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Multimedia-Software: Das richtige Tool für jeden Anwender

29.01.2020 | 08:02 Uhr | Roland Freist

Werkzeuge zum Bearbeiten von Filmen, Bildern und Videos gibt es in unüberschaubaren Mengen. Doch nicht jeder Anwender kommt auch mit jedem Tool zurecht. Hier finden Sie die wichtigsten Programme für Einsteiger, Fortgeschrittene und Profis.

An einer Bild- oder Audiobearbeitung hat sich vermutlich jeder schon einmal versucht, der sich ein wenig für Computer und digitale Technik interessiert. Sei es, dass auf einigen Urlaubsbildern der Horizont begradigt und eine Unterbelichtung ausgeglichen werden musste oder dass bei der MP3-Sammlung die ID3-Tags vervollständigt werden wollten. Dank der immer besseren Smartphone-Kameras erproben darüber hinaus viele Anwender die Möglichkeiten moderner Videobearbeitung. Und schließlich reizt auch das bunte Spektrum der Spezialtools, die beispielsweise Panoramafotos zusammenstellen oder Videos mit Effekten versehen.

Wir haben die Programme in der folgenden Übersicht drei Anwendergruppen zugeteilt: den Einsteigern, die Wert auf eine einfache und gut verständliche Bedienung der wichtigsten Basisfunktionen legen, den Fortgeschrittenen, die sich regelmäßig mit der Bearbeitung von Bildern, Musik und Videos beschäftigen, sowie den Profis, die höchste Ansprüche an Funktionalität und Präzision haben. Zudem haben wir einige Spezialprogramme herausgesucht. 

Fotos 

Mit dem gekonnten Einsatz moderner Bildbearbeitungsfunktionen lässt sich beinahe jedes Foto noch ein kleines bisschen besser machen. Und auch viele Bilder, die auf den ersten Blick missglückt und unbrauchbar aussehen, können mithilfe von wenigen Tricks gerettet werden. Die Unterschiede zwischen den Einsteiger- und den Fortgeschrittenen- sowie Profi-Programmen liegen vor allem bei den Möglichkeiten etwa zur Farbbearbeitung und zur Retusche. Das bezahlt man allerdings mit einer höheren Komplexität – und natürlich mit einem höheren Preis.

Siehe auch: 40 geniale Gratis-Tools für Bildbearbeitung

Das braucht der Einsteiger

Der Ashampoo Photo Commander richtet sich mit seiner einfach gehaltenen Oberfläche in erster Linie an Einsteiger in die Bildbearbeitung.
Vergrößern Der Ashampoo Photo Commander richtet sich mit seiner einfach gehaltenen Oberfläche in erster Linie an Einsteiger in die Bildbearbeitung.

Von Ashampoo kommt der Photo Commander Free . Die Software richtet sich an private Anwender und bietet die wichtigsten Funktionen für eine automatische Bildaufhübschung an, wie beispielsweise zum Entfernen von roten Augen oder zum Optimieren von Kontrast und Farben. Außerdem ist sie einfach und übersichtlich gestaltet. Das gleichfalls kostenlose Paint.NET  orientiert sich dagegen mit seiner verschiebbaren Werkzeugleiste und den Kontrollfenstern schon eher an den klassischen Bildbearbeitern. Bei den Funktionen fällt insbesondere auf, dass die Software das Arbeiten auf mehreren Ebenen ermöglicht, was umfangreiche Retuschen wesentlich vereinfacht. Neben einer allgemeinen, automatischen Bildkorrektur bietet das Programm zahlreiche Funktionen für die manuelle Nachjustierung.

Paint.NET ist zwar kostenlos, bietet aber dennoch Bildbearbeitung auf mehreren Ebenen und weitere Funktionen an, die man sonst nur von kommerziellen Programmen kennt.
Vergrößern Paint.NET ist zwar kostenlos, bietet aber dennoch Bildbearbeitung auf mehreren Ebenen und weitere Funktionen an, die man sonst nur von kommerziellen Programmen kennt.

