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So klappt das Downgrade von Windows 10 auf Windows 7

18.10.2018 | 14:02 Uhr |

Windows 7 ist ein bewährtes Betriebssystem, für das es noch bis 2020 Sicherheits-Updates gibt. Auch ein neuer PC mit Windows 10 oder 8 lässt sich auf Windows 8.1 oder 7 downgraden. Wie das klappt, lesen Sie hier.

Wenn es nach Microsoft geht, sollen Sie immer die neueste Windows-Version verwenden. Microsoft hat daher – zum ersten Mal in der Geschichte des Unternehmens – ein Upgrade des Betriebssystems kostenlos angeboten. Windows 10 gab es für die meisten Windows-Nutzer bis zum 29. Juli 2016 gratis. Auf wie viele PCs Windows 10 auf diesem Wege gelangt ist, lässt sich jedoch schwer sagen.

Fest steht jedoch: Nach Analysen, etwa von Netmarketshare , ist Windows 7 mit etwas über 40 Prozent Marktanteil (Stand Oktober 2018) immer noch das am häufigsten installierte Microsoft-Betriebssystem. Windows 8.1 ist mit 5,4 Prozent bei den Benutzern nicht besonders beliebt. Windows 10, bei dem Microsoft etliche Hürden im Bedienkonzept von Windows 8/8.1 beseitigt hat, kommt inzwischen immerhin auf gut 35 Prozent – Tendenz nur sehr langsam steigend. Deswegen behandeln wir in diesem Artikel hauptsächlich die Downgrade-Möglichkeiten auf Windows 7. Wer Windows 8.1 statt 10 einsetzen möchte verwendet die Anleitungen entsprechend.

Windows 7 für die Zukunft: So sichern Sie das System ab  


Windows 7 statt Windows 10 installieren

Viele private Anwender und auch Firmen bleiben bisher Windows 7 treu. Offenbar sieht nicht jeder ein Upgrade auf Windows 10 als notwendig an. Dafür kann es viele Gründe geben: Die Nutzer möchten lieber bei der gewohnten Oberfläche bleiben und nicht jede Software auch unter Windows 10 fehlerfrei. Zweimal im Jahr gibt es für Windows 10 ein Funktionsupdate, das einer Neuinstallation des Betriebssystems entspricht. Nicht immer funktioniert das problemlos, wie das Beispiel Windows 1809 vom Oktober 2018 zeigt.

Es ist zwar möglich, ein Funktionsupdate für einige Zeit zu verhindern , eine dauerhafte Lösung ist das jedoch nicht. Das Serviceende droht bei Windows 10 bereits nach zwei Jahren. Für das im Oktober 2018 erschienen Windows 1809 gibt es bereits ab April 2020 keine Updates mehr.

Für private Anwender und vor allem für Unternehmenskunden bedeutet das Zwangsupdate jedoch einen erhöhten Aufwand. Während der Installation lässt sich der Rechner nicht benutzen und danach sind nicht mehr alle Einstellungen an den bisher vertrauten Orten zu finden. Für Firmen ergeben sich daraus längere Ausfallzeiten und zusätzliche Schulungsbedarfe.
Es ist daher verständlich, dass nicht jeder den Umstieg auf Windows 10 für zwingend erforderlich hält. Schließlich wird Windows 7 bis Januar 2020 mit Sicherheitsupdates versorgt und Windows 8.1 lässt sich noch bis Januar 2023 nutzen.

Was aber tun, wenn PC oder Notebook nicht mehr so recht wollen und eine Neuanschaffung ansteht? PCs mit Windows 7 gibt es – von Ausnahmen abgesehen (siehe Kasten am Ende des Artikels – offiziell nicht mehr zu kaufen, Neugeräte werden nur noch mit Windows 10 ausgeliefert. Wer bei Windows 7 bleiben möchten, kann jedoch in vielen Fällen ein Downgrade-Recht in Anspruch nehmen und Windows 10 (oder 8/8.1) durch Windows 7 ersetzen. Installation oder Upgrade der neueren Windows-Version zu einem späteren Zeitpunkt bleiben dabei jederzeit möglich.


Das sagt Ihre Windows-Lizenz zum Downgrade

Wenn Sie Windows im Einzelhandel kaufen oder vorinstalliert zusammen mit einem neuen PC, erwerben Sie eine Lizenz. Die jeweiligen Lizenzbestimmungen regeln genau, was Sie mit der Software machen dürfen. Sie können den Lizenzvertrag einsehen, indem Sie die Tastenkombination Win-Pause drücken und auf „Microsoft-Softwarelizenzbedingungen lesen“ klicken.

