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Die besten Smart Home-Systeme im Vergleich

27.06.2017 | 10:40 Uhr |

Die Smart-Home-Technik eröffnet neue Möglichkeiten für die Überwachung des eigenen Heims aus der Ferne. Bei vielen Systemen ist es sogar möglich, Fenster oder Garagentüren per App zu schließen oder die Jalousien abhängig von Lichteinfall und Windgeschwindigkeit automatisch hochzufahren.

Es ist eine immer wieder zitierte Szene: Die Familie fährt in den Urlaub, und kaum ist sie auf der Autobahn, kommt die unvermeidliche Frage, ob denn auch der Herd abgeschaltet wurde. Was gerne als unbegründete Angst belächelt wird, hat einen ernsten Hintergrund. Denn immer wieder wird vergessen, bei längerer Abwesenheit elektrische Geräte auszuschalten, die im Dauerbetrieb Brände verursachen können.

Außerdem sind alleinstehende Häuser, aber auch Büros und leere Wohnungen während der Urlaubszeit in Gefahr, das Ziel von Einbrechern zu werden. Mithilfe von Smart-Home-Komponenten ist es jedoch möglich, sowohl die elektrischen Geräte wie auch die eigenen vier Wände aus der Ferne per Smartphone zu überwachen. Über ferngesteuerte Funksteckdosen lassen sich die Geräte sogar ausschalten, oder man definiert Zeitpläne, wann während des Urlaubs automatisch das Licht und eventuell sogar der Fernseher eingeschaltet werden und so ein bewohntes Heim vortäuschen. Viele Komponenten lassen sich auch per Software koppeln, um so ein Mehr an Sicherheit zu erzeugen. Beispielsweise ist es teilweise möglich, dass beim Öffnen des Gartentors automatisch das Licht eingeschaltet und ein Hinweis aufs Smartphone geschickt wird. So ist nicht nur der Weg zum Haus besser beleuchtet, der Besitzer erfährt auch, wenn sich jemand seinem Haus nähert.

Tipp: Alles rund um Smart Home in unserem Themen-Channel

Aber nicht nur die Gefahr von Einbrüchen ist ein Thema, auch das Wetter hat schon so manchem Wohnungsbesitzer oder Mieter Ärger bereitet. Sei es, dass an einem schönen Sommertag das Fenster offengelassen wurde, weshalb das plötzlich heraufgezogene Gewitter das Zimmer unter Wasser setzte. Oder dass die Markise morgens nicht eingerollt und von den heftigen Windstößen beschädigt wurde.

Wir stellen Ihnen eine Reihe von Smart-Home-Komponenten und -Systemen für die automatische Haussteuerung und die Erhöhung der Sicherheit vor.

Funksteckdosen

Mittlerweile findet man sie in jedem Baumarkt: Funksteckdosen, die sich über eine mitgelieferte Fernbedienung ein- und ausschalten lassen. Die Verbindung läuft dabei meist über das lizenzfrei nutzbare 433-MHz-Band. Das Angebot ist riesengroß, die Hersteller heißen etwa Intertechno, Mumbi oder Vivanco. Die Preise beginnen bei rund 20 Euro für drei Steckdosen und eine Fernbedienung.

Die besten Funksteckdosen im Preisvergleich

Wer die Dosen per PC oder Smartphone steuern will, benötigt ein Gateway (Basisstation) mit einem Netzwerkadapter für LAN oder WLAN, das die Befehle des Rechners oder Mobilgeräts übersetzt und weitergibt. Leider sind diese Geräte nicht herstellerunabhängig, sie funktionieren nur mit den Steckdosen der gleichen Firma. Einen preisgünstigen Einstieg bietet etwa der USB-Dongle Home Easy HE853, der für etwa 12 Euro inklusive Software die Steckdosen der Firma Home Easy schaltet. Das System erfordert natürlich, dass der Rechner dabei eingeschaltet ist. Für höhere Ansprüche kommt von REV Ritter das iComfort Starterset, das sich in LAN und WLAN einbinden lässt und das weniger belastete 868-MHz-Band nutzt. Kostenpunkt etwa 65 Euro.