Das braucht der Fortgeschrittene 

Wer mehr will oder braucht, kann zu Gimp  wechseln. Allerdings scheiden sich bei diesem Programm die Geister: Die Fans loben die zahlreichen Profi-Funktionen, die es überdies noch kostenlos gibt – Gimp ist freie Software. Viele Anwender scheuen jedoch vor der etwas eigenwilligen Oberfläche und den nicht gerade selbsterklärenden Icons zurück. Ein großer Teil von ihnen greift lieber zu Cyberlink Photo Director , der zwar rund 100 Euro kostet, sich aber bei der Gestaltung von Menüs und Symbolen eher an die üblichen Konventionen hält. Die Software beherrscht das Raw-Format in den Varianten von Canon und Nikon und bietet zahlreiche kleine Helferlein für die Bildretusche wie Bearbeitungspinsel, einen Weißabgleich und eine Rauschunterdrückung an. Hinzu kommen noch ein Zahnpinsel zum gezielten Aufhellen verfärbter Zähne sowie eine Funktion zum Erhöhen des Augenglanzes.

Die Open-Source-Software Gimp stellt umfangreiche Funktionen bereit, schreckt viele Anwender jedoch mit ihrer unübersichtlichen Oberfläche ab.
Vergrößern Die Open-Source-Software Gimp stellt umfangreiche Funktionen bereit, schreckt viele Anwender jedoch mit ihrer unübersichtlichen Oberfläche ab.

Das braucht der Profi 

Bei der professionellen Bildbearbeitung kommt man nicht an Adobe Photoshop vorbei. Das Programm ist eine Art Industriestandard für Fotografen, Webdesigner oder Werbeagenturen und gilt als eine der umfangreichsten Bildbearbeitungen überhaupt. Die aktuelle Version verfügt über Funktionen, die ansonsten kaum eine andere Software bietet, wie beispielsweise das Arbeiten im CMYK-Farbraum oder die Bearbeitung von 48-Bit-Aufnahmen. Adobe vertreibt Photoshop nur noch als Abo, in der kostengünstigsten Version im Foto-Abo für rund 12 Euro im Monat.

Die Bildbearbeitung Corel Photo-Paint ist lediglich als Bestandteil von Corel Draw erhältlich, das als Vollversion mit rund 700 Euro recht teuer ist, weshalb die meisten Nutzer zum leicht funktionsbeschränkten, dafür aber preiswerteren SE-Paket greifen. Die Entwickler von Photo-Paint waren immer bestrebt, alle Funktionen von Photoshop auch in ihrer Software anzubieten, das Programm ist daher eine echte Alternative zum Adobe-Programm.

Audio 

Ähnlich wie bei der Bildbearbeitung reicht auch bei der Audiobearbeitung die Spanne der Anwender vom Einsteiger, der lediglich ein paar MP3s schneiden will, bis hin zum Profi, der seinen Computer zu einer DAW (Digital Audio Workstation) umgebaut hat und damit hochwertige Musikaufnahmen erzeugt und aussteuert.

Das braucht der Einsteiger

Oceanaudio bietet für Einsteiger die wichtigsten Basisfunktionen für die Audiobearbeitung an, darunter auch einige Dutzend Effekte.
Vergrößern Oceanaudio bietet für Einsteiger die wichtigsten Basisfunktionen für die Audiobearbeitung an, darunter auch einige Dutzend Effekte.

Ocenaudio  ist eine Freeware, die auch Einsteigern bereits die wichtigsten Bearbeitungsfunktionen, wie zum Beispiel Schnitt oder Effekte wie Hall und Chorus, anbietet. Auch ein Equalizer ist integriert – wahlweise mit 11 oder 31 Bändern. Zudem findet man in den Menüs einen ID3-Tag-Editor. Bemängeln muss man jedoch die schlechte Übersetzung des Programms ins Deutsche. Bei dem ebenfalls kostenlosen Wavepad  haben die Entwickler allerdings gleich völlig auf eine Übersetzung verzichtet, die Software ist nur auf Englisch verfügbar. Dafür erhält man aber ein paar Funktionen mehr als bei Ocenaudio, Video-Tutorials helfen bei der Einarbeitung ins Programm.