Viele Bestimmungen beziehen sich auf geistiges Eigentum und untersagen beispielsweise Änderungen an den Programmen oder die Vermietung. Bei einigen Windows-Editionen räumt Ihnen Microsoft auch ein Downgrade-Recht ein. Umfassende Rechte gibt es nur für Besitzer von Volumenlizenzen. Das sind in der Regel Unternehmen mit einer größeren Zahl von Windows-Installationen. Von Windows 10 Enterprise beispielsweise ist ein Downgrade auf theoretisch jede beliebige Version und Edition bis hinunter zu Windows 95 möglich.

Downgrade auf

Downgrade von

Vorinstalliert (OEM)

Volumenlizenzen

Windows 10 Pro

Windows 8.1 Pro

Windows 10 Pro

Windows 8.1 Pro

Windows 8.1 Enterprise

-

-

-

-

Windows 8.1 Pro

+

-

+

-

Windows 7 Enterprise

-

-

-

-

Windows 7 Professional

+

+

+

+

Windows Vista Enterprise

-

-

-

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Windows Vista Business

-

+

+

+

Windows XP Pro

-

-

+

+

Auf PCs für Privatanwender ist oft Windows 10 Pro vorinstalliert. Oder Sie haben ein Gerät ohne Betriebssystem und dazu Windows 10 Pro mit der Bezeichnung „OEM“ (Original Equipment Manufacturer) beziehungsweise „Systembuilder“ erworben. Hier ist ein Downgrade auf Windows 8.1 Pro oder Windows 7 Professional möglich. Für Windows 10 (Home) gibt es keine Downgrade-Rechte. Bei PCs mit vorinstalliertem Windows 8/8.1 Pro gilt das Entsprechende: Hier erlauben die Lizenzbedingungen ein Downgrade auf Windows 7 Professional oder Windows Vista Business.

Im Microsoft-Software-Lizenzvertrag vom Juni 2018 für Windows 10 Pro (OEM) heißt es unter Punkt 7: „Herabstufungsrechte. Wenn Sie ein Gerät von einem Hersteller oder Installer mit einer vorinstallierten Windows Professional-Version erworben haben und diese im Vollfunktionsmodus konfiguriert ist, sind Sie berechtigt, entweder eine Windows 8.1 Pro- oder eine Windows 7 Professional-Version zu nutzen, aber nur solange, wie Microsoft Kundendienst für diese frühere Version erbringt, wie in ( aka.ms/windowslifecycle ) dargelegt. Dieser Vertrag gilt für Ihre Nutzung der früheren Versionen.“

Wie dieses Downgrade-Recht praktisch umzusetzen ist, wird im Lizenzvertrag nicht beschrieben. Es ist lediglich folgende Passage zu finden: „Weder der Hersteller bzw. das Installationsunternehmen noch Microsoft sind verpflichtet, Ihnen frühere Versionen zu liefern. Sie müssen die frühere Version separat erwerben. Hierfür wird Ihnen möglicherweise eine Gebühr in Rechnung gestellt. Sie sind jederzeit berechtigt, eine frühere Version durch die ursprünglich erworbene Version zu ersetzen.“ Die Logik dahinter ist schwer nachvollziehbar. Sie erhalten demnach zwar das Recht, Windows 7 statt Windows 10 zu installieren, aber einen passenden Datenträger dafür erhalten Sie nicht automatisch. Die Aussage „separat zu erwerben“ legt die Vermutung nahe, dass sich die Nutzer zusätzlich einen Windows-7 Datenträger oder sogar eine Windows-7-Lizenz kaufen sollen. In diesem Fall wäre der Käufer aber im Besitz einer gültigen Lizenz für Windows 7 und Windows 10 und könnte ohnehin installieren, was immer er will.

Etwas mehr Klarheit bringen die Erläuterungen auf der Microsoft-Seite „ Understanding downgrade rights “. Hier sind die nötigen Schritte für ein Downgrade genauer beschrieben (aus dem Englischen übersetzt): „Verwenden Sie den Windows-Originaldatenträger und einen entsprechenden Product Key für die zum Downgrade berechtigte Windows-Version an. Der Datenträger/Product Key sollte von einem zuvor lizenzierten Produkt eines OEMs oder aus dem Einzelhandel stammen.“ Auf diesen Hinweis bezieht sich auch der letzte Abschnitt dieses Artikels.