Von Home Easy gibt es einen preiswerten USB-Dongle, über den sich die Funksteckdosen bequem vom Computer aus steuern lassen.
Vergrößern Von Home Easy gibt es einen preiswerten USB-Dongle, über den sich die Funksteckdosen bequem vom Computer aus steuern lassen.
© Home Easy

Auch Universal-Apps für die Steuerung sind Mangelware. Die App SteckerChecker ist zwar nach wie vor erhältlich, wird aber seit 2012 nicht mehr weiterentwickelt. Als Alternative bietet sich SteckerPRO für Android und iOS an, das zumindest zu den Gateways von Intertechno und Brennenstuhl kompatibel ist.

Oder man weicht auf Geräte aus, die sich direkt in ein IP-basiertes LAN oder WLAN einbinden lassen. No-name-Produkte aus Fernost sind bereits ab etwa 20 Euro erhältlich. Zum Zubehör gehören meist noch passende Smartphone-Apps, die es kostenlos in den Stores von Apple und Google gibt. Auch komplette Steckdosenleisten mit WLAN sind erhältlich, so etwa die EnerGenie EG-PMS2-WLAN für rund 100 Euro.

EnerGenie bietet eine Mehrfachsteckdose mit WLAN-Adapter an, die sich bequem per Smartphone-App steuern lässt. Der Preis ist allerdings recht hoch.
Vergrößern EnerGenie bietet eine Mehrfachsteckdose mit WLAN-Adapter an, die sich bequem per Smartphone-App steuern lässt. Der Preis ist allerdings recht hoch.
© EnerGenie

Funk-Steckdosen: Geräte im Haus intelligent schalten

Belkin WeMo: Regelbasierte Automatik

Für eine umfassendere Hausautomatisierung bietet sich der Belkin WeMo Switch für rund 50 Euro an, den man auch programmieren kann. So lässt sich beispielsweise ein Zeitplan definieren, wann die Steckdose aktiv sein soll. Richtig interessant wird es jedoch erst, wenn man den Webdienst IFTTT einbindet. IFTTT steht für „If This Than That“ und ermöglicht die Definition von Regeln nach dem Prinzip „Wenn dieses Ereignis eintritt, dann tue das“. Dazu ist es erforderlich, ein kostenloses Konto anzulegen und die Steckdose sowie den Switch über die App dafür freizugeben. Auf der Website von IFTTT stehen dann vorgefertigte Regeln bereit, mit denen sich die WeMo-Geräte steuern lassen. Auch ein Wetterdienst ist integriert. Nachdem er den Standort der Geräte über die IP-Adresse ungefähr bestimmt hat, kann man ihn nutzen, um beispielsweise bei Regen die Markise einzuziehen. Über andere Regeln ist es etwa möglich, bei Bewegungen im Sichtfeld des Bewegungsmelders automatisch eine E-Mail zu verschicken oder eine SMS auszulösen, wenn in einem bestimmten Raum das Licht angeht.

Das WeMo-Einsteigerset kann man um eine WLAN-fähige Kamera erweitern, die auch einen Nachtsichtmodus bietet. So kann man die Umgebung des Hauses auch bei Dunkelheit bequem vom Smartphone oder Tablet aus kontrollieren.

AVM Fritz Dect: Verbindung über Funkstandard

Auch der vor allem durch die Fritzbox-Router bekannte Hersteller AVM hat eine steuerbare Steckdose im Programm. Die Fritz Dect 200 lässt sich programmieren und schaltet den Strom dann täglich, wöchentlich oder beispielsweise auch nach einem Zeitplan im Google-Kalender an und aus. Sie ist zwar auf eine Fritzbox als Basisstation angewiesen, bietet dafür jedoch auch einen Zugriff per Internet, über Apps für Android und iOS, über den PC und sogar über die Fritz-Telefone des Unternehmens. Bei der Vernetzung geht AVM einen ganz eigenen Weg und setzt auf eine DECT-Verbindung, wie sie ansonsten bei schnurlosen Telefonen zum Einsatz kommt. Da diese Technik von keinem anderen Hersteller verwendet wird, ist die Schaltsteckdose von AVM auch zu keinem anderen System kompatibel.

