2228347

Die besten Fernseh-Apps für Android

30.06.2020 | 08:11 Uhr |

In diesen Zeiten ist Ablenkung wichtig. Die kann vor allem das Fernsehprogramm liefern – umso besser, wenn Sie nicht nur auf dem TV im Wohnzimmer, sondern auch auf dem Handy oder Tablet schauen können. Wir sagen, wie das auch kostenlos geht und was Sie für den optimalen Empfang beachten sollten.

Es gibt so viele TV-Programme, aber nur einen Fernseher. In den meisten Haushalten findet gerade in dieser Zeit häufig ein täglicher Kampf um die Fernbedienung statt: Denn auch die innigste Familie kann sich nicht immer auf ein gemeinsames Programm einigen.

Doch es gibt einen Ausweg: Auch auf dem Smartphone oder Tablet können Sie fernsehen – wie Sie es vom TV im Wohnzimmer kennen mit der Tageschau um 20 Uhr live oder zeitversetzt in der Mediathek, mit schnellem Zappen durch die unterschiedlichsten Kanäle oder einer abendfüllenden Dokumentation.

Video-Streaming mit den Apps von Netflix, Amazon Prime, Disney+ & Co. kann zwar unterhaltsam sein, ersetzt aber nicht das abwechslungsreiche Programm verschiedener Sender, in dem Informationssendungen und Unterhaltung gleichermaßen angeboten werden. Dafür müssen Sie auf andere Programme zurückgreifen, die Ihnen das lineare Fernsehprogramm auf den Rechner oder das Mobilgerät liefern. Der Vorteil: Wenn Sie Ihr Tablet oder Smartphone als TV-Ersatz nutzen, schauen Sie das gleiche Programm wie auf dem Wohnzimmer-TV, sind aber ortsungebunden. Das Fernsehen empfangen Sie unabhängig von der heimischen TV-Quelle wie Satellit oder Kabel ganz bequem über Ihr WLAN, also auch im Garten, auf dem Balkon oder überall dort, wo Sie die Familie nicht stört.

Die meisten TV-Apps lassen sich zwar kostenlos nutzen. Doch den vollen Funktionsumfang bekommen Sie nur, wenn Sie eine Abogebühr zahlen – ärgerlich und unnötig, wenn Sie ohnehin schon fürs TV-Programm zahlen müssen, zum Beispiel für den häuslichen Kabelanschluss. In diesem Fall können Sie das TV-Programm, das Sie per Kabel oder Satellit empfangen, ins Heimnetz einspeisen, damit es der WLAN-Router an Ihr Mobilgerät verteilt.

Lesetipp: Wenn der Video-Stream ruckelt - 10 Tipps für Streaming mit iPhone und Apple TV

Live-TV im Browser schauen: Fernsehen ohne zusätzliche Tools

Den Livestream eines Senders empfangen Sie über dessen Webseite. Auf der Seite der ARD-Mediathek dürfen Sie sogar zwischen verschiedenen Programmen per Mausklick wechseln.
Vergrößern Den Livestream eines Senders empfangen Sie über dessen Webseite. Auf der Seite der ARD-Mediathek dürfen Sie sogar zwischen verschiedenen Programmen per Mausklick wechseln.

Der einfachste Weg zum Live-TV-Handy führt über den Browser: So schauen Sie an jedem Gerät problemlos Fernsehen, ohne sich um die unterschiedlichen Betriebssysteme kümmern zu müssen. Der Nachteil: Sie müssen für den TV-Stream jedes Senders eine neue URL aufrufen – schnelles Zappen zwischen den Programmen fällt damit aus.

Um das laufende Fernsehprogramm der öffentlich- rechtlichen Sender zu empfangen, öffnen Sie den Browser und rufen die Webseite des gewünschten Senders auf, zum Beispiel www.daserste.de oder www.zdf.de . Suchen Sie dort nach einer Menüoption wie Live, Live-TV oder Livestream: Nach einem Klick darauf sehen Sie das laufende Programm. Die passenden Web-Adressen für die Livestreams der wichtigsten öffentlich- rechtlichen Sender finden Sie in der Tabelle auf der vorigen Seite.

Für die Sender aus dem ARD-Verbund ist die Webseite www.ardmediathek.de empfehlenswert: Klicken sie links oben auf das Menü, das sich hinter den drei waagrechten Strichen verbirgt, und wählen Sie „LIVE TV“. Unter dem Fenster, in dem das Live-TV läuft, finden Sie die Namen der verschiedenen ARD-Sender, über die Sie schnell zu einem anderen Programm wechseln.