Downgrade vorbereiten: Windows-Treiber und Bios-Einstellungen checken

Das Downgrade-Recht nützt Ihnen nur etwas, wenn Windows 7 auf dem PC oder Notebook auch problemlos läuft. Sehen Sie zuerst auf der Treiber-CD, die dem Gerät beilag, und auf der Support-Website des Herstellers nach, ob Treiber und Hardware-Tools für Windows 7 verfügbar sind. Bei vielen Geräten sollte das der Fall sein. Ladern Sie die Treiber herunter und kopieren Sie die Dateien auf einen USB-Stick. Dann stehen sie gleich nach dem Downgrade zur Installation bereit. In einigen Fällen unterstützten die Standard-Treiber von Windows 7 den Festplatten-Adapter von neueren PCs oder Notebooks nicht. Halten Sie Ausschau nach einem Treiber-Paket mit der Bezeichnung „Driver Disk“ oder „OEM Driver“ und entpacken Sie die Datei auf einen USB-Stick. Der Treiber lässt sich dann bei der Installation von Windows 7 einbinden.

Wenn sie beim Hersteller nicht fündig werden, dann ist die Neuinstallation von Windows 7 etwas mühsamer. Ermitteln Sie über die Tastenkombination Win-R und Eingabe von msinfo32 oder aus dem Handbuch, welche Bauteile im Gerät stecken. Suchen Sie dann nach Treibern dafür auf den Webseiten der Komponenten-Hersteller, beispielsweise Intel, AMD oder Nvidia. Alternativ probieren Sie die Treiber und Hersteller-Tools für Windows 8 oder 10 aus.

Altes Windows und neuere Prozessoren: Windows 7 oder 8.1 lassen sich auch auf PCs oder Notebooks beispielsweise mit aktuellen AMD-Ryzen- oder Intel-Kaby-Lake-CPUs installieren und nutzen, wenn die nötigen Treiber für die Hardware verfügbar sind. Nach Installation einiger Windows-Updates erhalten Sie jedoch keine weiteren Updates mehr und es erscheint ständig eine nervende Meldung, dass die Hardware nicht unterstützt wird. Mithilfe des Tools Wufuc lässt sich das Problem jedoch beheben (siehe Punkt 10 im verlinkten Artikel).

Damit sich Windows 7 auf neuen PCs oder Notebooks mit Windows 8 oder 10 von der Installations- DVD oder dem Setup-Stick booten und installieren lässt, müssen Sie im Bios Secure Boot deaktivieren.
Vergrößern Damit sich Windows 7 auf neuen PCs oder Notebooks mit Windows 8 oder 10 von der Installations- DVD oder dem Setup-Stick booten und installieren lässt, müssen Sie im Bios Secure Boot deaktivieren.

Bios- oder Uefi-Modus: Windows 8.1 und 10 sind immer im Uefi-Modus (Unified Extensible Firmware Interface) mit aktiviertem Secure Boot installiert. Secure Boot soll sicherstellen, dass sich vor dem Betriebssystemstart keine Schadprogramme auf dem PC einquartieren.

Wollen Sie ein Betriebssystem wie Windows 7 installieren, das nicht für Secure Boot spezifiziert ist, müssen Sie die Schutzfunktion abschalten. Dazu gehen Sie ins Bios/Firmware-Setup. Unter Windows 10 klicken Sie dafür im Anmeldebildschirm rechts unten auf die „Herunterfahren“-Schaltfläche. Halten Sie die Shift-Taste gedrückt und klicken Sie auf „Neu starten“. Gehen Sie auf „Problembehandlung -> Erweiterte Optionen -> UEFI-Firmwareeinstellungen“, und klicken Sie auf „Neu starten“. Suchen Sie dann nach den Einstellungen für Secure Boot. Meist sind diese im Menü „Security“ oder „Boot Features“ zu finden. Manchmal müssen Sie hinter „Windows Features“ erst „Other OS“ einstellen, damit sich die Option ändern lässt. Die Deaktivierung von Secure Boot hat keine Auswirkungen auf die Funktion von Windows 10.