Ausführlicher Test der Fritz Dect 200

Ausführlicher Test der Fritz Dect 210  

AVM Fritzbox und Smart Home: Die besten Tipps & Tricks

Mit der Fritz Dect 210 ist auch ein größeres Modell erhältlich, das zusätzlich den Stromverbrauch der angeschlossenen Geräte misst und die Werte weiterleitet. Die Fritz Dect 300 schließlich ist eine Heizungssteuerung, ebenfalls auf DECT-Basis.

Die Fritz Dect 200 von AVM ist eine per DECT-Protokoll fernsteuerbare und programmierbare Schaltsteckdose mit Anschluss an die Fritzbox.
Vergrößern Die Fritz Dect 200 von AVM ist eine per DECT-Protokoll fernsteuerbare und programmierbare Schaltsteckdose mit Anschluss an die Fritzbox.
© AVM

AVM: Smart Home mit Fritzbox - alle Geräte und Möglichkeiten

Heizungssteuerung

Ebenfalls ein Klassiker sind die Systeme zur Heizungssteuerung. In der einfachsten Form bieten sie eine einstellbare Zeitsteuerung, die sich auf die täglichen Gewohnheiten anpassen lässt. So lässt sich etwa die Heizung an jedem Werktag automatisch um 8 Uhr herunterregeln und ab 16 Uhr wieder einschalten, so dass nur dann geheizt wird, wenn die Bewohner auch daheim sind. Solche Systeme sind zu Preisen von etwa 20 bis 50 Euro pro Heizkörper im Baumarkt erhältlich.

Smarte Thermostate: Die besten Lösungen für smarte Heizungssteuerung

Intelligenter sind die Systeme der Münchner Firma Tado und der Google-Tochter Nest. Tado koppelt seine Heizungssteuerung mit den GPS-Sensoren der Smartphones der Bewohner. Sobald der letzte von ihnen die Wohnung verlassen hat, wird die Raumtemperatur gesenkt. Wenn sich der erste Bewohner später wieder nähert, dreht das System die Heizung auf. Die neueste Generation der Tado-Steuerungen erfordert keine zentrale Heizungsanlage mehr, sondern lässt sich raumweise direkt an den Heizkörpern installieren. Zudem beherrschen die Systeme eine Sprachsteuerung über Apple Siri oder Amazon Echo und sind kompatibel zu IFTTT und Apple HomeKit.

Die App der Firma Tado erlaubt die Definition mehrerer Temperaturzonen und eine Anpassung an die verschiedenen Wochentage.
Vergrößern Die App der Firma Tado erlaubt die Definition mehrerer Temperaturzonen und eine Anpassung an die verschiedenen Wochentage.

Seit Februar 2017 ist auch der größte Konkurrent zu Tado auf dem deutschen Markt aktiv. Der amerikanische Smart-Home-Spezialist Nest wurde im Januar 2014 für 3,2 Milliarden US-Dollar von Google übernommen, obwohl die Firma damals nur ein einziges Produkt in den Läden stehen hatte, nämlich das Nest Thermostat. Es handelt sich dabei um eine lernfähige Heizungssteuerung: In den ersten Wochen müssen die Bewohner die Temperatur noch manuell regeln, also etwa morgens die Heizung herunterdrehen und abends wieder einheizen. Das System basiert auf einem Machine-Learning-Algorithmus, der sich die Einstellungen merkt und sie nach einiger Zeit selbsttätig vornimmt. Zudem kann es über Sensoren und die GPS-Ortung der Smartphones feststellen, ob noch jemand daheim ist und die Temperatur entsprechend steuern.

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Türkommunikation per App

Eine weitere häufig nachgefragte Anwendung ist die Türkommunikation per Video, bei der man sich Besucher erst einmal anschauen kann, bevor man sie hereinlässt. Von Hager gibt es unter dem Markennamen Elcom ein System, das die Video- und Audiodaten von der Sprechanlage über ein IP-Netzwerk und einen Server an eine Android-App leitet. Ähnliche Produkte bieten TCS und myintercom an.

