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Drei Tage Postlaufzeit ist üblich

05.10.2009 | 10:06 Uhr | Christian Löbering

Da das Arbeitsverhältnis erst am Freitag, den 31.08.2007 beendet war, wäre unter Berücksichtigung einer Mindestbearbeitungszeit von drei Arbeitstagen und einer dreitägigen Postlaufzeit das Zeugnis frühestens am 08.09.2007 beim Kläger eingegangen. Selbst bei schnellstmöglicher Bearbeitung hätte der Kläger daher beim Bewerbungsgespräch am 06.09.2007 noch kein Endzeugnis vorlegen können.

Außerdem müssen Arbeitnehmer beim Arbeitgeber die Erteilung des Endzeugnisses anmahnen, bevor ein Schadenersatzanspruch entstehen kann. An einer solchen Mahnung fehlt es hier, weil der Kläger lediglich die Erteilung des Zwischenzeugnisses angemahnt hatte. Der Kläger wäre hier verpflichtet gewesen, aufgrund des Zeitdrucks auf seine Situation hinzuweisen und sich mit seinem ehemaligen Arbeitgeber in Verbindung zu setzen, um kurzfristig ein Zeugnis zu erhalten.

Ein etwaiger Verzögerungsschaden des Klägers ist somit maßgeblich durch sein eigenes Verhalten und insbesondere durch seine eigene Untätigkeit in Bezug auf die Offenlegung der Bewerbungssituation verschuldet.

Engelhardt empfiehlt, das Urteil zu beachten und bei ähnlichen Fällen auf jeden Fall Rechtsrat einzuholen, und verweist in diesem Zusammenhang u. a. auch auf die DASV Deutsche Anwalts- und Steuerberatervereinigung für die mittelständische Wirtschaft e. V. ( www.mittelstands-anwaelte.de ). (oe)

Weitere Informationen und Kontakt:

Stefan Engelhardt, Rechtsanwalt und DASV-Landesregionalleiter, c/o RWWD Hamburg, Tel.: 040 53028-204, E-Mail: stefan.engelhardt@rwwd.de, Internet: www.mittelstands-anwaelte.de

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