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Entwicklungsumgebungen für HTML5 und Flash

28.06.2013 | 01:25 Uhr | Thorsten Eggeling

In der Entwicklungsumgebung Adobe Flash Professional lassen sich Flash-Applikationen schnell entwickeln.
Vergrößern In der Entwicklungsumgebung Adobe Flash Professional lassen sich Flash-Applikationen schnell entwickeln.

Für Flash benötigen Entwickler eine passende Programmier-Umgebung („IDE“- Integrated Development Environment), vorzugsweise das relativ teure Adobe Flash Professional (etwa 700 Euro). SWF-Dateien lassen sich zwar auch mit anderen Programmen erstellen, aber wer ernsthaft mit Flash programmieren möchte, kommt um Adobe Flash Professional kaum herum. Für HTML5 und Javascript reicht dagegen ein beliebiger Texteditor, der natürlich nicht den Komfort einer IDE bietet. Wer mehr möchte, kann beispielsweise zu Eclipse in Kombination mit dem Google Web Toolkit greifen oder die Netbeans IDE verwenden. Adobes HTML-Editor Dreamweaver CS5 unterstützt ebenfalls HTML5, CSS4 und Javascript und auch Adobe Edge eignet sich für die Entwicklung von HTML5-Web-Applikationen für iOS, Android und den Desktop.

Geschwindigkeit

Anders als unter Windows bietet Flash unter Mac OS X und Linux keine Hardwarebeschleunigung. Beim Abspielen von Videos wird daher der Prozessor stark belastet, was zu einer unbefriedigenden Wiedergabe führen kann. Adobe optimiert Flash jedoch weiter in Richtung Geschwindigkeit, sodass auch unter Mac OS X kaum noch Problem auftreten. Bei unterschiedlichen Technologien, Plattformen und Browsern ist es relativ schwierig exakte Benchmarks vorzunehmen. Bei vielen Messungen schneidet Flash jedoch besser ab als HTML5, nachzulesen etwa unter Flash vs HTML5 Performance oder Speed Test: Flash vs. HTML5 On The Nexus One .

Digital Rights Management (DRM)

Wer seine digitalen Werke vor unerlaubter Verbreitung schützen möchte, benötigt ein Rechte-Management. Mit einigen Tricks in ActionScript lässt sich der Download eines Videos oder das Abspielen von der Festplatte einigermaßen sicher verhindern. Wer mehr Sicherheit benötigt, kann den Flash Media Streaming Server und Adobe Flash Access verwenden. HTML5 hat bisher nichts Vergleichbares zu bieten.

Webcam: Über Flash ist es leicht möglich auf die Webcam und das Mikrofon zuzugreifen, etwa für Chat- oder Video-Übertragungsprogramme. Bei HTML5 sind diese Funktionen zwar in Planung aber noch nicht realisiert.

Video: Bei Flash muss sich der Entwickler keine Gedanken darüber machen, ob der Betrachter einer Seite das Video auch abspielen kann. Er muss lediglich prüfen, ob das Flash-Plugin in der richtigen Version installiert ist und gegebenenfalls eine entsprechende Fehlermeldung ausgeben. Bei HTML5 müssen die Videos dagegen in mehreren Formaten bereitgehalten werden.
HTML5-Videos können in verschiedenen Kodierungen vorliegen: Verbreitet sind H.264 (H.264-Video und AAC-Audio in einem MP4 Container), WebM (VP8-Video und Vorbis-Audio) und Theora Video / Vorbis Audio in einem Ogg-Container. Nur Google Chrome beherrscht alle drei Standards. Firefox und Opera können nur mit Theora/Vorbis und Webm umgehen. Safari und Internet Explorer beherrschen von Haus aus nur H.264, der Internet Explorer kann auch WebM-Videos abspielen, wenn ein zusätzlicher VP8-Codec installiert ist. Bei der Qualität der Wiedergabe gibt es zwischen Flash und HTML5 kaum Unterschiede.

Grafiken und Fotos

Bei der Darstellung von Bildern gibt es zwischen HTML5 und Flash die geringsten Unterschiede. Durch Einführung des neuen Canvas-Tags ist es in HTML5 in Kombination mit Javascript relativ einfach, auch komplexe Animationen auf den Bildschirm zu zaubern. Mit Javascript-Bibliotheken wie jQuery und entsprechenden jQuery-Plugins war es auch bisher schon möglich, beeindruckende Effekte im Browser zu erzeugen.

Spiele

Im Prinzip lassen sich Browser-Spiele genauso gut in HTML5 wie in Flash programmieren. Allerdings mangelt es auch hier noch an effektiven Tools für die Umsetzung. Außerdem bemängeln Spiele-Entwickler das unterschiedliche Verhalten der Browser. Der HTML-Standard ist noch nicht ganz fertig gestellt und wird offensichtlich von den Browser-Herstellern noch nicht in allen Teilen vollständig implementiert. Das führt dazu, dass Spiele Entwickler ständig die Fehler der Browser mit zusätzlichem Code umgehen müssen. Bei Flash ist das einfacher, denn es gibt nur einen Player von einem Hersteller.

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