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Digitaler Impfnachweis ab sofort in Apotheken - Server sind überlastet

14.06.2021 | 09:05 Uhr | Hans-Christian Dirscherl

Ab heute, 14.6., stellen Apotheken digitale Impfzertifikate aus. Doch die Server sind überlastet. Das sollten Sie tun. Alle Informationen zum digitalen Impfzertifikat und zu CovPass, CovPassCheck-App und zur aktualisierten Corona-Warn-App. Alle Apps zum Download.

Update 14.6.: Apotheken-Server völlig überlastet

Seit heute können Sie auf mein-apothekenmanager.de nach Apotheken suchen, die den digitalen Impfnachweis ausstellen. Mittlerweile funktioniert die Suchmaske und Sie bekommen Apotheken an Ihrem Standort angezeigt, die das digitale Impfzertifikat ausstellen.

Doch ein Anruf bei einer teilnehmenden Apotheke zeigt die aktuellen Probleme auf: Die Apothekerin bestätigte uns, dass sie grundsätzlich ab sofort den digitalen Impfnachweis ausstellen würde. Man müsse einen Personalausweis oder Reisepass und den gelben Impfnachweis beziehungsweise die Bestätigen vom Impfzentrum über die zweite Impfung mit dem QR-Code vorlegen. Dann würde die Apotheke ein PDF mit einem QR-Code erstellen, den man dann mit der CovPass-App einscannen könne.

Doch genau das gehe derzeit noch nicht. Derzeit könne die Apotheke nicht auf den Server des deutschen Apothekerverbandes zugreifen. Die Webseite sei völlig überlastet. O-Ton der zwar sehr freundlichen und hilfsbereiten, aber auch hörbar frustrierten Apothekerin: „Jetzt greifen 18.000 Apotheken alle auf diese eine Seite zu. Wir können uns nicht anmelden“. Die Apothekerin rät uns es gegen Ende der Woche noch einmal zu versuchen.

Der Server des Apothekenverbandes ist also offensichtlich völlig überlastet. Obwohl seit letzter Woche bekannt war, dass es heute Morgen los geht. Das Ganze erinnert an das Desaster beim Home Schooling: Den ganze Sommer 2020 über hatten die Kultusministerien Zeit sich auf die zweite Welle und das damit verbundene Home Schooling vorzubereiten und als es im Herbst 2020 dann tatsächlich so weit war und die Schüler von zu Hause am Unterricht teilnehmen mussten, waren die Server der IT-Infrastruktur der Schulen und der Kultusministerien vielfach überlastet. Update Ende

CovPass FAQ: Digitaler Impfnachweis - das müssen Sie wissen & alle App-Downloads

Welche Voraussetzungen müssen Sie mitbringen?

Sie müssen vollständig gegen Covid 19 geimpft sein. Bei den Impfstoffen von Biontech (Co­mir­na­ty), Moderna und Astra Zeneca (Vaxzevria) bedeutet das: Sie müssen beide Impfungen erhalten haben und die zweite Impfung muss mindestens 14 Tage zurückliegen. Bei Johnson&Johnson erhalten Sie nur eine Impfung. Auch hier muss die Impfung muss mindestens 14 Tage zurückliegen, um den vollen Impfschutz zu gewährleisten. Der QR-Code ist als Nachweis für den kompletten Impfschutz also erst ab Tag 15 nach der vollständigen Corona-Impfung gültig.

Stand 9. Juni 2021 haben rund 19 Millionen Menschen Anspruch auf den digitalen Impfnachweis.

Was kostet Sie der digitale Impfnachweis?

Nichts. Sie erhalten den digitalen Impfnachweis kostenlos.

Welche App brauchen Sie als Geimpfter?

Der digitale Impfnachweis (dabei handelt es sich um ein kryptografisch signiertes Zertifikat in Form eines QR-Codes; aus technischer Sicht ein CBOR Web Token ) wird in der App „CovPass“ verschlüsselt gespeichert. Sie können sich diese App kostenlos von Google Play für Android-Smartphones ab Android 6.0 und vom App Store für iPhones ab iOS 12.0 herunterladen.

Download CovApp für iOS

Download CovApp für Android

Die CovPass-App.
Vergrößern Die CovPass-App.
© digitaler-impfnachweis-app.de/

Ab wann wird der digitale Impfnachweis ausgestellt?

