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Eingabegeräte und Akku

29.06.2013 | 13:05 Uhr |

Die Anschlüsse sind ausklappbar
Vergrößern Die Anschlüsse sind ausklappbar
© 2014

Die integrierte Tastatur ist erfreulich groß und kein Vergleich zu den Minitasten anderer Subnotebooks. Das Keyboard ähnelt der Tastatur des herkömmlichen Macbook, ist jedoch wie bei den Profi-Modellen beleuchtet. Interessant ist das neue Trackpad. Es ist zunächst von der Fläche her wesentlich größer als bei den anderen mobilen Macs und bietet - ähnlich wie das iPhone - Multitouch-Funktionen. Man kann Fenster bewegen, Bilder mit zwei Fingern zoomen und drehen oder Fensterinhalte mit drei Fingern weiterschalten. Einige dieser Funktionen muss allerdings die Software aktiv unterstützen. Derzeit tut das zumindest iPhoto. Welche Programme noch von diesen Funktionen profitieren, wird erst die Zukunft zeigen.

Laut Apple soll die Batterielaufzeit des Macbook Air unter normaler Belastung bei fünf Stunden liegen. Der Akku ist fest eingebaut, lässt sich also nicht vom Benutzer austauschen. Auch hier fragt man sich, was sich die Apple-Ingenieure dabei gedacht haben. Zwar ist man das Prinzip schon von iPod und iPhone her gewohnt, doch ein mobiler Computer ist kein reines Unterhaltungsgerät. Viele Benutzer nehmen auf Reisen gerne mal einen zweiten, voll geladenen Akku mit, um diesen bei Zeiten tauschen zu können. Besonders auf langen Flugreisen freut man sich über die Extrazeit, die ein zweiter Akku bietet. Beim Macbook Air hat man da leider keine Chance, nach fünf Stunden ist unweigerlich Schluss. Schade! Dass sich der Akku im Falle eines Defekts nur beim Servicehändler tauschen lässt, wiegt da gar nicht mal mehr so schwer. Apple bietet hier ein Austauschprogramm an. Gegen 140 Euro bekommt man einen neuen Akku eingebaut. Das dauert beim Versand fünf Werktage, ein Apple-Service vor Ort sollte das jedoch in ein paar Minuten erledigen können, sofern er Ersatz-Akkus vorrätig hat.

Die Tastatur des Macbook Air ist beleuchtet
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Anschlüsse
An Anschlussmöglichkeiten bietet das Macbook Air einen USB-2-Port und drahtlose Verbindungen wie Bluetooth 2.1+EDR und Wlan nach 802.11n. Auch ein DVI-Anschluss für den Betrieb externer Monitore ist vorhanden. Apple nennt diesen Port "Mikro-DVI". Dabei handelt es sich um einen speziellen, sehr kleinen Anschlussstecker. Adapter auf DVI und VGA liegen dem Gerät löblicherweise bei. Externe Monitore kann man bis zu einer Auflösung von 1920 x 1200 Pixel betreiben. Prima: echtes Dual-Monitoring ist dabei möglich. Ethernet muss man über einen optionalen USB-zu-Ethernet-Adapter nachrüsten. Dieser bietet 10/100 Base T und kostet 30 Euro extra. Gigabit Ethernet gibt es leider nicht. Auf Firewire hat Apple beim Macbook Air ebenso verzichtet. Eine Lösung, um DV-Camcorder anzuschließen, bietet der Mac-Hersteller bislang nicht an. Stattdessen empfiehlt Apple, Camcorder mit USB-Anschluss zu nutzen. Auch auf den Firewire-Target-Modus, den man häufig beispielsweise beim Übertragen von Daten zu einem anderen Mac hernimmt, muss man verzichten. Die Fernbedienung Apple Remote liegt dem Macbook Air ab Werk nicht bei. Der Infrarot-Sensor ist allerdings eingebaut. Man kann die Fernbedienung also nachkaufen und wie gewohnt benutzen.

Optisches Laufwerk extern
Auch ein internes optisches Laufwerk sucht man vergebens. Für zusätzliche 100 Euro bekommt man allerdings ein externes Superdrive, das per USB angeschlossen wird. Es liest und beschreibt alle gängigen CD- und DVD-Medien sowie doppelschichtige DVD-Rohlinge. Blu-Ray oder HD-DVD gibt es hingegen nicht. Das Laufwerk arbeitet ausschließlich am Macbook Air, das für diesen Zweck einen stromstärkeren USB-Port bereitstellt. Mit einer speziellen Software für Mac und Windows, die Apple "Remote Disc" nennt, lassen sich die optischen Laufwerke anderer Computer im Netz so benutzen, als wären sie direkt am Macbook Air angeschlossen. Das geht laut Apple auch mit Windows-PCs und über drahtlose Verbindungen. Man kann das Macbook Air dabei sogar von einem entfernten Laufwerk über das Netz booten und Mac-OS X oder Windows via Bootcamp installieren. Das System nutzt hierbei die Funktion "Netbooting", die Apple mit seinen Servern schon länger anbietet. Ob und wie schnell das Ganze jedoch funktioniert, wird erst ein Praxistest zeigen. Klar ist jedenfalls, dass Remote Disc eine Einbahnstraße sein wird. CDs oder DVDs brennen kann man damit nicht. Genauso wenig lassen sich Video-DVDs über Remote Disc abspielen, dazu muss man das USB-Laufwerk benutzen.

Im Dunkeln - die Zielgruppe
Die Liste der Features ist kurz, die der Kompromisse dagegen lang. So bleibt als Verkaufsargument eigentlich nur der Coolness-Faktor, und cool ist es wirklich das neue Macbook Air. Doch wer gibt mindestens 1700 Euro aus, nur um ein "cooles Teil" zu besitzen? Welche Zielgruppe hat Apple wirklich im Auge? Für Einsteiger ist es zu teuer, für Profis kann es zu wenig. Bleiben Vielreisende, die sich für berufliche Zwecke einen extrem leichten Begleiter wünschen. Doch die greifen vielleicht lieber gleich zum iPhone, das ist noch kleiner und auch "cool".

Fazit: Apples neuester Schlag könnte ein Schlag ins Wasser werden. So schick der Winzling aussieht, so viele Kompromisse muss man doch beim Kauf eingehen. Die wichtigste Frage, die sich Apple beim Macbook Air stellen sollte, ist die Frage nach der Zielgruppe.

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