Das Liveprogramm vieler deutscher Privatsender lässt sich nicht durch den bloßen Aufruf einer Webseite im Browser schauen: Zuvor müssen Sie sich per E-Mail anmelden und ein Konto für den Zugriff erstellen. Auf der Webseite eines Senders der Pro7-Gruppe (Pro7, Sat1, Kabel 1, Sixx und deren Ableger) erledigen Sie das über den kostenlosen Service „7Pass“: Mit diesen Zugangsdaten greifen Sie dann auf den Webseiten jedes Senders auf das laufende Programm zu.

Um den Livestream bei den Privatsendern der Pro7-Gruppe im Browser zu empfangen, müssen Sie sich zunächst kostenlos per EMail registrieren.
Vergrößern Um den Livestream bei den Privatsendern der Pro7-Gruppe im Browser zu empfangen, müssen Sie sich zunächst kostenlos per EMail registrieren.

Um die Sender der RTL-Gruppe (RTL, RTL II, Super-RTL, Vox, NTV) zu sehen, müssen Sie TVNow  nutzen. Dieser Dienst bietet kostenlos normalerweise keinen Browserzugriff aufs Live-TV, sondern nur in der Premiumvariante für 4,99 Euro pro Monat. Bis Ende Juni schaltet die RTL-Gruppe aufgrund der Coronakrise allerdings auch für TV Now Free das Live-TV frei.

Bei den kostenlosen Diensten der Privatsender sehen Sie normalerweise nach dem Anmelden immer Werbung, bevor das Live-TV startet – und natürlich auch die Werbung innerhalb des Fernsehprogramms. Außerdem liefern die Gratisstreams nur SD-Qualität. 

Um Pay-TV-Sender zu sehen, benötigen Sie ohnehin ein kostenpflichtiges Abo: Mit diesen Anmeldedaten schalten Sie auch den TV-Stream im Browser frei, sofern der Sender das anbietet. Bei Sky funktioniert das nicht mehr, hier müssen Sie die App Skygo nutzen. Für Magenta-TV der Telekom benötigen Sie auch als IPTV-Kunde einen zusätzlichen Vertrag für 4,95 Euro/Monat, der das TV-Schauen per Browser freischaltet.

Magenta-TV ohne Receiver empfangen

Eigentlich können Sie IPTV, wie es beispielsweise die Telekom als Magenta-TV anbietet, nicht direkt empfangen. Aber auch hier hilft Ihnen der VLC Player, diese Sperre zu umgehen. Wie bei Sat-IP benötigt er dafür eine passende Senderliste. Diese finden Sie zum Beispiel unter https://db.iptv.blog/multicastadressliste . Dies sollten Sie auch tun, wenn Sie bereits früher eine Sendeliste für den IPTV-Empfang genutzt haben, denn die alten Senderlisten funktionieren seit diesem Jahr nicht mehr, weil die Telekom den ehemaligen IPTV-Dienst Entertain, auf den sie sich bezogen, abgeschaltet hat.

Klicken Sie auf die Schaltfläche „Download“, und wählen Sie den ersten Eintrag „Playlist für VLC (XSPF) (empfohlen)“. Die gespeicherte Senderliste ziehen Sie ins Fenster des VLC Players. Um zwischen den Sendern umzuschalten, wechseln Sie per „Ansicht –> Wiedergabeliste“ zur Senderliste und wählen den gewünschten Sender aus. Die öffentlich- rechtlichen Sender bekommen Sie auf diese Weise auch in HD, Privatsender nur in SD-Qualität. 

Fernsehen und Mediatheken auf Handy und Tablet: Die besten TV-Apps

Bequemer als der Livestream eines Senders im Browser sind TV-Apps, mit denen Sie alle Programme empfangen. So lässt sich auch schnell mit einem Klick oder Touch zwischen Sendungen wechseln. Die wichtigsten Anbieter für deutsche Programme sind Joyn , TV now , Waipu und Zattoo sowie Magenta-TV , das Sie per App auch nutzen dürfen, ohne IPTV-Kunde der Telekom zu sein. Einzelheiten zu den Apps finden Sie in der Tabelle auf dieser Seite.

Bei Joyn können Sie die öffentlich-rechtlichen Sender und die Programme der Pro7-Gruppe kostenlos im Browser und per App sehen.
Vergrößern Bei Joyn können Sie die öffentlich-rechtlichen Sender und die Programme der Pro7-Gruppe kostenlos im Browser und per App sehen.

Bis auf Magenta-TV lässt sich jede App auch kostenlos nutzen. Sie müssen nur ein Benutzerkonto erstellen; bei Joyn können Sie gleich ohne Anmeldung mit einem Klick auf „Live-TV“ fernsehen. Außerdem gibt es in der kostenlosen Variante der Joyn-App öffentlich-rechtliche Sender in HD-Auflösung. Bei den anderen Anbietern sehen Sie gratis nur SD-Qualität. Je nach App läuft zusätzliche Werbung bei jedem Programmstart oder beim Senderwechsel.