Myintercom stellt Gegensprechanlagen mit Kamera her, die ihre Bilder auf Wunsch übers Internet übermitteln.
Vergrößern Myintercom stellt Gegensprechanlagen mit Kamera her, die ihre Bilder auf Wunsch übers Internet übermitteln.
© MyIntercom

Zu den Funktionen gehört unter anderem die Möglichkeit, das Kamerabild des Besuchers unbemerkt abzurufen, bevor man sich über die Sprechanlage bei ihm meldet. Die Video- und Audiodaten werden direkt an das Android-Gerät geleitet, es handelt sich also um eine Form der Videotelefonie. Außerdem kann der Hausherr aus der App heraus den Türöffner betätigen und das Außenlicht einschalten. Die Sprachdaten werden normalerweise über das SIP-Protokoll übermittelt, also per Voice over IP. Es muss daher ein SIP-Server vorhanden sein. Für die Videodaten verwenden die Systeme das komprimierte MJPG-Format. In der Wohnung dient das WLAN zur Übermittlung der Türkommunikation; wahlweise lassen sich die Daten auch übers Mobilfunknetz übertragen. Damit ist es möglich, vom Urlaubsort aus dem Nachbarn zum Blumengießen die Tür zu öffnen. Einige Systeme speichern zudem entgangene Klingelsignale mit einem Schnappschuss des Besuchers.

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Die besten smarten Überwachungskameras

Smartphone als Bewegungsmelder

Um ein Zimmer oder auch den Außenbereich eines Hauses zu überwachen, muss man nicht unbedingt eine Webcam oder einen teuren Bewegungsmelder mit Kamera kaufen. Auch ein ausgedientes Smartphone lässt sich zu diesem Zweck einsetzen. Die App IP Webcam installiert einen Webserver, über den man die Kamerabilder des Geräts am PC abrufen kann. Zum Anschauen des Videostreams lassen sich wahlweise der VLC-Player oder auch der Browser nutzen. Die App bietet zudem eine Audioübertragung an, die Soundqualität ist allerdings bescheiden.

Falls die Software eine Bewegung erkennt, zeichnet sie den Videostream auf und gibt ein akustisches Signal. In der erweiterten, kostenpflichtigen Pro-Version lassen sich weitere Aktionen definieren, die bei einem Alarm gestartet werden sollen. Einziges Manko der Software: Sie funktioniert lediglich im WLAN, nicht jedoch über ein Mobilfunknetz.

Mit der App IP Webcam lässt sich ein altes, ausrangiertes Smartphone noch für die Fernüberwachung nutzen.
Vergrößern Mit der App IP Webcam lässt sich ein altes, ausrangiertes Smartphone noch für die Fernüberwachung nutzen.

Die App Mobile Webcam wiederum liefert zwar keinen Videostream, kann jedoch so eingestellt werden, dass sie beim Entdecken einer Bewegung automatisch und in einstellbaren Zeitabständen Bilder schießt und per FTP oder HTTP auf einen beliebigen Server lädt. Alternativ dazu verschickt sie die Fotos auch per E-Mail; eine andere Alarmfunktion unterstützt sie leider nicht. Schließlich kann sie die Bilder auch auf einen Dropbox-Account laden oder auf der SIM-Karte speichern.

Eine Alternative zu IP Webcam ist zudem die FritzApp Cam, die ebenfalls Live-Bilder an den Browser überträgt. Voraussetzung ist allerdings der Besitz einer Fritzbox. Dann allerdings lässt sich über MyFritz eine Freigabe für die Kamera anlegen, so dass sie auch übers Internet erreichbar ist.

Fritz!App Cam macht Smartphone & Tablet zur Webcam

Magenta SmartHome: Umfassend erweiterbar

Unter dem Markennamen Magenta SmartHome ist auch die Telekom auf dem Smart-Home-Markt aktiv. Für Einsteiger bietet sie für rund 140 Euro ein Sicherheitspaket an, bestehend aus einer Qivicon Home Base und zwei Tür- oder Fensterkontakten. Die Home Base wird über einen beliebigen Router mit dem Internet verbunden und meldet unberechtigtes Öffnen von Tür oder Fenster an eine Android- oder iOS-App. Dazu ist allerdings zusätzlich ein Abo des Magenta SmartHome Dienstes erforderlich, der lediglich für einen Sensor kostenlos ist. Will der Kunde mehr, kostet ihn das mindestens 4,95 Euro im Monat. Dann allerdings kann er das System mit einer umfangreichen Zubehörpalette erweitern, das Angebot reicht von Schaltsteckdosen über Heizungssteuerungen bis hin zu Rauchmeldern und Kameras.