Der digitale Impfnachweis soll laut n-tv am 10. Juni 2021 starten (Stand 9.6.). Am 8.6. hieß es noch, dass die ersten digitalen Impfnachweise am 14. Juni 2021 (Montag) ausgestellt werden würden. Vorangegangen ist eine mehrwöchige Testphase.

Wie erhalten Sie den digitalen Impfnachweis, wenn Sie ab dem 10.6. geimpft werden?

a) Bei der Impfung sofort mitnehmen: Die Impfzentren oder Ärzte sollen das Zertifikat in Form eines QR-Codes nach erfolgter Impfung sofort ausstellen. Dieses "sofort Austellen" des digitalen Impfnachweises soll aber "Schritt für Schritt" ausgerollt werden, wie die Stuttgarter Nachrichten Gesundheitsminister Jens Spahn zitieren . Falls Sie also Ihren zweiten Impftermin bereits am 10. Juni haben, dürften Sie in den meisten Fällen noch keinen digitalen Impfnachweis mitbekommen.

Impfzentren oder Ärzte übermitteln die Daten zur durchgeführten zweiten Impfung an das Robert-Koch-Institut (RKI), das diese signiert und diese Daten danach sofort wieder von seinen Servern löscht. Wahlweise bekommen Sie das Zertifikat/QR-Code, das/der natürlich fälschungssicher sein soll, digital zum sofortigen Einscannen mit der CovPass-App oder als Ausdruck auf Papier. In letzterem Fall scannen Sie dann später den QR-Code mit der CovPass-App ein.

b) Auf dem Postweg: Alternativ sollen Sie sich den digitalen Impfnachweis auch zuschicken lassen können.

c) In den Apotheken abholen (siehe unten)

Der QR-Code ist kryptographisch mit einer Signatur abgesichert, wie das Robert-Koch-Institut betont. Die CovPass-App speichert die Informationen aus dem QR-Code in einem sicheren Bereich lokal auf dem Smartphone. Es wird keine zentrale Datenbank mit allen Geimpften und somit auch kein zentrales Impfregister aufgebaut.

Die CovPass-App.
Vergrößern Die CovPass-App.
© digitaler-impfnachweis-app.de/

Wie bekommen bereits vor dem 14.6 Geimpfte das digitale Zertifikat?

Noch offen ist die Frage, ob alle bereits geimpfte Personen den QR-Code nachträglich automatisch per Post erhalten. Das RKI schreibt nur sehr vage: „Personenbezogene oder medizinische Daten können aus Bestandssystemen von Arztpraxen und Impfzentren übernommen werden.“ Und weiter: „Es werden verschiedene Möglichkeiten geprüft, um auch nachträglich digitale Impfnachweise für Corona-Impfungen zu erstellen. Grundsätzlich soll die nachträgliche Ausstellung dort erfolgen, wo man geimpft worden ist. Wenn in den Impfzentren entsprechende Kontaktdaten vorliegen, sollen die QR-Codes möglichst automatisch per Post zugesandt werden. Außerdem könnten Ärztinnen und Ärzte sowie Apothekerinnen und Apotheker nachträglich Impfnachweise ausstellen.“

Das Bundesgesundheitsministerium bleibt genauso vage und wiederholt exakt den Wortlaut des RKI. Das Gesundheitsministerium erwähnt mit keinem Wort, ob bereits Geimpfte bei ihrem Impfzentrum zum Beispiel anrufen sollen, um nachträglich das digitale Impfzertifikat zu bekommen.

PC-WELT fragt im Impfzentrum nach: Eine bereits vollständig geimpfte Person, deren zweite Impfung länger als 14 Tage zurückliegt, fragte für uns in dem bayerischen Impfzentrum, in dem sie geimpft wurde, nach, wie sie den digitalen Impfnachweis nachrträglich bekommen könne. Die Antwort des Impfuentrums fiel ehrlich aus: "Nach Meldung der Regierung ist der digitale Impfnachweis noch nicht umsetzbar, auch wenn die Planungen bereits fortgeschritten sind. Wir haben derzeit noch keine Meldung wie dies mit bereits durchgeführten Impfungen zu handhaben sein wird."

Das sagt das bayerische Gesundheitsministerium

PC-WELT fragte beim bayerischen Gesundheitsministerium nach, wie bereits vollständig Geimpfte den digitalen Impfnachweis erhalten sollen. Die Antwort kam prompt, künftig soll es folgende Lösungen für die Nacherfassung geben:

  1. Ist ein BayIMCO-Account vorhanden (die Impfung erfolgte also in einem Impfzentrum), können Bürgerinnen und Bürger nach dem Einloggen einen QR-Code herunterladen. Damit das unkompliziert möglich ist, sollte nach der Zweitimpfung im Impfzentrum der Account nicht gelöscht werden. Die entsprechende Programmierung von BayIMCO soll voraussichtlich noch im Juni abgeschlossen sein.