Die Uefi-Einstellungen lassen Sie unverändert, wenn Sie auch Windows 7 (nur 64 Bit) im Uefi-Modus installieren möchten. Auf für Windows 10 neben Windows 7 oder Linux auf der gleichen Festplatte sollten Sie Uefi verwenden. Ansonsten ist Uefi nur für Festplatten mit mehr als 2 TB Kapazität zwingend erforderlich. Wer den Bios-Modus bevorzugt, sucht im, Firmware-Setup nach Optionen wie „CSM“,„Uefi and Legacy“ oder „Legacy Boot“, die meist unter Menüs mit Namen wie „Boot“ oder „Boot Order“ zu finden sind. Die Bios-Emulation CSM (Compatibility Support Module) sorgt dafür, dass der PC sowohl im Uefi- als auch im Bios-Modus booten kann. Einen Vorteil bietet der Bios/CSM-Modus jedoch nicht.

Relevant: 7 Tuning-Tipps für Windows 7

Optionen für ein späteres Upgrade auf Windows 10

Wenn Sie nach einem Downgrade etwa auf Windows 7 später doch auf Windows 10 umsteigen möchten oder nach April 2020 müssen, haben Sie mehrere Möglichkeiten.

Am einfachsten ist es, das Upgrade direkt durchzuführen. Dabei bleiben Ihre persönlichen Dateien und die installierten Programme – soweit möglich – erhalten. Das Upgrade ist von Windows 7 und Windows 8.1 möglich. Sie benötigen dafür die ISO-Datei der aktuellen Windows-10-Version, die Sie über das Media Creation Tool für Windows 10 herunterladen. Entpacken Sie die ISO-Datei beispielsweise mit 7-Zip , starten Sie „Setup.exe“ und folgen Sie den Anweisungen des Assistenten. Da Windows 10 bereits auf dem PC installiert war, erfolgt die Aktivierung automatisch.

Parallel-Installation: Sie können Windows 7 oder 8.1 als Downgrade neben Windows 10 parallel auf dem PC neu installieren. Das setzt voraus, dass auf der SSD oder Festplatte genügend Platz für zwei Betriebssysteme vorhanden ist. Die Windows-10-Partition lässt sich als eine Sicherungskopie ansehen, die Sie mit nur einer Windows-Lizenz jedoch nicht als Betriebssystem verwenden dürfen, obwohl das technisch möglich ist. Das gilt übrigens auch für Nutzer, die das kostenlose Update auf Windows 10 durchgeführt haben. In diesem Fall ist die ursprüngliche Lizenz von Windows 7/8/8.1 in eine Windows-10-Lizenz umgewandelt worden und Sie dürfen die ältere Version nicht weiter verwenden. Wenn Sie dagegen eigene Lizenzen beziehungsweise Produktschlüssel für Windows 10 und 7 besitzen dürfen Sie so viele Windows-Installationen gleichzeitig oder abwechselnd benutzen, wie Lizenzen vorhanden sind.

Weitere Informationen und Anleitungen zur Parallel-Installation mehrerer Betriebssysteme finden Sie im Artikel So klappt der Multiboot mit Windows & Linux .

Neuinstallation: Sie wollen mit einer frischen Installation starten, ohne die Altlasten, die bei einem Upgrade zwangsläufig anfallen? Sichern Sie zuerst alle persönlichen Daten etwa auf einer externen Festplatte. Über das Media Creation Tool für Windows 10 laden Sie sich eine ISO-Datei herunter oder Sie erstellen damit einen USB-Stick für die Installation. Der Download kann maximal ein halbes Jahr alt sein und Sie müssen daher nach der Neuinstallation nur wenige Updates herunterladen. Die Produktaktivierung erfolgt automatisch, wenn Windows 10 vorinstalliert war. Treiber für die meisten Geräte sind in Windows 10 enthalten oder die Installation erfolgt automatisch über das Internet. Für einige Peripheriegeräte wie Drucker oder Scanner sowie für den Grafikadapter sind Treiber vom Hersteller empfehlenswert, weil diese mehr Funktionen bieten. Es lohnt sich jedoch nicht, die Treiber jetzt schon herunterzuladen und zu archivieren, wenn Sie Windows 10 erst im Jahr 2020 verwenden wollen. Dafür ist auch nach der Neuinstallation noch Zeit. Eine ausführliche Anleitung und Tipps lesen Sie im Artikel Windows 10: Saubere Neuinstallation - so geht's .

