2245487

Einbruchschutz: Smarte Lösungen für mehr Sicherheit

11.09.2017 | 13:30 Uhr |

Winterzeit ist Einbruchszeit. In der dunklen Jahreszeit wird rund die Hälfte aller Taten begangen. Doch man kann sich schützen. Fast jeder zweite Einbruch ließe sich mit intelligenter Technik verhindern.

Es ist eine traurige Tatsache: Mehr als 160.000 Wohnungseinbrüche verzeichnet der Einbruch-Report der Versicherungswirtschaft im Jahr 2015. Für die vergangenen fünf Jahre weist die Statistik ein Plus von 33 Prozent aus. Im Durchschnitt entsteht pro Raubzug ein materieller Schaden in Höhe von rund 3.250 Euro. Geld, Schmuck, teure Mobiltelefone, Tablet-Computer und Digitalkameras lassen die Diebe dabei besonders gern mitgehen. Für die Geschädigten kommen zum finanziellen Verlust psychische Probleme hinzu: Viele Opfer leiden noch lange nach einem Einbruch unter Stress und Anspannung.

Diese Schwachstellen nutzen Diebe aus

Ob Terrassentür, Fenster oder Kellerfenster – Einbrecher erkennen die Schwachstellen an Häusern und Wohnungen auf Anhieb und nutzen diese gezielt aus. Profis brauchen nicht wenige Minuten, um einzudringen, sondern Sekunden.

Die Mehrheit verschafft sich über Balkon- oder Terrassentüren unerlaubten Zutritt: 40,7 Prozent wählen diesen Weg. Dabei schlagen sie einfach die Scheibe in der Nähe Griffs ein, um die Fenstertüren zu öffnen. Fast ebenso beliebt sind normale Fenster: 40,4 Prozent der Langfinger steigen so ein. Sind die Fenster gekippt, haben Diebe besonders leichtes Spiel. Binnen Sekunden lassen sich diese Fenster aufhebeln. Selbst Fenster, die zu einer belebten Straße hinausgehen, schrecken nicht ab. Auch Kellerfenster, -türen und Nebeneingänge sind beliebt: Sie liegen häufig in schwer einsehbaren Bereichen, wo Diebe ungestört sind. Das Einbruchswerkzeug schlechthin ist der Schraubendreher: In 42,6 Prozent aller Fälle kommt dieses herkömmliche Werkzeug zum Einsatz – mehr braucht ein Profi nicht.

Die Statistik zeigt aber auch, wie man Dieben das Handwerk legen kann. Fast jeder zweite Einbruch ließe sich mit intelligenter Sicherheitstechnik verhindern, wie sie Smart Home bietet. Der Clou liegt im intelligenten Zusammenspiel der unterschiedlichen Geräte sowie im sofortigen Benachrichtigen.

Ob Tür-/ Fensterkontakt, Bewegungsmelder oder Funkstecker, Alarmsirene, Lampe oder Stereoanlage – die smarten Komponenten stehen miteinander im Dialog, tauschen Informationen aus, erkennen Situationen und alarmieren die Bewohner. Möglich machen das Sensoren, mit denen die Geräte ausgestattet sind.

Magnetische Tür- und Fensterkontakte legen Einbrechern das Handwerk

So sorgen Tür-/Fensterkontakte bereits für Sicherheit an den Hauptschwachstellen: Befestigt an Tür und Fenster erkennen sie, ob diese geöffnet oder geschlossen sind. Sobald der Dieb ein Fenster oder eine Tür öffnet, senden die vernetzten Sensoren eine Alarmmeldung auf das Smartphone des Besitzers. Die meisten Smart Homes lassen sich zudem programmieren, so dass das Alarmsystem auch nur dann scharf geschaltet ist, wenn die Bewohner tagsüber abwesend sind. Das sorgt für Sicherheit.

Darüber hinaus können weitere smarte Komponenten eingebunden werden wie Außensirenen, Kameras oder Lichtsysteme. Schlägt zum Beispiel der Bewegungsmelder über der Kellertür an, startet die Außenkamera ihre Aufnahme. Wird die Terrassentür geöffnet, geht die Außensirene an und das Lichtsystem erleuchtet das komplette Zuhause. Per App und Smartphone erhalten die Bewohner eine Nachricht – und schauen sich die Aufzeichnung der Videokamera aus der Ferne an. Ist es nur die Katze vom Nachbarn oder droht Schlimmeres?

Smart Home lässt Handschellen klicken

Wer es erst gar nicht so weit kommen lassen möchte, setzt auf Abwehrmaßnahmen: Radio, Rollläden oder Lampen täuschen im intelligenten Zuhause vor, dass jemand zuhause ist. Sind die Eltern in der Arbeit und die Kinder in der Schule, geht das Licht im Wohnzimmer zufallsgesteuert an und aus. Auch das Radio läuft sporadisch über das smarte Soundsystem. Rollläden fahren passend zur Tageszeit herauf und herunter. Das hält Diebe auf Abstand.

Smart Home für wenig Geld: Die besten Lösungen für jedes Zimmer

Sollte dennoch ein Dieb im Garten die Lage ausspähen und sein Glück versuchen, melden dies beispielsweise der Bewegungsmelder an das Soundsystem, das mit lautem Hundegebell antwortet und den Einbrecher verscheucht. Die möglichen Eskalationsstufen legen die Nutzer im Smart Home so fest, wie sie das selbst möchten – angefangen beim Alarm per Außensirene bis hin zur SMS an Nachbarn, Freunde und Bekannte.

Wie das intelligente Zuhause Einbrecher dingfest machen kann, zeigt ein Fall aus Nordrhein-Westfalen. Am Urlaubsort in der Türkei erhielten die Besitzer eines Smart Homes eine Alarmnachricht. Per Smartphone konnten sie mitverfolgen, wie sich ein Dieb Zutritt zu ihrem Einfamilienhaus in Leverkusen verschaffte. Nachbarn und Polizei waren schnell informiert und der gesuchte Serieneinbrecher konnte auf frischer Tat ertappt werden. Noch im Smart Home klickten die Handschellen.

Staat fördert Einbruchschutz

Maßnahmen zum Einbruchschutz fördert die Kreditanstalt für Wiederaufbau. Je nach geplanter Investition sind Zuschüsse von bis zu 1.500 Euro möglich. Auch an einer Hausratversicherung sollte es nicht fehlen: Diese kommt für den materiellen Schaden bei einem Einbruch auf. Einzige Voraussetzung: Alle Fenster und Türen waren verschlossen und Einbruchsspuren sind nachweislich vorhanden.

0 Kommentare zu diesem Artikel

PC-WELT Marktplatz

Smart Home - darum geht es.

Smart Home umschreibt einen der vermutlich am stärksten wachsenden Trends der Zukunft: Intelligente Geräte und Haus-Steuerungssysteme, die Ihnen Ihr Leben erleichtern sollen. Denkbar und vielfach bereits erhältlich sind dabei Lösungen wie Einbruchschutz oder Sets zum Stromsparen. Oder Intelligente Systeme zur Hausbelüftung oder Heizungssteuerung. Smart TVs bringen das Internet ins Wohnzimmer und Waschmaschinen lassen sich per App steuern. Über intelligente Stromzähler haben Sie mit einem Blick aufs Smartphone den aktuellen Stromverbrauch im Griff. Sie sehen, die möglichen Anwendungen sind vielfältig. In diesem Themenbereich widmen wir uns dem Thema Smart Home, erklären, wie die Technik funktioniert und wie intelligent vorhandene Lösungen am Markt wirklich sind.

2245487