  2. Gibt es keinen BayIMCO-Account, aber die Impfdaten sind elektronisch vorhanden, können Geimpfte künftig über eine Schwester-Webseite von BayIMCO ihre elektronische Impfbestätigung anfordern und dann per verschlüsselter E-Mail oder Post einen entsprechenden QR-Code erhalten. Diese Webseite wird aktuell noch erstellt. 

  3. Falls keine Impfdaten im System vorhanden sind, können sich Bürgerinnen und Bürger telefonisch an das Call-Center in ihrem Impfzentrum wenden. Das Call-Center kann einen elektronischen Nachweis erstellen und per verschlüsselter E-Mail oder per Post zustellen. 

  4. Die technischen Vorbereitungen für die Punkte 2 und 3 sollen bis spätestens Mitte Juli abgeschlossen sein. Wir bitten daher, zunächst von Anfragen bei den Impfzentren abzusehen. 

  5. Für die Erstellung der digitalen Impfnachweise jener Impfungen, die außerhalb von BayIMCO und dem Impfportal der Krankenhäuser (BIK) in den Arztpraxen erfolgten, ist der Bund zuständig. In Kürze soll die Erzeugung der elektronischen Zertifikate gegen Vorlage des gelben Impfpasses (oder der Impfdokumentation aus den Impfzentren) in den ersten Apotheken möglich sein. Spätestens ab Mitte Juli sollen dann auch in allen Arztpraxen die digitalen Impfnachweise erzeugt werden können.

CovPass-App und CovPassCheck-App arbeiten zusammen.
Vergrößern CovPass-App und CovPassCheck-App arbeiten zusammen.
© digitaler-impfnachweis-app.de/

Welche Rolle spielen die Apotheken?

Der digitale Impfpass wird ab 14.6. in vielen Apotheken ausgestellt werden, wie der "ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V." mitgeteilt hat. Unter mein-apothekenmanager.de sollen Sie Apotheken finden, die den digitalen Impfnachweis ausstellen. Bei Redaktionsschluss (14.6., 8.45 Uhr) war die entsprechende Suchmaske zwar vorhanden, die Apotheken sehen sich aber mit einem überlasteten Server des Apotheken-Dachverbandes konfrontiert.

Doch freuen Sie sich am 14. Juni nicht zu früh, denn der Apothekerdachverband warnt: „In den ersten Tagen wird die Zahl der Apotheken, die das Angebot machen, wahrscheinlich noch begrenzt sein. Wir gehen aber davon aus, dass die Zahl der Apotheken sehr schnell im vierstelligen Bereich liegt.“

Ab dem 9.6.2021, also ab heute, können sich Apotheken für das Ausstellen des digitalen Impfnachweises auf dem Verbändeportal des Deutschen Apothekerverbandes (DAV) registrieren. Apotheken und Ärzte erhalten eine Vergütung pro ausgestelltem Zertifikat.

Wie nutze ich den digitalen Impfnachweis?

Sie zeigen, wann immer Sie den Nachweis über Ihre Impfung benötigen, die CovPass-App mit dem QR-Code, der das Zertifikat darstellt, darin vor. Das funktioniert jederzeit ohne eine bestehende Internetverbindung und offline.

Was macht die CovPassCheck-App?

Die kontrollierende Stelle scannt mit einem Gerät, auf dem sich die „CovPassCheck-App“ (ab iOS-Version 12.0 und Android-Version 6.0) befindet, den QR-Code auf Ihrem Smartphone-Bildschirm. Das soll nur wenige Sekunden dauern. Für die Nutzung der CovPassCheck-App ist ebenfalls keine bestehende Internetverbindung nötig. Die CovPassCheck-App verarbeitet den QR-Code nur im Arbeitsspeicher des Smartphones und speichert keine Daten. Die CovPassCheck-App dient also nur zur Kontrolle, nicht aber zur Speicherung von Daten.

Download CovPassCheck-App für iOS

Download CovPassCheck-App für Android

Per Personalausweis oder Reisepass müssen die in der CovPassCheck-App angezeigten Daten aber überprüfbar sein – Sie müssen also neben dem Smartphone mit der CovPass-App auch einen Ausweis mitführen. Für diesen Abgleich zeigt die  CovPassCheck-App Impfstatus, Name, Vorname und Geburtsdatum des Nutzers der CovPass-App an.