Auf Ihrem PC ist Windows 8.1 vorinstalliert und Sie wollen nach dem Downgrade später eventuell wieder Windows 8.1 nutzen? Sie können so vorgehen, wie bei Windows 10 beschrieben. Die ISO-Datei laden Sie über das Windows Installation Media Creation Tool herunter oder Sie erstellen damit einen USB-Stick für die Installation. Für Windows 8.1 gibt es noch bis Januar 2023 Sicherheitsupdates. Ob Microsoft bis dahin das Installationsmedium noch einmal aktualisiert, ist ungewiss. Sie müssen daher nach einer Neuinstallation mit umfangreicheren Update-Downloads rechnen. Zusätzlich erforderliche Treiber sollten Sie schon jetzt beim Hersteller des PCs, Notebooks, Druckers oder der Grafikkarte herunterladen. Bis 2023 gibt es wahrscheinlich einige Updates, es ist aber auch nicht auszuschließen, dass ein Hersteller die Unterstützung einstellt.

Wiederherstellung des Originalzustands: Einige Hardware-Anbieter und Händler bieten Wiederherstellungsmedien an, die Sie aber meist zusätzlich bestellen und bezahlen müssen. Von einigen Herstellern gibt es auch Backup-Tools, die sich entweder im Lieferumfang befinden oder kostenlos zum Download angeboten werden. Damit lassen sich Wiederherstellungs-Images beispielsweise auf einem USB-Stick erstellen. Bei Bedarf erstellen Sie zuerst eine Sicherungskopie Ihrer persönlichen Dateien und booten vom USB-Stick. Folgen Sie den Anweisungen des Assistenten. Der PC wird danach auf den Auslieferungszustand zurückgesetzt. Der Vorteil dabei: Alle herstellerspezifischen Treiber werden dabei automatisch installiert. Der Nachteil: System und Treiber befinden sich auf dem Stand beim Gerätekauf. Bei Windows 8.1 also auf dem Stand von etwa 2013 bis 2016 und bei Windows 10 stammt die Software vielleicht von 2015 (Version 1507).

Vor allem Notebook-Hersteller statten Windows oft mit viel Zusatzsoftware aus, die Sie wahrscheinlich weder benötigen noch nutzen. Über das Wiederherstellungsmedium gelangt diese Software auf den PC. Wenn das auch bei Ihrem Gerät der Fall ist, führen Sie besser eine Neuinstallation über ein Microsoft-Originalmedium durch.

Auf vielen PCs und Notebooks befindet sich außerdem eine Wiederherstellungspartition. Der Originalzustand lässt sich über einen Eintrag im Bootmanager oder über die Einstellungen (Win-I) und „Update und Sicherheit -> Wiederherstellung“ unter „Diesen PC zurücksetzen“ wiederherstellen. Das funktioniert so lange, wie die Wiederherstellungspartition intakt ist. Wenn Sie jedoch alle Partitionen auf der Festplatte löschen, um Windows 7 zu installieren, funktioniert das nicht mehr. Vorsorglich legen Sie daher ein Backup der kompletten Festplatte an. Sie können dann bei Bedarf den Auslieferungszustand wiederherstellen, etwa wenn Sie das Gerät mit Windows 10 verkaufen wollen.

Backup der Festplatte: Sollten keine Installationsmedien und kein Wiederherstellungsdatenträger vorhanden sein, erstellen Sie am besten eine Sicherungskopie aller Partitionen der Festplatte. Auf diese Weise ist es am einfachsten, die Original-Installation wiederherzustellen, wenn Sie später von Windows 7 auf die neuere Windows-Version wechseln möchten. Ein Backup ist unabhängig vom Downgrade auch sinnvoll, wenn Sie Windows etwa nach einem Festplattendefekt wiederherstellen müssen.

Mit Clonezilla aus dem PC-WELT Notfall-System legen Sie eine Image- Kopie der kompletten Festplatte an. Damit stellen Sie Windows 8 bei Bedarf wieder her.
Vergrößern Mit Clonezilla aus dem PC-WELT Notfall-System legen Sie eine Image- Kopie der kompletten Festplatte an. Damit stellen Sie Windows 8 bei Bedarf wieder her.

Für ein Komplett-Backup können Sie ein Tool wie Clonezilla verwenden. Damit erstellen Sie eine Image-Datei der Festplatte auf einer externen Festplatte oder einem Netzwerklaufwerk. Clonezilla ist im PC-WELT Rettungssystem enthalten. Einen bootfähigen USB-Stick erstellen Sie sich mit dem Tool Win32Diskimager . Alternativ verwenden Sie Clonezilla Live .

