1216309

Benutzerkonto, MacOS und Linux, verstecktes WLAN

02.09.2012 | 14:34 Uhr |

Gratis-XP schützt Windows 7 unter anderem vor Vireninfektion
Vergrößern Gratis-XP schützt Windows 7 unter anderem vor Vireninfektion

Mythos 5: Eingeschränktes Benutzerkonto schützt vor Viren

Benutzerkonten mit eingeschränkten Rechten bieten keinen absoluten Schutz vor Viren- und Spyware-Attacken. Wir zeigen Ihnen, wie Sie sich dennoch weitgehend vor Spionageangriffen schützen.

Nutzen Sie Online-Banking, reicht ein Benutzerkonto mit eingeschränkten Rechten nicht aus, um Überweisungen sicher durchzuführen. Dies bewies Online-Banking-Trojaner Carberp, der letztes Jahr das Sicherheitsunternehmen Bitdefender auf Trab hielt. Da dem Online-Banking-Trojaner Carberp Anwenderrechte genügten, war er in der Lage, Login-Daten ohne Administratorenrechte auszuspähen und sogar zu manipulieren. Die Vorgehensweise von Carberp zeigt, dass Viren beziehungsweise Spyware durchaus in der Lage sind, diese bislang als sicher eingestufte Barriere zu umgehen. Es gibt allerdings eine Methode, die Sie vor dieser Gefahr weitgehend schützt: Die kostenlose Software Microsoft Windows Virtual PC erstellt eine virtuelle Umgebung auf Ihrem Windows-Rechner.

Kommt es zu einem Virenbefall während Sie innerhalb dieses Umfelds surfen, bemerkt das Schadprogramm in der Regel nicht, dass es sich um eine virtuelle Umgebung handelt und versucht daher erst gar nicht in das eigentlich Betriebssystem vorzudringen. Und selbst wenn das Schadprogramm versuchen sollte, sich einen Weg in das eigentliche Betriebssystem zu bahnen, gibt es keine Möglichkeit für den digitalen Spion diesen eigenständig zu beschreiten. Das heißt: Ein Schadprogramm gelangt nur dann von der virtuellen Umgebung in das eigentlich Betriebssystem, wenn der Nutzer es selbst (und unwissentlich) verschiebt oder kopiert. Mit anderen Worten, verlagern Sie Ihre Surfanfragen in die virtuelle Umgebung und Online-Banking in das eigentliche Betriebssystem, erhalten Sie einen sehr guten Schutz. Hinweis: Verfügen Sie über Windows 7 Professional, Windows 7 Ultimate und Windows 7 Enterprise, können Sie sogar Windows XP kostenlos als virtuellen PC nutzen .

Linux ist nicht unbedingt sicherer als Windows
Vergrößern Linux ist nicht unbedingt sicherer als Windows

Mythos 6: Linux und Mac OS sicherer als Windows

Linux und Mac OS gelten als die sichereren Betriebssysteme. Wir zeigen Ihnen wie wahr diese Behauptung wirklich ist.

Angreifer haben es in erster Linie auf Windows abgesehen, da es für dieses Betriebssystem die meisten installierbare Anwendungen gibt – dies ist wiederum der Grund, wieso es derzeit beispielsweise für Mac OS rund ein Dutzend Viren gibt (davon leiten einige auf Phishing-Seiten um oder schließen mehrere Macs zu einem Spionage-Botnetz zusammen), während fast kein Tag vergeht, an dem nicht ein neuer Windows-Virus zum Vorschein kommt. Das heißt allerdings noch lange nicht, dass Linux und Mac OS sicherer sind als Windows. Im Gegenteil, Sicherheitslücken plagen Linux und Mac OS genau so wie Windows. Gäbe es mehr installierbare Anwendungen für Linux oder Mac OS als für Windows und wären beide Betriebssystem weiter verbreitet (Macs sind teurer in der Anschaffung und Linux plagt das Vorurteil nur für Profis geeignet zu sein), würden es Angreifer vermutlich in erster Linie auf diese beiden Betriebssysteme absehen.

Tipp: Da Windows das am häufigsten genutzte Betriebssystem ist und daher im Fokus der Angreifer steht, empfehlen wir Ihnen stets sämtliche Anwendungen sowie Windows selbst per Update-Funktion auf den aktuellsten Stand zu bringen. Diese Updates dienen unter anderem zum Schließen von offenen Sicherheitslücken.

Das Reduzieren der Reichweite schützt Ihren drahtlosen Internet-Zugang
Vergrößern Das Reduzieren der Reichweite schützt Ihren drahtlosen Internet-Zugang

Mythos 7: Versteckter SSID schützt WLAN vor ungebetenen Gästen
 
Einen WLAN-Hotspot zu verstecken bedeutet noch lange nicht, dass der drahtlose Internet-Zugang vor ungebetenen Gästen geschützt ist. Wir räumen mit dem Irrtum auf und zeigen Ihnen, wie Sie Ihren privaten Access Point bestmöglich schützen.

Folgen Sie dem weit verbreiteten Gerücht und verstecken den SSID (Service Set Identifier) oder Netzwerknamen über die entsprechende Funktion in der Firmware, wird er lediglich unsichtbar; der WLAN-Router sendet allerdings weiterhin Datenpakete, die den von Ihnen gewählten Netzwerknamen tragen und somit indirekt die Existenz Ihres drahtlosen Internet-Zugangs verraten. Das passiert beispielsweise dann, wenn die Basisstation auf die Verbindungsanfrage eines Laptops antwortet. Der vermeintliche Hacker muss zwar abwarten, bis eine entsprechende Aktion ausgeführt wird, kann jedoch anschließend genauso in Ihren WLAN-Zugang eindringen wie wenn er nicht unsichtbar wäre. Es gibt einige Möglichkeiten, um dies zu vermeiden. So sollten Sie den vom Hersteller vergebenen SSID ändern , um nicht gleich die Hardware beziehungsweise die dazugehörige Firmware zu verraten. Schränken Sie zudem die Reichweite ein , verringern Sie das Risiko, dass ein sich außerhalb Ihrer Wohnung befindlicher Angreifer oder Mit-Surfer in Ihr drahtloses Netzwerk einklinkt – in der Praxis lässt sich die Reichweite jedoch selten so präzise einstellen, dass bei der Wohnungstür endet. Dennoch ist dies eine gute Methode, um Ihren Hotspot zu sichern. In unserem Ratgeber "WLAN kinderleicht richtig absichern-so geht´s" haben wir noch jede Menge weitere Tipps und Tricks rund um die optimale WLAN-Sicherung für Sie zusammengestellt.

PC-WELT Marktplatz

1216309