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Raspberry Pi: Alternativen im Überblick

05.12.2018 | 10:19 Uhr |

Andere Mütter haben auch schöne Töchter: Mehr RAM, mehr CPU, mehr Anschlüsse – es muss nicht immer der Raspberry Pi sein.

Der Raspberry Pi hat einst den Stein ins Rollen gebracht – und auch Arduino dürfte von der plötzlichen Aufmerksamkeit profitiert haben. Aber die beiden bekannten Namen sind  nicht die einzigen Single Board Computer (SBC) auf dem Markt – es gibt Dutzende. Im Folgenden stellen wir eine Auswahl vor. Die vorgestellten alternativen Modelle lassen sich am ehesten mit dem Raspberry Pi3 (Starterkit um die 80 Euro) vergleichen.

Banana Pi: Direkter Raspberry-Konkurrent

Banana Pi M3
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© Banana Pi

Der Name suggeriert Verwandtschaft zum Raspberry Pi, tatsächlich besteht zwischen den beiden Projekten keine Verbindung, auch wenn sie sich in mancher Hinsicht ähneln: Die Abmessungen der Boards sind ähnlich und auch die grundlegende Architektur.

Den Banana Pi gibt es in mehreren Varianten. Der Banana Pi M3 (um die 95 Euro) beispielsweise enthält im Gegensatz zum Vorgängermodell eine SATA-Schnittstelle zum direkten Anschluss von Festplatten und es gibt einen Anschluss für eine Micro-SD-Karte (bis 64 GB). Als CPU ist eine A83T ARM Cortex-A7 Octa-Core verbaut, der Arbeitsspeicher ist 2 GB groß und der integrierte Speicher hat 8 GB EMMC onboard. Schnittstellen für Bluetooth und WLAN sind integriert, eine RJ45-Gigabit-Netzwerk-Schnittstelle ist vorhanden.

Der Pi M3 unterstützt Android, Lubuntu, Ubuntu, Debian und Raspbian.Was ambitionierte Bastler freuen wird, ist die Raspberry-Kompatibilität bei den 40 GPIO-Pins. So können viele Erweiterungen für den Raspberry auch im Banana Pi eingesetzt werden.

Odroid-Platine in mehreren Varianten

Odroid-Platine C2
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© Hardkernel

Der Name der Platine lässt fälschlicherweise vermuten, dass es sich um eine offene Hardware-Architektur auf Basis eines Android-Betriebssystems handelt. Richtig ist indes, dass die Platinen unter anderem auch Android als Betriebssystem einsetzen können. Hardkernel bietet Odroid-Platinen in zig Varianten an. Wir stellen kurz die Odroid-C2 vor.

Der Odroid-C2 (rund 80 Euro) kommt mit Quadcore-CPU, die mit 1,5 GHz taktet, und ist damit etwas schneller als der Raspberry Pi3 mit Quadcore-CPU und 1,2 GHz Taktung. Wie beim Raspberry Pi3 stehen vier USB-Schnittstellen sowie eine 40-polige GPIO-Einheit zur Verfügung. Ton-und Videoausgabe erfolgen per HDMI. Die GPU ARM Mali 450 mit 3 Kernen ermöglicht es, 4K-Videos darzustellen.

Unterstützt werden die Betriebssysteme Ubuntu 16.04 und Android 6.0. Vorhanden sind 40 GPIO-Pins und sieben I2S-Pins.

Beagle Boards: Beagle Bone Black

Beagle Board in Schwarz
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Das Design der Beagle Boards ist frei: Jeder Händler jeder kann solche Platinen innerhalb der Spezifikation selbst anpassen.  Preislich im Rahmen eines Raspberry liegt der kleine Beagle Bone Black (rund 90 Euro). Das kleine Board ist hardware-technisch schlechter ausgestattet als der Raspberry und mit 512 MB RAM nicht für ressourcenhungrige Anwendungen geeignet. Punkten will der kleine Rechner mit einem vorinstallierten Linux samt der Entwicklungsumgebung Cloud9-IDE. Entwickler können hier also sofort mit der Arbeit anfangen, und der Slot für Micro-SD-Karten bleibt für andere Zwecke frei. Damit zielt der Beagle Bone Black am ehesten auf ambitionierte Bastler und Entwickler.

Viele Projekte sind gut dokumentiert, bedingen aber, dass man sich an die Herstellung eigener Platinen herantraut. Wer mit dem ausgelieferten Linux nicht arbeiten möchte, kann relativ unkompliziert auch ein Android oder ein anderes Linux-System für ARM-Prozessoren auf den kleinen Rechner spielen.

Arduino Uno R3: Klassischer Micro-Controller

Arduino Uno R3
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© Arduino

Bei der Platine Arduino Uno R3 (um die 18 Euro) handelt es sich um einen programmierbaren Micro-Controller, nicht um einen Mini-PC.

Der Arduino Uno besitzt eine große und aktive Fangemeinde, und in Elektronikmärkten sind unzählige Erweiterungs-Boards und Sensoren zu bekommen, mit denen sich die Möglichkeiten des Computers erweitern lassen. Wer sich mit dem Arduino beschäftigen will, kommt nicht darum herum, sich auch mit dem Thema Programmierung zu beschäftigen: Anders als die anderen hier genannten Geräte kann Arduino ein Betriebssystem nicht direkt starten. Vielmehr werden die Funktionen über eine eigene Entwicklungsumgebung programmiert.

Ein Vergleich der Leistungsdaten (8 KB Speicher, 16-MHz-CPU) mit dem Raspberry wäre unfair und entspräche dem sprichwörtlichen Vergleich von Äpfeln mit Birnen. Der Arduino ist aber überall das ideale Werkzeug, wo es um die Ermittlung von Messwerten oder etwa die Steuerung in der Lichttechnik geht.

Fast ein PC: Cubieboard 6

Cubieboard 6
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Das Cubieboard 6 gehört zu den schnellsten unter den Minisystemen und kostet um die 70 Euro. 2 GB RAM, also doppelt so viel wie im Raspberry, und 8 GB Flashspeicher sind fest integriert. Verbaut ist ein ARM Crtex-A9-Quadcore-Prozessor mit 1,2 GHz.

Schnittstellen bietet das Board reichlich: WLAN und Bluetooth sind mit an Bord ebenso wie der obligatorische HDMI-Anschluss. Auch ein Infrarotempfänger ist dabei. Der SATA-Port versorgt eine darüber angeschlossene Festplatte auch direkt mit Strom. Gebootet werden kann das Board auch von einer Micro-SD-Karte.

Für Bastler stehen eine Vielzahl von Anschluss-Pins (GPIO-Einheit) zur Verfügung. Auch bei den Betriebssystemen hat der Nutzer eine große Auswahl. Neben Android werden Ubuntu und etliche weitere Linux-Distributionen unterstützt. Die Community rund um das Cubieboard ist zwar deutlich kleiner als beim Raspberry. Dennoch machen die starke Hardware sowie die SATA-Schnittstelle das Cubieboard für alle Projekte interessant, die ordentlich nach Leistung verlangen.

Ein Nachteil des Systems: Wer mit dem Cubieboard Projekte umsetzen will, die sich nicht durch angebotene Betriebssysteme und deren Software umsetzen lassen, muss Fachwissen mitbringen und mit dem Lötkolben umgehen können. Im Fachhandel findet sich kaum Zubehör für den kleinen Rechner.

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