entstehen. Auch für Österreich existiert bereits ein solches Portal: http://maps.naturfreunde.at . Ein Beispiel mit integrierter JavaScript-API für den Main-Radweg gibt es ebenfalls. Sehenswert ist auch die Lösung für die Ferienregion Bayerischer Wald. Weitere Beispiele für derartige Geoportale sind: http://www.rinchnach.de , http://www.tourismus-straubing-bogen.de/regionskarte/ und http://www.arberregion.de . Der Tourismusverband Ostbayern e.V. stellt die interaktive Karte für den Bayerischen Wald interessierten Unternehmen wie beispielsweise Pensionen und Gasthäusern kostenlos zur Integration in deren Webauftritte zur Verfügung. Voraussetzung: Die Firmen müssen das Logo "Bayerischer Wald" in ihre Website einbinden und auf www.bayerischer-wald.de verlinken. Außerdem muss eine Nutzungsvereinbarung unterschrieben werden.

Für alle diese Portale ist aber eine leistungsfähige Breitbandverbindung erforderlich. Doch selbst bei bester Internetanbindung wird das Nachladen der Daten mitunter zum Geduldsspiel. Die genauen Funktionen variieren zudem von Portal, so kann man beispielsweise teilweise eine 3D-Ansicht nutzen (für die allerdings ein separates Browser-Plugin erforderlich ist). Der Auftraggeber kann festlegen, welche Zusatzinformationen den Nutzern zur Verfügung gestellt werden, so kann man sich beispielsweise beim Main-Radweg Fahrradreparaturwerkstätten anzeigen lassen.

Virtual Earth konnte laut Stefan Huber, Geschäftsführer von hubermedia, Google Maps als Content-Lieferant aus dem Rennen werfen, weil es ein flexibleres Lizenzmodell für die kommerzielle Nutzung bot und Schrägbilder (BirdView) bei Virtual Earth ein spannendes Feature sind. Zudem bestand bei den Tourismusverbänden wohl eine gewisse Skepsis gegenüber der Art und Weise, wie Google mit Inhalten umgeht.

Mashups sind zudem für Nachrichtenportale eine wichtige Basis. Das funktioniert nach dem Motto: Wir nehmen bereits vorhandene Meldungen, sortieren sie sinnvoll nach einem neuen Kriterium und präsentieren sie so dem Leser. Für den Leser hat das den Vorteil, dass er sich seine Informationen nicht mehr von verschiedenen verstreuten Seiten zusammensuchen muss, sondern sie gleichmäßig aufbereitet aus einer Hand bekommt. Beispiele hierfür sind http://www.i-welt.de/ mit Informationen rund um alle Mac-Produkte mit dem i vorn im Namen. Oder central-it http://www.central-it.de/ als zentrale Anlaufstelle für IT-Entscheider. Google stellt mit der Google AJAX Feed API eigens eine Programmierschnittstelle zur Einbindung von RSS- und Atom-Feeds mittels AJAX/Javascript bereit. Bei diesen Feeds handelt es sich um ein Nachrichtenformat, das auf XML basiert.

Eine wichtige Informationsquelle zu Mashups ist die Seite programmableweb.com . Sie informiert fortlaufend über neue Mashups und über Änderungen an den APIs.

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