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Einzelbilder verschmelzen

23.09.2008 | 11:56 Uhr | Markus Schelhorn,

Nun kommt die HDR-Software ins Spiel, die aus den Einzelbildern ein einziges HDR-Bild generiert. Photoshop beherrscht dies schon seit der Version CS2 (9.0); mit der aktuellen Version CS3 hat sich im Grunde wenig geändert. Allerdings kann Photoshop CS3 eine Kamerareaktionskurve speichern. Zudem hat Adobe die HDR-Zusammenführung verbessert und insbesondere die Nachbearbeitungsmöglichkeiten im 32-Bit-Modus erweitert. Ferner werden Einzelbilder jetzt besser aneinander ausgerichtet. Das Tone Mapping blieb aber unverändert. Hier muss sich Photoshop den beiden relativ günstigen HDR-Spezialisten FDR Tools Advanced 2.2 (49 Euro) und Photomatix Pro 3.03 (98 Euro) geschlagen geben.

FDR Tools und Photomatix Pro verarbeiten JPG- sowie TIF-Bilder und verarbeiten durch die DcRAW-Bibliothek auch die meisten auf dem Markt vorhandenen Raw-Formate. Bei der HDR-Erzeugung berücksichtigt die Software eine sogenannte Kamerareaktionskurve, die sie entweder selbst erstellt oder auf eine gespeicherte Reaktionskurve zurückgreift. Sie enthält die Daten, wie einzelne Belichtungsstufen vom linearen Verhalten abweichen: Doppelt so hell ist ein doppelt so heller Pixelwert). Das ist vor allem bei nichtlinearen Dateiformaten wie JPG und TIF nötig, denn dort kam auch eine Gammakorrektur zum Einsatz. Photomatix Pro geht bei Raw-Aufnahmen von einer Linearität aus und ermittelt daher keine extra Reaktionskurve. Anders FDR Tools und Photoshop CS3, die stets eine Reaktionskurve erzeugen. Sie ermöglichen es auch, anhand einer Testreihe Reaktionskurvendateien zu speichern. Dafür bietet Photomatix Pro einen Dialog vor der HDRI-Erzeugung. Damit werden die Bilder ausgerichtet, bei Bedarf die Reaktionskurve ermittelt und Geisterbilder entfernt. Darüber hinaus kann der Anwender bei der Konvertierung von Raw-Dateien die Weißbalance justieren und den Kameraarbeitsfarbraum wählen.

Nach dem Dialogs wird bereits das HDR-Bild generiert, eine Wahl zwischen mehreren Methoden, ein HDR-Bild zu erzeugen wie bei Photoshop, gibt es nicht. FDR Tools bietet mehr Möglichkeiten: Hier stehen die Methoden „Average“, „Separation“ und „Creative“ bereit. Während sich Average für statische Bildmotive eignet, können mit Separation bewegte Bildsegmente ausgeschlossen werden, allerdings nur sehr grob über ihre Helligkeit. Ganz neu ist der Modus Creative, der einen noch höheren Dynamikbereich erzeugt. Er eignet sich für besondere Aufnahmesituationen, etwa bei einer Mischung von Kunstlicht in einem und Tageslicht in einem anderen Bildbereich.

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