Einsteigerlösungen von Mobilcom-Debitel

Vom Mobilfunk-Betreiber Mobilcom-Debitel kommen drei kleine Smart-Home-Lösungen für Einsteiger, unter denen vor allem das Sicherheitspaket einen Blick wert ist. Es umfasst ein Zentralmodul, Fernbedienungen, eine Innenraumsirene und eine Videokamera, mit der man rund um die Uhr per Internet die eigenen vier Wände per Live-Stream überwachen kann. Optional ist eine Speicherung der Videos in der Cloud möglich. Die Firma vertreibt darüber hinaus eine Heizungssteuerung, die per App übers Internet erreichbar ist.

Sicheres Heim mit Gigaset elements

Auch die ehemalige Siemens-Tochter Gigaset Communications setzt bei ihren Smart-Home-Produkten auf Sicherheit. Gigaset elements ist in erster Linie ein Alarmsystem, das mit dem heimischen WLAN verbunden wird und die Meldungen einer unbegrenzten Zahl von Sensoren auswertet und weitergibt. Angeboten werden unter anderem Türsensoren, Bewegungsmelder und Kameras. Ihre Meldungen schickt die Basisstation an Apps für Android und iOS oder auch an eine Web-App.

Der Telefonhersteller Gigaset stellt mit den Produkten der elements-Reihe ein Sicherheitspaket für Wohnungen und Häuser vor.
Vergrößern Der Telefonhersteller Gigaset stellt mit den Produkten der elements-Reihe ein Sicherheitspaket für Wohnungen und Häuser vor.
© Gigaset

Homee: Clever und plattformunabhängig

Von dem deutschen Start-up Codeatelier kommt die Smart-Home-Lösung Homee, die eine clevere Alternative zu den Komplettlösungen der großen Hersteller anbietet. Anstatt das Rad neu zu erfinden und eigene Sensoren und Aktoren zu entwickeln, hat die Firma eine Basisstation namens Brain Cube vorgestellt, die per WLAN, DLNA oder AirPlay ins Netzwerk eingebunden wird und über Apps für Android, iOS, Windows oder eine Web-App gesteuert wird. Über aufsteckbare Cubes lässt sie sich um die Smart-Home-Standards ZigBee, Z-Wave und EnOcean erweitern, so dass der Anwender die Auswahl unter einer riesigen Palette von Zubehör-Produkten von zahlreichen Herstellern hat. Die verschiedenen Standards werden sogar parallel unterstützt, es ist also nicht notwendig, sich von vornherein auf eine Technik festzulegen.

Das deutsche Start-up Codeatelier hat mit Homee eine sowohl technisch wie auch im Design äußerst interessante Smart-Home-Lösung entwickelt.
Vergrößern Das deutsche Start-up Codeatelier hat mit Homee eine sowohl technisch wie auch im Design äußerst interessante Smart-Home-Lösung entwickelt.
© Codeatelier

Komplette Haussteuerung von e-Q3

Beinahe schon ein Klassiker auf dem Smart-Home-Markt ist die deutsche Firma e-Q3 mit ihrem Homematic-System. Es handelt sich allerdings um eine geschlossene Veranstaltung, da die Geräte über einen selbstentwickelten Funkstandard mit der Bezeichnung BidCoS (Bidirectional Communication System) im 868-MHz-Band bidirektional und mit 128 Bit verschlüsselt kommunizieren. Neben der Basisstation CCU2 sind rund 80 Sensoren und Aktoren im Angebot, mit denen der Benutzer zentral nahezu die gesamte Haustechnik steuern kann, von der Heizung über das Licht und die Rollläden und Markisen bis hin zu Steckdosen und Lichtschaltern. Die Sensoren hingegen messen Lichtstärke, Temperaturen, Luftfeuchte oder Windgeschwindigkeit und melden etwa geöffnete Fenster und Türen. Die Steuerung erfolgt über ein LAN oder das Internet.

