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Die erste richtige CeBIT

06.03.2007 | 15:28 Uhr |

1985 stellte die letzte einheitliche Hannover Messe eindrucksvoll unter Beweis, wie nötig die Aufteilung der Messe war. Gegenüber 1970 hatte sich die Zahl der IT-Aussteller auf 1300 verdoppelt, 870 Unternehmen standen auf der Warteliste. Die vermietete Fläche war um das Zweieinhalbfache auf 130.600 Quadratmeter gestiegen, und gar fast um das Fünffache - auf 293.000 Besucher - hatte die Zahl der Interessenten zugelegt, die sich über das Neueste in diesem Bereich informierten.

Der Beschluss, die büro-, informations- und kommunikationstechnische Industrie in eine eigenständige Messe auszugliedern, war dennoch keineswegs unumstritten. Auf der Hannover Messe 1985 avancierte diese Abkoppelung zum Messethema Nummer 1, und in der IT-Branche selbst diskutierte man noch bis kurz vor der ersten eigenständigen CeBIT vehement über das Für und Wider des Messesplits. Während die Befürworter vor allem die erweiterte Ausstellungsfläche und die besseren Rahmenbedingungen als Vorteile ins Feld führten, machten die Gegner ihrer Befürchtung Luft, dass eine eigenständige CeBIT ohne industrielles Umfeld an Attraktivität einbüßen werde. Wie man mittlerweile weiß, war diese Sorge vollkommen unbegründet.

So fieberten Aussteller, Besucher und nicht zuletzt die Deutsche Messe AG der Premiere der ersten eigenständigen CeBIT mit großer Spannung, aber auch mit gemischten Gefühlen entgegen. Am 12. März 1986 war es schließlich soweit: Die CeBIT erblickte das Licht der Welt. Auf einer Nettofläche von über 200.000 Quadratmeter präsentierten 2142 Aussteller der Büro-, Informations- und Telekommunikationstechnik ihre Produkte. In gleichen Jahr wurde der Bereich "Telekommunikation" erstmals in das Programm der CeBIT integriert - damals noch mit gerade einmal 190 Anbietern.

Allen Unkenrufen zum Trotz kam die erste eigenständige CeBIT 1986 mit 334.400 Besuchern gut aus den Startlöchern. Trotzdem gingen die Debatten über die Teilung noch einige Jahre weiter. Zunehmend erhielt die CeBIT ihren festen Platz im Terminkalender der Aussteller und Fachbesucher. Die Struktur der Hallenbelegung verbesserte sich durch die verstärkte Gliederung nach Branchensegmenten und die Anordnung der Produktsortimente wurde übersichtlicher. Die Anbieter wiederum nutzten die ihnen angebotene Ausstellungsfläche, vergrößerten ihre Hauptstände und präsentierten sich zunehmend auch in anderen Hallen.

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