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BT setzt auf Regenwasser zur Kühlung im Data Center

19.04.2014 | 07:15 Uhr |

Der Telekommunikationsanbieter BT betreibt zur Kühlung in einem Frankfurter Rechenzentrum ein Regenwassersammelbecken. Der unterirdische 240000-Liter-Tank sammelt Wasser für die Rückkühlung der RZ-Fläche. Vor dem Einsatz wird es entkeimt und gefiltert. Im Kaltgang herrschen maximal 24 Grad. Pro Rack beträgt die Strombelastung 15 bis 20 kW, pro Quadratmeter 2 kW. Die Leistungen der Kühlanlage liegen bei 9660 kW, dazu kommen 11200 kW maschinelle Kühlmöglichkeiten.

Bei der freien Kühlung wird das Wasser durch den Rückkühler auf dem Dach geführt, der das Wasser mittels Außenluft kühlt. Ist es wärmer, wird der Rückkühler mit Regenwasser bespritzt, was einen weiteren Kühleffekt hat, so dass die freie Kühlung bis zu einer Außentemperatur von 16 bis 17 Grad ausreicht. Bei höheren Temperaturen unterstützen die Kältemaschinen. Das überschüssige, nicht verdunstete Wasser wird anschließend ins System zurückgeführt. "Reicht das Regenwasser nicht aus, verwendet BT Waser aus städtischen Leitungen", sagt Oliver Henkel, Head of BT Compute bei BT Germany. Der PUE der Anlage liegt bei 1,3.

Kaltes Wasser aus dem Brunnen kühlt das RZ

Der RZ-Betreiber IGN aus München ist eines der Unternehmen, die Wasser aus Brunnen verwenden, um die Abwärme aus dem Rechenzentrum zu entfernen. Weil Grundwasser immer eine Temperatur von 11,5 Grad hat, braucht man keinerlei Kühlgeräte, lediglich Energie für Pumpen, die pro Pumpe 1,8 kW Leistung haben. "Auch wenn sich das Klima erwärmt, gehen wir davon aus, dass das Grundwasser seine Temperatur hält", erläutert Dr. Andreas Thomas, Leiter Vertrieb bei IGN.

Die Anlage soll 40 Jahre lang halten. Das RZ darf über zwei 15 Meter tiefe Brunnen bis zu 90 m3 Wasser täglich aus dem Aquifer (Fachwort für Grundwasserschicht) entnehmen. Das Wasser wird gefiltert und an primären Wärmetauschern vorbeigeführt, es kommt also nicht mit Stoffen in Berührung und wird nicht verunreinigt. Zwei weitere Brunnen führen das Wasser fünf Grad wärmer zurück. Gekühlt werden können damit 230 Racks mit 2,5 kW Leistung. Der PUE-Wert liegt ab einer Auslastung von 60 Prozent bei 1,2, das spart den Angaben zufolge 4,2 Millionen kWh ein. Interessant ist, dass sich IGN die Kalt- respektive Warmgangeinhausung sparen kann, weil die Temperatur des Kühlmediums dadurch nicht beeinflusst wird - es kommt ja mit der richtigen Temperatur aus dem Boden.

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