Die kostenpflichtigen Angebote bieten neben der höheren Auflösung auch mehr Sender; bei Zattoo und Waipu sehen Sie die größeren Privatsender wie RTL und Pro7, die in der Gratisvariante fehlen. Zusätzlich dürfen Sie die TV-Streams auf verschiedenen Geräten gleichzeitig nutzen sowie Aufnahmen machen. Bei allen Bezahlangeboten bekommen Sie anfangs einen Gratiszeitraum, in dem Sie die App testen können.

Das sollten Sie vor der Entscheidung für eine bestimmte App auch ausgiebig tun, denn die Angebote unterscheiden sich in Details: Bei TVnow sehen Sie zum Beispiel nur die Sender der RTL-Gruppe, die bei Joyn dagegen fehlen. Bei Waipu gibt es die RTL-Sender nur in SD-Auflösung. Außerdem ist in einigen Angeboten je nach Sender oder Sendung eine Aufnahme untersagt, oder Sie dürfen in einer Aufnahme nicht vorspulen, um beispielsweise Werbeblöcke zu überspringen.

Neben dem Gratistarif bieten alle Apps Bezahlabos mit mehr Sendern, höherer Bildqualität und Aufnahmefunktionen. Diese lassen sich meist für einen bestimmten Zeitraum kostenlos testen.
Vergrößern Neben dem Gratistarif bieten alle Apps Bezahlabos mit mehr Sendern, höherer Bildqualität und Aufnahmefunktionen. Diese lassen sich meist für einen bestimmten Zeitraum kostenlos testen.

Abgesehen von diesen Einzelheiten gleichen sich die App weitgehend: Nach dem Start können Sie das Live-TV starten, indem Sie einen Sender aus der angebotenen Liste auswählen. Außerdem bieten die Apps per EPG Infos zu den kommenden Sendungen. Zudem schaffen Sie Übersicht im Angebot, indem Sie Ihre Lieblingssender als Favoriten auszeichnen und somit schneller auf sie zugreifen können.

Anbieter

Preis / Monat (Euro)

Senderzahl

Bemerkungen

Joyn  

Joyn: kostenlos

40

öffentlich-rechtliche in HD, keine RTL-Sender

Joyn Plus+: 6,99

60

die meisten Sender in HD, keine RTL-Sender, auch Serien und Filme verfügbar

Magenta-TV-App  

7,95

75

ca. 50 Sender in HD

TVnow  

4,99

13

HD, nur RTL-Sender

Waipu.tv  

Free: kostenlos

70

kein HD

Comfort: 4,99

116

kein HD, 25 Stunden Aufnahmespeicher

Perfect: 9,99

135

HD, 100 Stunden Aufnahmespeicher

Zattoo  

Free: kostenlos

95

kein HD

Premium: 9,99

115

89 Sender in HD

Ultimate: 13,99

115

42 Sender in HD, 44 Sender in Full HD, 100 Aufnahmen

Streaming: Netflix, Prime Video, Disney+ & Co. im Vergleich

TV-Streaming im Heimnetz: So verteilt der Router das Fernsehprogramm 

Ähnlich wie Netflix & Co. empfehlen Ihnen die Live-TV-Apps aufgrund Ihrer Sehgewohnheiten andere Programme, die Ihnen möglicherweise zusagen.
Vergrößern Ähnlich wie Netflix & Co. empfehlen Ihnen die Live-TV-Apps aufgrund Ihrer Sehgewohnheiten andere Programme, die Ihnen möglicherweise zusagen.

Normalerweise zahlen Sie ohnehin für Ihren TV-Empfang Kabelgebühren, einen zusätzlichen Tarif für IPTV oder um HD-Sender per Satellit zu empfangen. Deshalb wollen Sie nicht noch zusätzlich Geld für eine TV-App ausgeben. Oder Sie möchten flexibel zwischen Empfangsgeräten wechseln, ohne dort erst noch die passenden Programme und Apps installieren zu müssen. Dann lässt sich der normale TV-Empfang ins Heimnetz verlängern: Jedes Gerät empfängt dann per WLAN oder Ethernet-Kabel das Programm genauso wie es der Sat-Receiver oder die Kabel-Set- Top-Box an den TV liefert. Diese Technik nennt sich DVB-over-IP, meist auch Sat-IP genannt.