Das braucht der Fortgeschrittene

Die Bedienoberfläche von Audacity wurde mit der Version 2 gründlich überarbeitet und wirkt nun frischer und moderner als früher. Allerdings hat die Übersichtlichkeit gelitten.
Vergrößern Die Bedienoberfläche von Audacity wurde mit der Version 2 gründlich überarbeitet und wirkt nun frischer und moderner als früher. Allerdings hat die Übersichtlichkeit gelitten.

In einer Übersicht der wichtigsten Audioprogramme darf natürlich Audacity  nicht fehlen. Mit der Version 2 haben die Entwickler die Oberfläche überholt und modernisiert, wodurch es jetzt etwas professioneller wirkt. Die Software muss sich vor den kommerziellen Konkurrenten nicht verstecken. Sie kann beispielsweise Audiodaten auf beliebig vielen Spuren mischen und bearbeiten und bringt mehrere hundert Filter und Soundeffekte mit.

Magix Music Maker  enthält ebenfalls viele Effekte, setzt den Schwerpunkt im Vergleich mit Audacity allerdings mehr bei der Musikproduktion. Der Benutzer kann aus Hunderten von mitgelieferten, vorproduzierten Sounds und Loops auswählen und sie mithilfe simulierter analoger Synthesizer, einer Drum Engine sowie einem Loop Designer zu Musikstücken zusammenbauen. Natürlich ist auch die Aufnahme eigener Sounds möglich. Die Free-Version ist bei der Anzahl der beigefügten Sounds stark eingeschränkt, die besser ausgestatteten kommerziellen Ausgaben kosten zwischen 59 und 199 Euro.

Das braucht der Profi 

Für Könner: Ardour ist ein professioneller Audioeditor aus der Open-Source-Szene und eines der wenigen Programme, die den Pro Tools von Avid Konkurrenz machen können.
Vergrößern Für Könner: Ardour ist ein professioneller Audioeditor aus der Open-Source-Szene und eines der wenigen Programme, die den Pro Tools von Avid Konkurrenz machen können.

Professionelle Musikstudios setzen zumeist auf die Pro Tools von Avid , eine DAW-Software mit einem nahezu unüberschaubaren Funktionsumfang. Seit einiger Zeit bietet der Hersteller mit Pro Tools First eine kostenlose Ausgabe des Programms an, die unter anderem auf vier Audioeingänge, 16 Spuren und eine maximale Samplerate von 96 kHz begrenzt ist. Die professionellen Versionen beginnen bei rund 33 Euro pro Monat, die Lizenz ist ein Jahr lang gültig.

Der wohl stärkste Konkurrent der Pro Tools ist die kostenfreie Open-Source-Software Ardour .

Tipp: Audio, Video, Ebooks: So konvertieren Sie alles

Video 

Viele Menschen halten ihre Urlaubseindrücke lieber als Videos fest. Hier gibt’s dafür die passenden Tools. 

Das braucht der Einsteiger

Die App Fotos wurde in den neueren Versionen von Windows 10 um einen einfachen Videoeditor erweitert, der für viele Heimprojekte genügt.
Vergrößern Die App Fotos wurde in den neueren Versionen von Windows 10 um einen einfachen Videoeditor erweitert, der für viele Heimprojekte genügt.

Nachdem Microsoft den Movie Maker vor einigen Jahren eingestellt hatte, sah es zunächst so aus, als würde da nichts nachkommen. Doch mit dem Fall Creators Update für Windows 10 (Version 1709) wurde die vorinstallierte App Fotos um einen Videoeditor erweitert. Auch wenn die Software sehr einfach gehalten ist und lediglich über eine Videospur verfügt, kann man mit ihr dennoch Filme schneiden und vertonen, eine Titelkarte und Text einfügen, eine Kamerabewegung simulieren und Filter und Effekte anwenden.

