Nach einigen Monaten des Betriebes stellte sich bei einigen Anbietern immer mehr Ernüchterung ein. Der Grund: Allem Anschein nach nutzten mehr Anwender ihre Flatrate als das, was sie darstellt, und nicht nach den Vorstellungen der Betreiber: Die Flatrate als Möglichkeit unbegrenzt zu surfen.

Die Folge: Da immer mehr Kunden ihre Flatrate als Standleitung nutzten, also permanent rund um die Uhr online waren, rechneten sich die Geschäftsmodelle nicht mehr.

Viele Anbieter sahen nur einen Ausweg: Sie kündigten die Nutzungsverträge auf. Waren es, wie bei Sonnet, zunächst nur diejenigen Kunden, die die Flatrate vertragswidrig nutzten, zum Beispiel zu wirtschaftlichen Zwecken oder eine unerlaubte Kanalbündelung einstellten, ging es kurze Zeit darauf auch anderen an den Kragen.

Auf Grund massiver Nutzungszeiten wurde wenig später den so genannten "Power-User" gekündigt. Der Vorwurf: Sie seien zu oft und zu lange im Netz geblieben. Im Grunde ein Widerspruch, wenn man eine Flatrate mit den Worten "unbegrenzt surfen für XX Mark" anpreist und sich dann wundert, wenn die Kunden dieses Angebot auch ausgiebig nutzen.

Diese Verzweiflungstaten, häuften sich und waren bereits die Vorboten der logischen Folgerung, dass sich einige der Anbieter zu weit aus dem Fenster gelehnt hatten.

Funone kündigt Flatratekunden (PC-WELT Online, 15.09.2000)

Sonnet gelobt Besserung und kündigt Powerusern (PC-WELT Online, 01.09.2000)

Surf1 kündigt Kunden (PC-WELT Online, 30.08.2000)

Sonnet schert schwarze Schafe (PC-WELT Online, 14.08.2000)

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