Noch verhältnismäßig neu im Programm ist die Modellreihe Homematic IP. Sie stattet sämtliche Geräte mit einer IPv6-Adresse aus und bietet eine Anbindung an die Homematic-Cloud, die laut Unternehmensangaben ausschließlich auf Servern mit Standort in Deutschland läuft. Aber auch in dieser Variante erfolgt die Verbindung über das BidCos-Protokoll. Immerhin sind für Homematic IP auch Apps für Android und iOS erhältlich.

Umfassende Lösung von Innogy SmartHome

Wer nicht nach Einzellösungen, sondern nach einer Komplettanlage sucht, findet in Innogy SmartHome, ehemals RWE SmartHome, ein verhältnismäßig preisgünstiges System. Die SmartHome-Zentrale wird per Netzwerkkabel direkt an den Router angeschlossen. Sie stellt über das CosIP-Funkprotokoll die Verbindung zu den verschiedenen Komponenten her und bildet die Verbindung zum lokalen Netzwerk. Damit man die Zentrale wiederum per App steuern kann, muss man ihr die Kontaktaufnahme zum Webportal von Innogy SmartHome erlauben. Über das Portal ist anschließend eine detaillierte Konfiguration der vorhandenen Komponenten möglich, auf die wiederum per App zugegriffen werden kann.

In der Software lassen sich die verschiedenen Räume der Wohnung mit den dort installierten Geräten einrichten. Anschließend kann man beispielsweise durch Tippen und Schieben die Temperaturen einstellen. Auf Hardware-Seite erledigen das die Smart-Home-Thermostate, die man anstelle der Standardmodelle an die Heizkörper anschließt. Ihre Sensoren liefern nicht nur Daten zur aktuellen Temperatur, sondern messen auch die Luftfeuchtigkeit. Per Fernabfrage kann man also während der Winterferien im jeweiligen Skiort sicherstellen, dass die Wohnung zwar kühl ist, aber nicht so kalt, dass die Leitungen einfrieren.

Innogy bietet seine SmartHome-Produkte in Form von Paketen beispielsweise für die Energieversorgung oder die Heizungssteuerung an.
Vergrößern Innogy bietet seine SmartHome-Produkte in Form von Paketen beispielsweise für die Energieversorgung oder die Heizungssteuerung an.
© Innogy

Unter Sicherheitsaspekten sind vor allem die Zwischenstecker, Fenstersensoren und Rauchmelder des SmartHome-Pakets interessant. Sobald der Rauchmelder anschlägt, schickt er eine E-Mail mit einer Warnung. Mithilfe der Fenstersensoren kann man in der App erkennen, in welchem Raum welche Fenster offenstehen. Und die Zwischenstecker sind ohnehin universell nutzbar. Über Logikprofile kann der Anwender Geräte, Auslöser, Bedingungen und Zustandsvariablen intelligent miteinander verknüpfen. So lässt sich etwa einstellen, dass beim Erkennen von Rauch über einen Zwischenstecker eine Sirene oder ein Blinklicht gestartet wird. Oder man programmiert die Geräte für die Urlaubszeit so, dass das Öffnen eines Fensters nicht nur Alarm auslöst, sondern auch eine entsprechende E-Mail erzeugt. Auf dem Webportal ist zudem das Profil „virtueller Bewohner“ verfügbar, das durch zufälliges Ein- und Ausschalten von Geräten den Anschein erwecken soll, dass die Bewohner daheim sind.

