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Einbußen, die man verkraften kann

24.11.2010 | 11:55 Uhr |

Intels Core i7 CPU-Reihe
Vergrößern Intels Core i7 CPU-Reihe
© 2014

Zu allererst ist es wichtig, auf die Beschränkungen einzugehen, mit denen Sie leben müssen, wenn Ihr Laptop zur Gaming-Hardware werden soll. Aber keine Panik: das hört sich alles schlimmer an, als es eigentlich ist.

Die meisten kleinen und mittelgroßen Laptops verfügen heutzutage über eine Dual-Core-CPU. Einige Modelle haben auch eine Quad-Core verbaut, doch deren Effekt aufs Gaming ist geringer, als Sie vielleicht denken. Denn oft arbeiten Quad-Cores sogar langsamer, als ihre zweikernigen Cousins. Zum Beispiel Intels Core i7 820QM: Intel selbst zeichnet die CPU mit 1,73 GHz aus, mit einer Turbo Boost Geschwindgkeit von 3,60 GHz. Das bedeutet aber nichts anderes, dass im Notfall ein einziger Kern mit einer Maximalgeschwindigkeit von 3,60 GHz arbeitet, während alle anderen Kerne in dieser Zeit nahezu stillstehen.

Gegenbeispiel dazu: Intels Core i5 540M, eine Dual-Core-CPU mit 2,53 GHz, die einen Turbo Boost von 3,06 GHz unterstützt. Die Leistung der beiden CPUs beim Gaming ist beinahe identisch – mit dem Unterschied, dass Sie für die 820QM einen satten Premium-Aufschlag zahlen. Die Extra-Kerne dieser CPU sind nur dann wirklich sinnvoll, wenn Sie oft und intensiv Fotos und Videos bearbeiten.

Arbeitsspeicher ist ein weiterer Irrtums-Faktor. Zwar sollten Sie zum Gaming darauf achten, über vier Gigabyte RAM zu verfügen – zumindest wenn Sie die 64-bit-Version von Windows 7 oder Vista nutzen. Alles, was über vier Gigabyte hinausgeht, ist zum Spielen jedoch irrelevant. Denn in erster Linie geht es beim Gaming weder um den Prozessor, noch um den Arbeitsspeicher – sondern um die Grafikkarte und Audio-Hardware.

Die vielleicht größten Schwierigkeiten beim Gaming am Laptop bereitet die Grafikkarte. Insbesondere integrierte Grafiklösungen – 3D-Hardware, die entweder in den Chipsatz oder den Prozessor selbst verbaut wurde – sind extrem einschränkend. Doch selbst, wenn Ihr Laptop über eine eigenständige Grafiklösung verfügt, handelt es sich dabei aller Wahrscheinlichkeit nach nur um die abgespeckte Version einer Desktop-Hardware. Die Anzahl der rechenbetonten Einheiten (auch Shader-Einheiten oder Shader-Kerne genannt) ist dabei oft noch kleiner, als bei einer Mittelklasse-Desktop-Grafikkarte. Gleichzeitig können auch Taktrate und Speicherbandbreite verringert sein.

Was die meisten Gamer jedoch nicht realisieren: schon der Verzicht auf kleine, grafische Eye-Catcher kann dabei helfen, das Spiel deutlich flüssiger laufen zu lassen. Hierbei sollten Sie vor allem bedenken, dass Sie auf einem kleinen Bildschirm spielen – bei Netbooks sogar nur auf 11 bis 13 Zoll. Und selbst ein 15- oder 16-Zoll-Laptop ist winzig im Vergleich zu den 22- bis 27-Zoll-Bildschirmen eines Desktop-Anwenders. Wenn Sie also ein paar Grafikdetails im Spiel zurückschrauben, wird Ihnen das wahrscheinlich nicht mal auffallen.

Audio-Hardware ist im Gegensatz zur Grafik-Hardware weitaus weniger einschränkend. Doch die mickrigen, integrierten Lautsprecher in einem Laptop geben nun mal nicht die kräftigen Soundeffekte wieder, die einige Spiele eben mitbringen. Wenn Sie auch am Laptop nicht auf den vollen Soundgenuss verzichten möchten, sollten Sie deshalb auf ein sehr gutes Headset zurückgreifen.

Je nachdem, welche Art von Spiel Sie spielen möchten, kann auch das Touchpad als Bedienelement Probleme bereiten – insbesondere bei Shootern. Einige neuere Laptops sind zudem mit Touchscreens ausgestattet – eine Funktion, die nur sehr wenige Spiele unterstützen. Eine Ausnahme: das Strategiespiel "R.U.S.E.", das besonders gut mit Multitouch-Bildschirmen funktioniert. Für die meisten konventionelleren Spiele kommen Sie jedoch nicht um eine Maus herum. Um die Mobilität nicht zu weit einzuschränken, lassen Sie die großen Gaming-Mäuse am betsen zu Hause und wählen eine kabellose Laptop-Maus.

Eine nicht allzu große Maus mit sich herumzutragen ist für viele schon das höchste der Gefühle – eine zusätzliche Tastatur hingegen ein absolutes No-Go. Da aber die eingebauten Tastaturen zum Spielen häufig unbequem sind, erlauben viele Games das eigenständige Konfigurieren der Tastenbefehle. Wenn Ihnen die Pfeiltasten zum Beispiel zu klein sind, legen Sie deren Funktion doch stattdessen auf den PgUp-Knopf oder eine F-Taste.

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