Die gesamte Datenübertragung erfolgt verschlüsselt. Alle Daten liegen auf Ihrem Smartphone und werden nicht zentral gespeichert.

Mit der CovPassCheck-App kann man auch die QR-Codes von ausgedruckten Corona-Impfzertifikaten einlesen. Zukünftig lassen sich mit der CovPassCheck-App auch Nachweise über die Genesung von einer Corona-Infektion oder über einen negativen Corona-Test prüfen.

Geimpfte benötigen die CovPassCheck-App nicht, sondern müssen nur die CovPass-App installieren!

Was speichert die CovPass-App?

In der CovPass-App werden diese Daten gespeichert:

  • Name

  • Vorname

  • Geburtsdatum

  • Krankheit (gegen die geimpft wird)

  • Impfstoff

  • Produkt

  • Hersteller

  • Dosennummer

  • Gesamtdosen

  • Impfdatum

  • Land

  • Aussteller des techn. Zertifikates

  • einzigartige Identifikationsnummer für das Zertifikat (kurz UVCI).

Kann man Impfzertifikate aus der CovPass-App wieder entfernen?

Ja, Benutzer können eingescannte Impfzertifikate wieder aus der CovPass-App entfernen. Falls die die CovPass-App löschen, werden alle Daten darin gelöscht.

Wo kann ich die CovPass-App nutzen?

Die CovPass soll in allen EU-Ländern Gültigkeit haben. Die für die Überprüfung der Impfzertifikate nötige Plattform soll am 1. Juli europaweit starten.

Wie viele Personen lassen sich in der CovPass-App erfassen?

Die CovPass-App kann die Impfnachweise mehrere Personen einscannen und speichern. Eine App kann so die Nachweise für die ganze Familie speichern. Das Bundesgesundheitsministerium schreibt: „Digitale Impfnachweise von Kindern oder Partnern können zusammen auf einem Smartphone gespeichert werden.“

Braucht jeder zwingend die CovPass-App?

Nein, Sie können auch Ihren gelben Impfausweis oder das bei der Impfung erhaltene gedruckte Zertifikat vorzeigen.

Was mache ich, wenn ich mein Smartphone verloren habe?

Bei Verlust des Smartphones muss das Corona-Impfzertifikat digital nachgetragen werden. Laden Sie dazu die CovPass-App auf Ihr neues Smartphone herunter und scannen Sie das Corona-Impfzertifikat.

Was muss ich beim Wechsel auf ein neues Smartphone beachten?

Laden Sie sich die CovPass-App auf Ihr neues Smartphone herunter. Anschließend scannen Sie die vorhandenen Corona-Impfzertifikate mit der App auf dem neuen Gerät.

Speichert auch die Corona-Warn-App das digitale Impfzertifikat?

Die bekannte Corona-Warn-App soll künftig ebenfalls den QR-Code einlesen und anzeigen können. Voraussetzung ist Version 2.3 der Corona-Warn-App. 14 Tage nach der zweiten Impfung zeigt die App denn vollständigen Impfschutz an. Als Version 2.3.2 ist die Corona-Warn-App bereits für iOS erhältlich. Die Android-Version ist dagegen noch nicht aktualisiert worden (Stand 9.6.).

Was kann CovPass noch speichern?

In CovPass sollen neben der Impfung auch Nachweise über die Genesung von einer Infektion mit Sars-CoV2 hinterlegt werden. Außerdem sollen darin negative Corona-Impfnachweise hinterlegt werden. Eine durchgemachte Infektion wird mittels eines PCR-Test-Ergebnisses dokumentiert.

Wer entwickelt die CovPassCheck-App?

Der digitale Impfnachweis ist laut RKI ein Projekt im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit. Die Anwendung wurde von den Unternehmen Ubirch, IBM Deutschland, Govdigital und Bechtle entwickelt. Das Robert Koch-Institut ist als Herausgeber verantwortlich für die Ausgestaltung der Anwendung sowie für die Prüfung der Anforderungen an Datenschutz und Datensicherheit.

Wo finde ich weitere Informationen?

Das Robert-Koch-Institut hat zur CovPass-App eine Webseite veröffentlicht. Das Bundesministerium für Gesundheit hat wiederum hier eine FAQ zum digitalen Impfnachweis veröffentlicht.

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