Innogy SmartHome ist zwar aufgrund des verwendeten Protokolls ein geschlossenes System, allerdings haben mehrere Hersteller kompatible Produkte im Programm. Eine entsprechende Liste finden Sie im Internet. Teilweise beschränkt sich die Funktionalität im Wesentlichen auf eine zentrale Überwachung der Geräte, in einigen Fällen können jedoch ausgeklügelte Wenn-dann-Szenarien entworfen werden. So lässt sich beispielsweise die populäre Wetterstation von Netatmo in das Netzwerk einbinden. Anschließend ist eine Steuerung der SmartHome-Aktoren über die Daten der Station etwa zur Innentemperatur möglich. Aber auch Buderus-Heizkessel können ebenso wie Miele@home-Geräte in verschiedene SmartHome-Szenarien eingebunden werden. Die Samsung SmartCam lässt sich über das System so einstellen, dass sie auf das Signal eines Bewegungsmelders hin sofort den entsprechenden Bereich anzeigt.

Digitalstrom: Haussteuerung übers Stromnetz

Die Schweizer Digitalstrom AG www.digitalstrom.com bietet ebenfalls ein Komplettsystem fürs ganze Haus, setzt allerdings bei der Vernetzung nicht auf Ethernet, sondern auf die Datenübertragung per Stromkabel. Das System ist also vergleichbar der Powerline-Technik, arbeitet jedoch mit einem proprietären Protokoll. Die Verbindung erfolgt über ein Digitalstrom-Meter, das in den Sicherungskasten eingebaut wird. Das bedeutet, dass die Einrichtung eines Smart-Home-Systems von Digitalstrom in den meisten Fällen einem Partnerbetrieb der Firma überlassen werden muss.

Die Steuerung der einzelnen Geräte geschieht anschließend über Klemmen, die den bekannten Lüsterklemmen ähneln, und ins Stromkabel eingesetzt werden. Auf ein Signal der zentralen Klemme im Sicherungskasten hin schalten sie beispielsweise den Strom an und aus. Bei der Steuerung hat der Anwender dann mehrere Alternativen. So ist es zum einen möglich, eine Digitalstrom-Klemme in den Lichtschalter einzubauen. Einmal Drücken schaltet dann den Verbraucher ein oder aus, mehrmaliges Drücken löst zuvor definierte Aktionen aus. Zum zweiten ist als Zubehör der Digitalstrom-Server erhältlich. Er stellt eine Verbindung zwischen Stromnetz und Internet her und ermöglicht eine Steuerung per Computer oder per App für Android und iOS. Zum dritten hat das Unternehmen im vergangenen Jahr einen Skill für Amazons Alexa-System vorgestellt, der auch eine Sprachsteuerung erlaubt. Und schließlich lässt sich auch eine Realsense-Kamera von Creative für die Gestensteuerung einbinden.

Gira, Busch-Jaeger

Die Smart-Home-Systeme von Gira und Busch-Jaeger zählen zu den großen Lösungen auf dem Markt. Die beiden deutschen Hersteller können damit nahezu alle Wünsche des Kunden erfüllen, ganz gleich, ob es um mehr Sicherheit, Komfort oder Energieeffizienz geht. Die Systeme kommen üblicherweise in Neubauten zum Einsatz, wo die Leitungen auf Wunsch des Kunden von Anfang an mit eingeplant werden, oder bei kernsanierten älteren Wohnungen und Häusern. Da der zentrale Server zudem von einem Fachmann programmiert werden muss, gehören diese Systeme zu den teureren Angeboten im Bereich Smart Home. Beide Systeme basieren auf dem vorwiegend kabelgebundenen KNX-Standard.

Beim KNX-System von Gira kann man sich die Bilder von einer oder mehreren Außenkameras auf das Smartphone oder Tablet schicken lassen und hat zudem die gesamte Haustechnik unter Kontrolle.
Vergrößern Beim KNX-System von Gira kann man sich die Bilder von einer oder mehreren Außenkameras auf das Smartphone oder Tablet schicken lassen und hat zudem die gesamte Haustechnik unter Kontrolle.

Im Jahr 2014 haben mehrere Hersteller, darunter Gira und die Firma Jung , die eNet-Allianz gebildet. Hinter eNet steckt eine Funktechnik, mit der sich auch nachträglich noch eine Steuerung von Licht und Rollläden installieren lässt. Die Installation muss jedoch ebenfalls von einem Fachmann vorgenommen werden.

