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Elektriker

21.09.2010 | 12:03 Uhr | Benjamin Schischka

Sicherheitsnetze rund um die Schlafsäle einer Elektronikfirma in Shenzen, China, erinnern daran, dass sich hier zehn Angestellte seit Januar 2010 in den Tod gestürzt haben. Ein 25-jähriger Angestellter beging außerdem Selbstmord, nachdem man ihn wegen des Verlusts eines Prototyps des iPhone 4, in der Hon Hai Fabrik zusammengeschlagen hatte. Denkt man an den Trara und das Riesen-Tamtam zurück, die den Verkaufsstart des iPhone 4 begleiteten, bekommt man eine ungefähre Ahnung davon, wie viel Druck auf den chinesischen Arbeitern gelastet haben muss.

Foxconn, die Firma, die iPhones, iPads und andere Elektronikgeräte für Apple, Dell und HP herstellt, wurde schon mehrfach beschuldigt, ein Ausbeuterbetrieb zu sein. Wie komplex und differenziert die Umstände für einen Selbstmord auch sein mögen, auch Menschenrechtsgruppen kritisieren Foxconn und andere Hersteller immer wieder dafür, eine untragbare, von Abgabedruck geprägte Arbeitsatmosphäre zu schaffen und junge Migranten vom Land ohne Vorahnungen hineinzustecken.

Angesichts der zahlreichen Selbstmorde hat Foxconn zwischenzeitlich die Löhne der Arbeiter angehoben, verspricht psychologische Tests für alle Angestellten und versucht, die Arbeitsmoral mit Firmentreffen anzuheben. Foxconn plant zudem eine Erhöhung der Arbeitskräftezahl von derzeit knapp 900.00 auf 1,3 Millionen im nächsten Jahr.

Psychologischer Druck ist aber nicht die einzige raue Bedingung, über die in Elektronik-Firmen berichtet wird. Arbeiter- und Menschenrechtsorganisationen beklagen außerdem, dass Angestellte, die Mikrochips testen und LCD-Bildschirme für Samsung zusammenbauen, einer radioaktiven Strahlung ausgesetzt sind, die bei vielen bereits zu einer Krebserkrankung geführt hat.

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