Booten Sie den Rechner mit dem PC-WELT Rettungssystem und starten Sie Clonezilla per Doppelklick auf das Desktop-Icon. Wählen Sie dafür im ersten Menü „device-image“. Im nächsten Menü geben Sie das Ziel an, beispielsweise „samba_server“ für die Sicherung auf ein NAS oder eine Windows-Freigabe im Netz. Geben Sie in den nächsten Eingabemasken die IP-Adresse, den Benutzernamen und die Bezeichnung der Freigabe mit einem vorangestellten „/“ an. Im weiteren Verlauf wählen Sie, ob Sie die gesamte Festplatte („savedisk“) oder nur einzelne Partitionen („saveparts“) sichern wollen, unter welchem Namen das Image gespeichert werden soll sowie die Bezeichnung der Quellfestplatte. Bei den Optionen wählen Sie jeweils den ersten Standardwert. Zuletzt bestätigen Sie mit y und Enter.

Für die Sicherung auf eine zweite Festplatte wählen Sie im zweiten Menü „local_dev“ und danach die Zielfestplatte, beispielsweise „sdb1“. Prüfen Sie die Auswahl anhand der Größe des Datenträgers. Danach geben Sie ein Zielverzeichnis an oder übernehmen einfach die Vorgabe mit „OK“. Folgen Sie den weiteren Anweisungen des Assistenten.

Image einer Festplatte wiederherstellen: Vor der Wiederherstellung sichern Sie alle persönlichen Dateien. Starten Sie Clonezilla im PC-WELT Rettungssystem und verwenden Sie die Optionen „device_image“ und „local_dev“ . Wählen Sie die Partition und das Verzeichnis aus, in dem ein zuvor gesichertes Image liegt. Gehen Sie auf „Beginner“ und dann auf „restoredisk“. Wenn Sie vorher einzelne Partitionen gesichert haben, verwenden Sie „restoreparts“. Clonezilla findet auf dem Backup-Medium alle Abbilder automatisch und präsentiert sie in einer Liste. Danach wählen Sie die Zielpartition aus, in die das Image zurückgeschrieben werden soll. Nach zwei Sicherheitsabfragen spielt Clonezilla das Backup zurück.

Bei einer Netzwerksicherung läuft es entsprechend ab. Wählen Sie statt „local_dev“ den Menüpunkt „samba_server“ und geben Sie die Verbindungsinformationen an.

Siehe auch: Microsoft verlängert Support für Windows 7 bis 2023


Produktschlüssel ermitteln und Aktivierung sichern

Nirsoft Produkey: Das Tool ermittelt den Produktschlüssel eines selbst installierten Windows.
Vergrößern Nirsoft Produkey: Das Tool ermittelt den Produktschlüssel eines selbst installierten Windows.

Bei einem vorinstallierten Windows 7 oder einem selbst installierten Windows 7, 8.1 oder 10 können Sie den Produktschlüssel auslesen. Dazu verwenden Sie das portable Tool Nirsoft Produkey . Sie müssen es nur entpacken und starten. Den in der Spalte „Product Key“ angezeigten Schlüssel kopieren Sie über den Kontextmenüpunkt „Copy Product Key“ in die Zwischenablage und fügen ihn mit Strg-V in ein Textdokument ein. Oder Sie verwenden den Kontextmenüpunkt „HTML Report - All Items“, um alle angezeigten Produktschlüssel in einer HTML-Datei zu speichern.

Für ein vorinstalliertes Windows 8 oder 10 erhalten Sie in der Regel keinen Produktschlüssel. Dieser ist in der ACPI-Tabelle der PC-Firmware gespeichert. Der Vorteil dabei: Bei einer Neuinstallation beziehungsweise Wiederherstellung des Systems müssen Sie keinen Produktschlüssel eintippen und die Aktivierung erfolgt automatisch. Auch hier lässt sich ein Produktschlüssel auslesen, den Sie aber nicht für die Neuinstallation auf einem anderen PC verwenden können.

