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Erste sinnvolle Schritte

01.10.2007 | 08:30 Uhr |

Unsichtbar: Im Finder sieht man nur wenig Objekte im oberste Ordner. Verantwortlich dafür ist ein Eintrag in der Datei „/.hidden“ (siehe Befehl „cat“ im Abschnitt „Mehr über die Unsichtbarkeit“).
Vergrößern Unsichtbar: Im Finder sieht man nur wenig Objekte im oberste Ordner. Verantwortlich dafür ist ein Eintrag in der Datei „/.hidden“ (siehe Befehl „cat“ im Abschnitt „Mehr über die Unsichtbarkeit“).
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Zum Einstieg sollte man die Shell von Mac-OS X zur Introspektion nutzen, sprich: zur Fehlersuche und -analyse. Die beginnt mit den altbekannten Befehlen „ps“ und „ls“, was für die englischen Begriffe „process statistics“ und „list“ steht. Wer deren volle Möglichkeiten ausschöpfen will, sollte das Handbuch dazu in der Shell aufrufen, zum Beispiel mit „man ps“.

In diesem Handbuch bewegt man sich mit der Leertaste um eine Seite vor und mit der Taste „b“ um eine zurück. Um das Handbuch zu verlassen, drückt man die Taste „q“. Wesentlich komfortabler geht es aber mit einem Zusatzprogramm wie Bwana ( www.bruji.com ). Damit kann man das Handbuch in einem beliebigen Internet-Browser ansehen.

Am Anfang der Arbeit empfehlen wir dringend, nur Befehle zu verwenden, die nichts im Dateisystem verändern und auf alle Ausgabeoperatoren (wie das erwähnte Größer-Zeichen) zu verzichten. Denn die Unix-Befehle liefern – ohne Änderungen an den Dateien und Ordnern – zum Beispiel wichtige Informationen über den Inhalt eines Ordners und den Platzverbrauch der Dateien:

ls -lah ~/

du -h -d 1 ~/

cat /.hidden

Die ersten zwei dieser drei Befehle zeigen den Inhalt des Benutzerordners an. Das Zeichen Tilde (das man auf der Macintosh-Tastatur mit Wahltaste-n erhält) ist in der Shell bash ein Synonym für den Benutzerordner des gerade aktiven Shell-Benutzers.

Bei beiden Befehlen haben wir zusätzliche Parameter verwendet, um die Ausgabe nach unseren Vorstellungen zu formatieren. In der ersten Zeile steht der Befehl „ls“ mit dem Parameter „-lah“ und der Kurzform für den Namen des Benutzerordners. Damit erhält man:

  • a“ eine Ansicht aller Dateien (auch der im Finder unsichtbaren) und Unterordner in diesem Ordner,

  • „l“ bei denen viele Zusatzinformationen in einer langen Zeile stehen und

  • „h“ bei denen der Platzbedarf in einer einigermaßen lesbaren Form genannt wird (B steht für Byte, K für Kilobyte, M für Megabyte und G für Gigabyte).

Letzteres führt aber in die Irre, da der Befehl „ls“ davon ausgeht, dass die kleinste Speichereinheit („block“) auf der Festplatte nur 1 Byte groß ist. Auf heute üblichen Festplatten ist diese Speichereinheit aber zwischen 1 und 4 KB groß. Um den echten Platzverbrauch der Dateien und Ordner zu bestimmen, muss man deshalb die zweite Zeile eintippen.

Sie enthält den Befehl „du“ („disc usage“) mit den Parametern „-h“ und „-d 1“, wieder gefolgt von der Kurzform für den Namen des Benutzerordners. Das Ergebnis sieht man auf der vorigen Seite (wegen unterschiedlicher Blockgrößen gilt das Verfahren nur für die Startfestplatte):

  • „-h“ eine einigermaßen lesbare Form des Platzbedarfs (mit denselben Kürzeln wie zuvor)

  • „-d 1“ bis zur ersten Stufe in der Hierarchie; soll heißen: Der Befehl zeigt nur die Werte für die Ordner im Benutzerordner, analysiert aber nicht die Unterordner dieser Ordner. Die Werte entsprechen den Angaben, die man im Finder erhält, wenn man den Benutzerordner öffnet und in den Darstellungsoptionen („Befehlstaste-J“) das Ankreuzfeld „Alle Größenberechnen“ aktiviert. Allerdings zeigt der Unix-Befehl zusätzlich den Platzbedarf der Ordner, die im Finder unsichtbar sind.

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