Allerdings benötigen Sie dazu in den meisten Fällen einen Sat-IP-Server. Je nach Anzahl der Tuner kosten die Geräte zwischen 100 und 250 Euro – eine Auswahl finden Sie etwa unter www.satip.de . Den Telestar digibit R1 zum Beispiel bekommen Sie für rund 130 Euro: Er besitzt vier Tuner, liefert also von der Sat-Schüssel vier TV-Streams ins Netzwerk. Mit dem Heimnetz verbinden Sie ihn per Ethernet-Kabel. Wenn Sie einen Fernseher von Panasonic haben, könnte das Modell einen Sat-IP-Receiver bereits eingebaut haben – ob das der Fall ist, steht im Handbuch. Dann dient der Fernseher selbst als Verteiler des TV-Programms ins Netzwerk, mit dem er ja meist ohnehin per LAN-Label oder WLAN verbunden ist, um Smart-TV-Funktionen nutzen zu können.

Für Übersicht in den Programmlisten sorgen Sie, indem Sie bestimmte Sender als Favoriten auszeichnen. Im entsprechenden Menü zeigt Ihnen die App dann nur noch deren Programm.
Vergrößern Für Übersicht in den Programmlisten sorgen Sie, indem Sie bestimmte Sender als Favoriten auszeichnen. Im entsprechenden Menü zeigt Ihnen die App dann nur noch deren Programm.

Bei einem Kabel-TV-Anschluss empfiehlt sich der DVB-C-Repeater von AVM. Er erweitert nicht nur die Reichweite Ihres WLANs, sondern dient auch als TV-IP-Server fürs Heimnetz. Mit seinem Dual-Tuner kann er zwei unterschiedliche Programme gleichzeitig ins Netzwerk streamen. Dazu verbinden Sie ihn mit dem Kabelanschluss. Über den beigelegten Adapter schließen Sie den Repeater sowie ein anderes Empfangsgerät wie einen Kabel-Receiver oder einen TV mit DVB-C-Tuner an. Seit Fritz-OS 7 dient der Fritz-Repeater auch als Sat-IPServer: Ein Fernseher mit eingebautem Sat-IP-Receiver kann dann direkt auf den Netzwerk-Stream des Repeaters zugreifen und – sofern in seinem CI-Slot eine passende Smartcard steckt – auch die darüber angelieferten Pay-TV-Sender entschlüsseln. Auch die Fritzbox-Modelle für den Internet-Kabelanschluss, 6490 und 6590, beherrschen seit Fritz-OS 7 die Funktion eines Sat-IP-Servers. Damit Netzwerkgeräte den TV-Streams vom Repeater oder der Fritzbox nutzen können, müssen Sie nach der korrekten Verkabelung im Einstellungsmenü den Sendersuchlauf starten.

Der DVB-C-Repeater von AVM arbeitet nicht nur als WLAN-Verstärker: Er bringt als Kabel-Tuner auch das Fernsehprogramm ins Heimnetz.
Vergrößern Der DVB-C-Repeater von AVM arbeitet nicht nur als WLAN-Verstärker: Er bringt als Kabel-Tuner auch das Fernsehprogramm ins Heimnetz.

Auf dem Gerät, auf dem Sie fernsehen wollen, installieren Sie zum Beispiel den VLC Player als Wiedergabe-Software. Er benötigt eine Senderliste im Dateiformat *.m3u. Im Fritz-DVB-C-Repeater erzeugen Sie die passende Senderliste unter „DVB-C –> Senderliste“, indem Sie im Reiter „SD“ beziehungsweise „HD“ im Kontextmenü auf den entsprechenden Befehl klicken und die Liste speichern. Zum Abspielen ziehen Sie die Senderliste ins geöffnete Fenster des VLC Players. 

Live-TV an der Fritzbox abrufen

Für Kunden eines Internet-TV-Dienstes wie Telekom Magenta-TV liefert auch eine Fritzbox das unverschlüsselte Fernsehprogramm ins Heimnetz. Dazu öffnen Sie in der Fritzbox-App das Router-Menü über die drei Punkte rechts und klicken auf den Eintrag „Live TV“. Auch hier müssen Sie den VLC Player als Abspiel-App installiert haben. Damit die Wiedergabe startet, muss das Handy IP-Multicast unterstützen, womit zum Beispiel die Pixel-Geräte von Google Probleme haben. Klappt die Wiedergabe nicht, hilft eventuell ein alternativer Browser, zum Beispiel Google Chrome.

Die Corona-App ist endlich da und soll bei der Bekämpfung des Virus helfen. Was die App kann, was mit euren Daten passiert und ob ihr die App sofort herunterladen solltet, erfahrt ihr in diesem Video. 

► Alle Infos zum Nachlesen: www.pcwelt.de/news/Sollte-ich-die-Corona-Warn-App-installieren-Unser-FAQ-klaert-auf-10828655.html

► App herunterladen: www.coronawarn.app/de/


PC-WELT Marktplatz

2228347