Wondershare Filmora  geht dann bereits einen Schritt weiter. Die Software kann mit bis zu 100 Videospuren arbeiten und ist mit einer reichhaltigen Auswahl an Filtern und Effekten ausgestattet. Des Weiteren sind Werkzeuge zum Bearbeiten der Tonspur integriert. Trotzdem ist die Oberfläche bedienerfreundlich wie auch überschaubar geblieben. Die kostenfreie Version von Filmora setzt ein deutlich sichtbares Wasserzeichen in die Filme, die kostenpflichtigen Ausgaben beginnen bei einem Preis von 39,99 Euro pro Jahr.

Das braucht der Fortgeschrittene 

Cyberlink Power Director  ist auf die Produktion von DVDs und Blurays ausgerichtet. Das Programm zeichnet sich durch seine hohe Arbeitsgeschwindigkeit und die Unterstützung sämtlicher wichtiger Videoformate aus. Dazu kommen unter anderem ein umfangreicher Titeldesigner für Vor- und Abspänne sowie Optionen für den Bild-im-Bild-Effekt. Die Preise beginnen bei rund 100 Euro für die Version Ultra. 

Corel Pinnacle Studio  bietet sich als preisgünstige Lösung für den semiprofessionellen Videoschnitt an. Das Tool bietet in der Ultimate-Variante zum Beispiel eine Videostabilisierung und eine Funktion zum Bearbeiten von 360-Grad-Videos. Außerdem beherrscht es ein Audio-Ducking, das die Musiklautstärke automatisch absenkt, sobald eine Sprecherstimme eingeblendet wird.

Das braucht der Profi 

Wer nicht in Studiolösungen wie Avid Media Composer investieren möchte, der ist im professionellen Umfeld in der Regel mit Adobe Premiere Pro gut bedient. Die Software ist überaus ressourcenhungrig, bietet dafür jedoch auch praktisch alles, was man für die Videobearbeitung benötigt, inklusive vieler cleverer Hilfswerkzeuge. Die Bedienoberfläche ist an die von anderen Adobe-Produkten wie Photoshop oder Indesign angepasst. Premiere Pro ist ausschließlich im Abo für rund 24 Euro im Monat erhältlich

Eine gute Alternative bietet hier Da Vinci , das es in der eingeschränkten Version Resolve sogar kostenlos gibt. Die Software hat ihre Stärken dank des integrierten Fairlight besonders beim Audioediting sowie bei der Farbbearbeitung. Es fehlen allerdings Funktionen für die dreidimensionale Bearbeitung.

Spezial-Tools

Im Multimedia-Bereich gibt es wichtige Spezial-Tools, die wir hier präsentieren.

Microsoft ICE

Der kostenfreie Image Composite Editor (ICE) von Microsoft Research fügt mehrere, von einem gemeinsamen Standort aus aufgenommene Einzelbilder selbsttätig zu einem Panorama zusammen und vereinheitlicht dabei auch die Zoomeinstellungen und Verschlusszeiten.

Melodyne

Die Software Melodyne  verändert gezielt einzelne Töne eines Musikstückes, und zwar auf Instrumentenebene. So kann man bei einem Song mit Gitarre und Gesang die Tonhöhe, die Geschwindigkeit oder den Klangcharakter einzelner gespielter Gitarrenklänge bearbeiten.

Sensarea

Mithilfe des kostenfreien Tools Sensarea  kann man einzelne Bereiche in einem Video markieren und mit einem Effekt bearbeiten, also beispielsweise verpixeln oder die Farbe ändern. Im Anschluss daran verfolgt die Software diese Markierung über sämtliche Frames hinweg und wiederholt den Effekt.

Nicht mehr lange, dann stellt Samsung die neue Galaxy-Serie vor: Mit dem Galaxy S20, S20+ und S20 Ultra erwarten uns gleich mehrere Geräte mit neuestem High-Tech. Wann ihr mit den Smartphones rechnen könnt, wann sie erscheinen und was sie Gerüchten zufolge so unter der Haube haben, erklärt euch Dennis in diesem Video.

► Alle Gerüchte zum Nachlesen: www.pcwelt.de/news/Samsung-Galaxy-S20-statt-S11-Alle-Bilder-und-Infos-zum-neuen-Top-Handy-10735984.html

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