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Die drei ärgsten Fallstricke

01.10.2007 | 08:30 Uhr |

Die Befehlszeile von Unix ist ein scharfes Schwert. Ein Tippfehler kann fatale Folgen haben. Deshalb sollte man sich antrainieren, vor dem Druck auf die Eingabetaste immer eine kurze Pause einzulegen. Denn erst der Druck auf die Eingabetaste ist das Kommando an die Shell, den soeben getippten Befehl auszuführen. Profis achten in dieser kurzen Gedenkpause besonders auf drei Punkte:

Das Leerzeichen

Das Leerzeichen trennt den eigentlichen Befehl und die danach folgenden Para-
meter voneinander ab. Wer die ersten Ausflüge im Terminal macht, sollte deshalb immer die Leerzeichen prüfen. Besonders fatal wirken Leerzeichen in Datei- oder Ordnernamen. Denn eine große Zahl von Unix-Befehlen akzeptiert am Ende mehrere Namen, die man in der Regel mit Leerzeichen getrennt eingeben muss. Die zwei folgenden Zeilen muss man schon sehr genau betrachten, um den Unterschied zu finden ( Bitte nicht eintippen! ):

rm -rf /User/wm /Library/

rm -rf /User/wm/Library/

Es ist das Leerzeichen nach dem Benutzernamen „wm“ in der ersten Zeile. Ohne Rückfrage löscht der erste Befehl den kompletten Benutzerordner und versucht sich dann an den Voreinstellungen, die für alle Benutzer gelten („/Library“). Der Zweite löscht lediglich die Voreinstellungen im Benutzerordner, also in „/Benutzer/wm/Library“.

TIPP: Soll das Leerzeichen kein Trennzeichen sein (weil die eigene Festplatte beispielsweise „Meine Platte“ heißt), muss man in der Eingabezeile einen speziellen Code eingeben. Der Trick funktioniert mit dem rückwärts geneigten Trennstrich, den man auf der deutschen Tastatur mit Wahl-Hochstelltaste-7 erhält.

Das heißt: Die erwähnte Festplatte erreicht man in der Shell mit der Zeichenfolge „Meine\ Platte“. Technisch heißt dieser Schrägstrich „Escape character“, weil damit die normale Trennwirkung des Leerzeichens aufgehoben wird.

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