66540

Digitaler Aufhellblitz

08.01.2008 | 12:59 Uhr |

Starke Unterbelichtungen sind bei Porträts mit Gegenlicht fast schon die Regel. Sie können versuchen, die Fehlbelichtung mit der Gradationskurve zu beheben. Doch bessere Ergebnisse liefern hier spezialisierte Funktionen, die nur die allertiefsten Schatten anheben. Die beste Power-Aufhellung liefern die teuren Photoshop-Versionen. Den Befehl „Tiefen/Lichter“ gibt es dort seit der Version CS1. Wir arbeiten hier mit Photoshop CS3.

Schatten-Korrektur
Wählen Sie „Bild, Anpassungen, Tiefen/Lichter“, und klicken Sie auf „Weitere Optionen einblenden“. Oben im Bereich „Tiefen“ prüfen Sie die „Tonbreite“: Eine niedrige „Tonbreite“ bedeutet, dass Sie nur allerdunkelste Schatten anheben. Doch für unser Motiv reicht das nicht. Erst wenn Sie die „Tonbreite“ auf 65 Prozent heben, wirken die Hauttöne deutlich heller. Freilich sieht auch das Meer im Hintergrund schon etwas heller aus. Testen Sie mit dem „Stärke“-Regler, wie kraftvoll die Anhebung für diesen Helligkeitsbereich ausfallen sollte. Für unser Motiv eignen sich 80 Prozent – so erkennt man die Gesichter deutlich. Jetzt experimentieren Sie mit dem „Radius“-Regler, bis Ihr Bild nicht mehr seltsam flächig wirkt oder Geisterschatten zeigt.

Lichter absenken
Jetzt geht es an die „Lichter“, also an die hellsten Bildbereiche. Schließlich zeigen kontrastreiche Motive oft zugelaufene Schatten, aber auch überstrahlende Hochtöne. Außerdem regulieren Sie mit dem „Lichter“-Bereich die Mitteltöne, die durch die „Tiefen“-Anhebung ungewollt mit angestiegen sind. Bei uns waren Meer und Berge sind zu hell geworden. Heben Sie also im Bereich „Lichter“ die „Stärke“ auf 15 Prozent, bei einer „Tonbreite“ von 30 Prozent: So dunkeln Sie hellere Bildpunkte maßvoll wieder ab. Das Meer bekommt mehr Farbe, doch die Urlauber verändern sich kaum.

Mitteltöne nach Maß
Ihre Korrektur zaubert jede Menge neue Mitteltöne ins Bild. Und diesen Helligkeitsbereich verfeinern Sie im Bereich „Anpassungen“. Der „Farbkorrektur“-Regler sorgt auf einfache Weise für kräftigere Farben. Für uns eignet sich der Wert 25, höhere Vorgaben erzeugen zu grelle Hauttöne. Der Wert 15 für den „Mittelton-Kontrast“ macht Ihr Bild nochmal knackiger.

Tipps zum Belichtungsausgleich
Der digitale Aufhellblitz heißt bei Photoshop Elements ebenfalls „Tiefen/Lichter“, Photo Impact nennt es „Beleuchtung aufbessern“, Paint Shop Pro präsentiert den „Aufhellblitz“, und Photoline nennt es „Licht/Schatten“. Manche Digitalkameras bearbeiten neue Bilder direkt auf der Speicherkarte, etwa Nikon-Modelle mit dem „D-Lighting“.
Gutes Gedächtnis: Sie haben den Klick auf den „Standard“-Button vergessen, möchten aber trotzdem die letzten Werte erneut nutzen? Dann rufen Sie „Tiefen/Lichter“ bei gedrückter <Alt>-Taste auf.
Stufenlose Rücknahme: Der Befehl „Tiefen/Lichter“ hat zu stark gewirkt? Sie müssen ihn nicht widerrufen und neu starten. Wählen Sie stattdessen „Bearbeiten, Verblassen“. Jetzt können Sie die Wirkung stufenlos zurücknehmen.
Smarter korrigieren: Das geht nur bei Photoshop CS3. Wählen Sie zunächst „Filter, Für Smartfilter korrigieren“. Dann folgt der „Tiefen/Lichter“-Befehl.
Werfen Sie anschließend einen Blick in die Ebenenpalette, die Sie mit <F7> aufrufen: Hier finden Sie „Tiefen/Lichter“ als so genannten Smartfilter. Sie können die Befehlsfunktion anders einstellen oder abschalten. Wo Sie mit Schwarz im Bild malen, wird die Korrektur örtlich unterdrückt.

PC-WELT Marktplatz

66540