Busch-Jaeger stellt seinen Kunden eine kostenlose App zum einfachen Regeln der Raumtemperatur zur Verfügung. Außerdem lässt sich damit das Licht in den verschiedenen Räumen dimmen.
Vergrößern Busch-Jaeger stellt seinen Kunden eine kostenlose App zum einfachen Regeln der Raumtemperatur zur Verfügung. Außerdem lässt sich damit das Licht in den verschiedenen Räumen dimmen.

Busch-Jaeger hat neben seiner kabelbasierten Smart-Home-Serie mittlerweile unter dem Produktnamen Busch-free@home eine preisgünstigere Alternative ins Leben gerufen. Preisgünstig bedeutet in diesem Fall jedoch immer noch einen Einstiegspreis von rund 5.000 Euro für ein Einfamilienhaus. Der Funktionsumfang ist im Vergleich mit dem KNX-System etwas reduziert worden, dafür ist jedoch auch eine Funksteuerung möglich. Es handelt sich bei Busch-free@home sowohl in der kabelgebundenen wie auch in der Funkversion um ein proprietäres System, in das sich keine Produkte anderer Hersteller einbinden lassen.

Tipp: Die besten Smart Home-Apps für Android

Über die Smartphone-Apps der genannten Hersteller bieten sich zahllose Sicherheits- und Kontrollfunktionen an. Die im Haus verteilten Sensoren und Aktoren sind bei den KNX-Systemen nach Räumen geordnet. Durch einfaches Antippen der entsprechenden Einträge kann man Jalousien hoch- und herunterfahren, die Temperatur steuern sowie Steckdosen ein- und ausschalten.
Gira und Busch-Jaeger haben beide eigene Wetterstationen im Angebot, die sich beispielsweise dazu verwenden lassen, das Haus automatisch regendicht zu machen oder im Sommer vor zu starkem Aufheizen zu schützen. Von Gira gibt es zudem einen CO2-Sensor, der permanent die Raumluft überwacht und die Daten an den zentralen Server übermittelt. Der wiederum öffnet bei Überschreiten eines bestimmten Kohlendioxidwertes automatisch ein Fenster oder schaltet einen Lüfter ein. Natürlich sind für beide Systeme auch Rauchmelder erhältlich.

Nicht zuletzt lässt sich auch Sicherheitstechnik einbinden. Dazu zählen beispielsweise Systeme zur Türkommunikation, die ein Kamerabild des Gastes zeigen und nach der Authentifizierung etwa über den Fingerabdruck oder durch Eingabe eines Codes individuelle, im Server definierte Zugangsberechtigungen erteilen. So kann man beispielsweise einer Sicherheitsfirma ausschließlich zwischen 21 und 7 Uhr Zutritt zum Gebäude gewähren.

Über Regeln lassen sich sogar mehrere Aktionen verwalten, die beim Auflegen unterschiedlicher Finger ausgeführt werden. So öffnet etwa der Zeigefinger lediglich die Tür, während der Daumenabdruck zusätzlich auch das Licht einschaltet oder die Heizung aufdreht. Natürlich sind auch externe Kameras erhältlich, die Bilder des Grundstücks oder des Eingangsbereichs auf das Smartphone oder Tablet senden.

Relevant: Smart Home für wenig Geld - die besten Lösungen für jedes Zimmer

 

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Smart Home - darum geht es.

Smart Home umschreibt einen der vermutlich am stärksten wachsenden Trends der Zukunft: Intelligente Geräte und Haus-Steuerungssysteme, die Ihnen Ihr Leben erleichtern sollen. Denkbar und vielfach bereits erhältlich sind dabei Lösungen wie Einbruchschutz oder Sets zum Stromsparen. Oder Intelligente Systeme zur Hausbelüftung oder Heizungssteuerung. Smart TVs bringen das Internet ins Wohnzimmer und Waschmaschinen lassen sich per App steuern. Über intelligente Stromzähler haben Sie mit einem Blick aufs Smartphone den aktuellen Stromverbrauch im Griff. Sie sehen, die möglichen Anwendungen sind vielfältig. In diesem Themenbereich widmen wir uns dem Thema Smart Home, erklären, wie die Technik funktioniert und wie intelligent vorhandene Lösungen am Markt wirklich sind.

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