Wurde das kostenlose Upgrade auf Windows 10 durchgeführt, gibt es ebenfalls keinen Produktschlüssel für die Neuinstallation auf einem anderen PC. Ob das bei Ihnen der Fall ist, ermitteln Sie unter Windows 10 in den Einstellungen (Win-I) unter „Update und Sicherheit -> Aktivierung“. Steht hier „Windows wurde mit einer digitalen Lizenz aktiviert.“ handelt es sich um ein Upgrade. Bei der Neuinstallation von Windows 10 auf diesem PC erfolgt die Aktivierung automatisch. Den Produktschlüssel des Vorgängers, also des ursprünglich auf dem PC installierten Windows 7 oder 8.1 finden Sie beispielsweise auf der Hülle des Installationsmediums oder auf einem Aufkleber an der Unterseite des Notebooks. Unter Windows 10 lässt der Produktschlüssel des Vorgängerprodukts später nicht mehr ermitteln. Nirsoft Produkey zeigt Ihnen hier einen Produktschlüssel an, den Windows 10 aber bei einer Neuinstallation nicht akzeptiert.

Die Rückkehr zur vorherigen Windows-Version war nach dem kostenlosen Upgrade nur innerhalb von 30 Tagen nach der Installation von Windows 10 möglich. Danach gibt es keinen Weg zurück zu Windows 7 oder 8.1 – es sei denn, Sie haben vorher ein Backup der Festplatte erstellt oder Sie besitzen den Produktschlüssel der vorherigen Windows-Version. Die bisherigen Lizenzen bleiben gültig und die Wiederherstellung oder Neuinstallation von Windows 7/8.1 ist jederzeit möglich. Windows 10 dürfen Sie dann aber nicht mehr verwenden. Sollten Sie später doch wechseln wollen, können Sie das Upgrade auf dem gleichen PC über das Installationsmedium von Windows 10 erneut durchführen. Die Aktivierung bleibt erhalten, solange es sich um die gleiche Hardware wie beim ursprünglichen Upgrade handelt. Kleinere Änderungen, etwa der Austausch einer Festplatte, beeinflussen die Aktivierung nicht.


Downgrade auf Windows 7 oder 8.1 durchführen

Windows 7 als Downgrade installieren: Für die Installation booten Sie den PC von der Setup-DVD oder einem USB-Stick und wählen „Benutzerdefiniert“.
Vergrößern Windows 7 als Downgrade installieren: Für die Installation booten Sie den PC von der Setup-DVD oder einem USB-Stick und wählen „Benutzerdefiniert“.

Nach den Vorbereitungen ist der PC bereit für Windows 7 oder 8.1. Da Sie alle Daten und das System für die Wiederherstellung gesichert haben, können Sie die Festplatte neu formatieren und Windows 7 Professional installieren. Wie Sie an das Setup-Medium kommen, lesen Sie im Kasten „Windows-Installationsmedium besorgen“.

Booten Sie den PC von der Installations-DVD oder dem Setup-Stick. Wenn das nicht auf Anhieb funktioniert, ändern Sie die Bootreihenfolge im Bios. Einige Geräte bieten auch ein Bootmenü, das Sie meist über die Taste Esc, F8 oder F12 kurz nach dem Start des Rechners aufrufen.

Wählen Sie den Eintrag mit einem vorangestellten „UEFI“ für die Uefi-Installation, andernfalls den Standard-Eintrag für das DVD-Laufwerk oder den USB-Stick. Folgen Sie dann den Anweisungen des Installationsassistenten. Im Fenster „Wählen Sie eine Installationsart aus“ klicken Sie auf „Benutzerdefiniert (erweitert)“ und dann auf „Laufwerksoption (erweitert)“. Klicken Sie eine Partition auf der Systemfestplatte nach der anderen an und jeweils auf „Löschen“. Bestätigen Sie die Nachfragen mit „OK“. Klicken Sie auf „Weiter“. Danach läuft die Installation wie gewohnt ab.

Sollte Windows 7 nicht vom USB-Stick starten oder das Setup-Programm nicht laden, verbinden Sie den Stick mit einem USB-2.0-Port. Windows 7 besitzt von Haus aus keine Unterstützung für USB-3.0. Der fehlende Treiber lässt sich erst nach der Installation einrichten. Ist kein Zugriff auf die Festplatte möglich, klicken Sie auf die Schaltfläche „Treiber laden“ und geben den Speicherort des SATA-Treibers auf dem USB-Stick an.

Tipp: Integrieren Sie die erforderlichen Treiber und Windows-Updates vorab in das Installationsabbild von Windows 7. Das kann beispielsweise notwendig sein, wenn der Computer nur USB-3.0-Ports besitzt und kein DVD-Laufwerk zur Verfügung steht. Eine Anleitung finden Sie im Artikel Windows-Update-Stick: Neue Versionen schnell installieren .

Windows 7 ermöglicht die Installation ohne Produktschlüssel. Wenn Sie danach gefragt werden, klicken Sie auf „Überspringen“. Sie besitzen einen Produktschlüssel für Windows 7 Professional, den Sie bereits einmal zur Installation verwendet haben? Dann geben Sie diesen ein. Das System lässt sich damit aber wahrscheinlich nicht aktivieren. Das funktioniert erst nach einem Anruf bei Microsoft unter einer der kostenlosen Telefonnummern 0800 2848283 oder 089 24445093.

Verlangen Sie einen Support-Mitarbeiter und verweisen Sie auf Microsoft-Seite „ Understanding downgrade rights “. Hier heißt es (Übersetzung): „Wenn die Software bereits zuvor aktiviert wurde, kann sie nicht online aktiviert werden. In diesem Fall wird die Telefonnummer des entsprechenden Aktivierungsdiensts in Ihrer Nähe angezeigt. Rufen Sie dort an, und erläutern Sie die Situation. Wenn festgestellt wird, dass der Endbenutzer über eine berechtigte Windows-Lizenz verfügt, stellt der Kundendienstmitarbeiter einen einmalig verwendbaren Aktivierungscode zur Aktivierung der Software zur Verfügung.“

Hat das Downgrade geklappt, gilt es, Windows 7 mit Updates auf den neuesten Stand zu bringen – und vielleicht an der einen oder anderen Stelle clever zu optimieren . Auf www.pcwelt.de finden Sie zahlreiche Tipps zum System-Tuning für Windows 7, 8.1 und 10.

Windows 7: Installationsmedium besorgen

Der einfachste Weg zu Windows 7 führt über den PC-Händler. Fragen Sie beim Kauf, ob es das gewünschte Gerät auch mit vorinstalliertem Windows 7 gibt oder eine Windows-7-Installations-DVD mitgeliefert werden kann. Einige Hersteller und Händler erwähnen das Downgrade-Recht ausdrücklich, beispielsweise die Wortmann AG . Hier gibt es mehrere Notebooks und PCs mit Windows 7 als Downgrade von Windows 10. Tippen Sie in das Suchfeld rechts oben auf der Seite „Downgrade“ ein, um diese Geräte zu finden. Windows 7 Professional ist hier vorinstalliert und eine Recovery-DVD mit Windows 10 Pro inklusive Lizenz ist im Lieferumfang enthalten. Sie können daher jederzeit von Windows 7 auf Windows 10 umsteigen. Erstellen Sie vorher ein Image-Backup der Festplatte, wie weiter oben im Artikel beschrieben. Das ermöglicht den Weg zurück zu Windows 7.

Hinweis: Wortmann verkauft nicht direkt an Endverbraucher. Per Klick auf „hier bestellen“ finden Sie Händler in Ihrer Nähe.

Ein anderer Weg ist, sich für Windows 7 Professional eine Installations-DVD mit Produktschlüssel von einem Bekannten auszuleihen und nach der Installation die Aktivierung bei Microsoft anzufordern, wie im letzten Abschnitt des Artikels beschrieben.

Die offiziellen Downloads der ISO-Dateien für Windows 7 Professional hat Microsoft eingestellt. Die Dateien etwa von Windows 7 Professional mit bereits integriertem Service Pack 1 liegen jedoch immer noch auf den Microsoft-Servern. Sie erhalten darauf bequem über das Tool Windows ISO Downloader Zugriff. Aus einer ISO-Datei lässt sich für die Installation eine Windows-Setup-DVD brennen. Schneller geht’s jedoch, wenn Sie Windows über einen USB-Stick installieren.

Tipp: Wer sich den Umstand mit Anrufen bei Microsoft und Nachfragen bei Händlern ersparen möchte, kann sich auch einen Aktivierungsschlüssel für Windows 7 kaufen. Den gibt es per E-Mail für etwa 12 Euro beispielsweise bei lizengo.de (siehe auch unseren Ratgeber: Windows-10-Lizenz: Legal für 10 Euro kaufen ). Dieser Weg empfiehlt sich auch für Nutzer, die kein Produkt mit Downgrade-Berechtigung besitzen.

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